Indische Börse weist seit Jahresbeginn 2019 weiter eine Underperformance auf - Commerzbank Kolumne

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12.09.2019, 09:20 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Nach einem vergleichsweise schwachen Jahresstart zog der Sensex-Index im März 2019 kräftig an und stabilisierte sich im April. Verantwortlich für den Kursschub zeichnete vor allem die Erwartung der meisten Anleger, dass Ministerpräsident Modi als Sieger aus den Parlamentswahlen hervorgehen wird. Ein starker Kapitalzustrom war die Folge, der auch die Rupie zeitweise beflügelte, bevor es dann aber im August 2019 zu Gewinnmitnahmen kam (Rupie/USD: -2,7% seit Jahresbeginn). Die tatsächliche Wiederwahl Modis bescherte dem Sensex-Index dann noch einmal einen Aufschwung mit einem neuen Rekordhoch (40.312 Punkte am 04. Juni 2019). Danach setzte dann aber eine Korrektur ein. Der MSCI Indien-Index verlor im August 2019 3,2% und wurde vor allem durch die Abwertung der Rupie ggü. dem USD (-3,6%) belastet. Positiv stimmte die Leitzinssenkung der Notenbank um 35 Basispunkte sowie ein Fiskalpaket der Regierung zur Stimulierung der sich spürbar abschwächenden Konjunktur. Das BIP wuchs in Q2 2019 nur noch um 5% (J/J). Die Zentralbank senkte daraufhin ihre BIP-Prognose für 2019 von 7% auf nur noch 6,9%. Seit Jahresbeginn verlor der MSCI Indien-Index 2% und weist damit sowohl ggü. der Region Asien ex-Japan (+2,1%) als auch ggü. dem MSCI EM-Index (+1,9%) eine Underperformance auf. Für 2019 prognostiziert der Konsensus einen Anstieg des Wachstums der Firmengewinne (MSCI Indien-Index) in Höhe von rd. 58% (J/J). Das entsprechende KGV für 2019 liegt damit bei 19. Der indische Aktienmarkt ist damit sowohl im Vergleich zu anderen Märkten als auch im Vergleich zur eigenen Historie recht hoch bewertet. Zwar hat Modi in den letzten fünf Jahren einige strukturelle Reformen vorangetrieben. Viele Versprechen blieben bislang aber uneingelöst. Das Chancen-Risiko-Verhältnis hat sich nach dem Anstieg des indischen Aktienmarktes u.E. verschlechtert, weshalb wir in taktischer Hinsicht das „Untergewichten-Votum“ bestätigen.

Anleihen


Euroraum: Industrieproduktion (Juli), 11:00 Uhr
Euroraum: EZB Zinsentscheidung, 13:45 Uhr
USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr

Am Rentenmarkt blieb es gestern weitgehend ruhig. Vor der heutigen EZB-Ratssitzung wollte sich keiner neu positionieren. Zudem gab es kaum Wirtschaftsdaten, die marktbestimmend waren. In den USA zogen die Renditen leicht an, nach-dem sich die Erzeugerpreise im August gegenüber dem Vormonat um 0,1% erhöhten. Volkswirte hatten dagegen mit stabilen Preisen gerechnet. Im Jahresvergleich betrug der Anstieg 1,8% (Juli 1,7%). In der sogenannten Kernrate – ohne die volatilen Preise für Nahrungsmittel und Energie – stiegen die Preise um 0,3% gegenüber Juli (bzw. um 2,3% J/J, nach +2,1% im Juli). Schaut man sich die Preisentwicklung genauer an, zeigt sich, dass die höheren Zölle die Inflationsrate kaum beeinflussen, weil der schwächere chinesische Renminbi sowie das Ausweichen auf andere Niedrigpreiserzeuger in Asien die Preise wiederum drücken. Die nach wie vor schwache Preisentwicklung dürfte der US-Notenbank Fed weitere nötige Munition für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte in der kommenden Woche liefern. Die Fed bleibt jedenfalls im Schussfeld des amerikanischen Präsidenten. Trump forderte, die Zinsen auf “null oder weniger” zu senken, um dem Staat den Schuldendienst zu erleichtern. Die USA sollten seiner Ansicht nach die niedrigsten Zinsen haben. Es sei nur der “Naivität” von Notenbankchef Jerome Powell und der Fed geschuldet, dass die Vereinigten Staaten dem Niedrigzins-Vorbild anderer Staaten nicht folgten. Der Markt preist für die Sitzung am 18. September aktuell eine Zinssenkung um 25 Basispunkte zu fast 100% ein. Ein schottisches Gericht hält die von Premier Johnson verfügte Schließung des Parlaments für fünf Wochen für unrechtmäßig. Das britische Pfund bleibt deshalb gegenüber Euro und US-Dollar gut unterstützt.

Aktien


Dt. Lufthansa: Verkehrszahlen 08/19
Oracle: Ergebnis Q1

Die Stimmung an den europäischen Aktienbörsen, die in der Erwartung einer noch expansiveren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank zuletzt deutlich zugelegt hatte, erhielt gestern zusätzlichen Auftrieb. Aus China kam eine Nachricht, derzufolge Peking bestimmte Beschränkungen für ausländische Kapitalanleger aufheben werde. Darüber hinaus legte die chinesische Regierung eine Liste von US-Produkten vor, die von Strafzöllen ausgenommen werden sollen, was wiederum die Hoffnung auf eine Annäherung im Handelskonflikt zwischen den beiden wichtigsten Volkswirtschaften befeuerte. An der Spitze des Dax 30 standen in diesem Umfeld eher zyklisch eingeschätzte Titel wie Infineon (+3,1%) und Linde (+2,1%). Die Aktien von Merck KGaA (+1,4%) profitierten von einem Kapitalmarkttag und der Meldung, dass der Wirkstoff Tepotinib in den USA eine wichtige Hürde bei der Zulassung als Therapie bei Lungenkrebs genommen habe. Unter den Branchen im breiten Auswahlindex des Euroraums, dem EUROSTOXX 600, gab es fast nur Gewinner, am stärksten setzte sich dabei der Chemiesektor (+1,2%) in Szene. An der Wall Street zeigten sich die Anleger zum Handelsbeginn noch zurückhaltend, doch dann nahm auch hier die Kursentwicklung Fahrt auf. Weit vorn im Dow Jones Industrial standen nach der Vorstellung des iPhone 11 vom Vortag die Aktien von Apple (+3,2%). Spitzenreiter im Auswahlindex waren indes die Titel von Boeing (+3,6%). Hier kamen Aussagen zur möglicherweise baldigen Startgenehmigung für die 737 Max bei Anlegern gut an. Im beschriebenen Umfeld konnten bis auf Immobilienaktien (-0,3%) alle Branchen zulegen. An den asiatischen Börsen sorgen heute Morgen die positiven Signale im Handelsstreit ebenfalls auf breiter Ebene für Kursgewinne. Lediglich der Hang Seng tendiert nach der Vortagsrally etwas leichter. Auch Europa wird fester eröffnen.

Auf einem Blick - Chart und News: DAX - Aktienindex

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