SBF: „England ist für uns ein hochattraktiver Markt“

Rudolf Witt, Vorstandssprecher der SBF, spricht im Interview über die aktuellen Probleme der Deutschen Bahn, die Auswirkungen auf SBF und die Chancen auf dem britischen Markt für das Unternehmen. Bild und Copyright: SBF.

Rudolf Witt, Vorstandssprecher der SBF, spricht im Interview über die aktuellen Probleme der Deutschen Bahn, die Auswirkungen auf SBF und die Chancen auf dem britischen Markt für das Unternehmen. Bild und Copyright: SBF.

Nachricht vom 13.03.2019 13.03.2019 (www.4investors.de) - Die im m:access gelistete SBF dürfte den wenigsten Investoren bekannt sein. Das Unternehmen ist im Mobilitätssektor aktiv und legt den Fokus auf die Schienenfahrzeugindustrie. Man agiert im Bereich der Decken-, Beleuchtungs- und Belüftungssysteme. Vor allem LED-Systeme für den Außen- und Innenbereich von Schienenfahrzeugen sind die Spezialität von SBF.

Im Interview mit GBC erläutert Rudolf Witt, Vorstandssprecher der SBF, wo er Chancen für sein Unternehmen sieht. Der britische Markt könnte von besonderer Bedeutung für SBF sein, wird dort doch ein Programm von 200 Milliarden Pfund aufgelegt. Thematisiert werden von Witt die aktuellen Probleme der Deutschen Bahn und welche Auswirkungen diese auf SBF haben können. Angesprochen wird von Witt in dem Gespräch zudem das Thema Übernahmen.


GBC: Der weltweite Bahntechnikmarkt gilt als nachhaltiger Wachstumssektor. Welche Entwicklungen bzw. Trends lassen sich aktuell innerhalb dieses Segments beobachten und mit welchem Marktverlauf rechnen Sie in den kommenden Jahren?

Witt:
Es ist richtig, den weltweiten Markt für Bahntechnik als konjunkturunabhängigen, nachhaltigen Wachstumssektor zu bezeichnen. Durch die weiterhin steigende Zahl der Weltbevölkerung und die gleichzeitige umweltrelevante Diskussion um die negativen Auswirkungen des Automobilverkehrs wird zwangsläufig in die Schiene weiter investiert werden. Die Mobilität der Zukunft wird für die meisten Menschen auf der Schiene stattfinden. Somit rechnen wir auch zukünftig mit einem deutlichen Wachstum des globalen Bahntechnikmarkts.

GBC: Die Deutsche Bahn hat aktuell mit vielen Problemen, wie bspw. häufige Zugausfälle, zu wenige Ersatzzüge oder ein veraltetes Schienennetz zu kämpfen, was oftmals zu Verspätungen im Reiseverkehr führt. Um dieser Krise zu begegnen, strebt die Bahn eine Investitionsoffensive vor allem in Züge, Personal und Schienennetz an. Auf welche Art und Weise kann Ihr Unternehmen von dieser Investitionspolitik der Deutschen Bahn AG profitieren?

Witt:
Gerade in der jüngsten Vergangenheit sind eindeutige Signale vom Bund als Eigentümer der Deutschen Bahn AG erfolgt, welche schnellstmöglich die Verbesserung der negativen Performance der Deutschen Bahn AG fordern. Da die bisher gesteckten Ziele der Deutschen Bahn regelmäßig verfehlt wurden, erhöht das Bundesverkehrsministerium den Druck und stellt darüber hinaus überproportional hohe Investitionsmittel zu Verfügung. Es ist davon auszugehen, dass unsere starken Auftraggeber hiervon profitieren werden und in weiterer Folge unser Unternehmen.

GBC: Laut Medienberichten sind in Großbritannien umfangreiche Bahngroßprojekte im Multi-Milliardenbereich in der Planung bzw. teilweise sogar schon beschlossen. Diese beinhalten u.a. auch massive Investitionen in neue Züge. Steht diese Region auch bei der SBF im Fokus der Geschäftstätigkeit?

Witt:
Speziell England ist für uns ein hochattraktiver Markt, da besonders dort ein sehr hoher Investitionsstau besteht. Aus diesem Grund hat die englische Regierung ein umfangreiches Milliardenprogramm zur Modernisierung des gesamten Schienennetzes verabschiedet. Die Planungen sehen Investitionen von über 200 Milliarden Pfund innerhalb der nächsten 10 Jahre vor. Da bei ersten Ausschreibungen auch unsere Großkunden attraktive Aufträge gewinnen konnten, werden wir bereits jetzt als möglicher Lieferant angefragt, was uns positiv stimmt. Eine Blackbox zum heutigen Zeitpunkt ist das ungeklärte Thema zum Brexit, was automatisch Investitionsunsicherheit mit sich bringt. Sollten jedoch die Rahmenbedingungen stimmen, so halten wir einen Produktionsstandort in England nicht für ausgeschlossen.

GBC: Die Unternehmensstrategie der SBF AG war in den vergangenen drei Jahren sehr stark auf eine Konsolidierung des Unternehmens ausgerichtet. Diese Phase wurde nun erfolgreich abgeschlossen. Welchen strategischen Kurs verfolgt Ihre Gesellschaft fortan?

Witt:
Die letzten drei Jahre haben dank erfolgreicher aber auch großer Anstrengungen SBF zum bevorzugten Tier-One Lieferanten bei allen großen Schienenfahrzeugherstellern gemacht. Durch absolute Top-Performance werden wir unsere Stellung weiter ausbauen und die Zukunft des Unternehmens nun offensiver gestalten, jedoch mit Maß und Ziel. Dank der Unterstützung wesentlicher bei SBF investierter Akteure stehen uns hier sehr gute Möglichkeiten zur Erreichung des angestrebten Wachstums zur Verfügung.

GBC: Um zusätzliches Wachstumspotenzial zu erschließen, streben Sie u.a. auch strategische Zukäufe an. Welche Art von Übernahmeobjekten haben Sie hierbei im Fokus und ist eine solche Akquisition bereits in naher Zukunft geplant?

Witt:
Richtig ist, dass unser Unternehmen jetzt nach Abschluss der Konsolidierungsphase nun die Phase des gesunden Wachstums einläutet. Wir verfolgen hier zweierlei Stoßrichtungen: Zum einen das Wachstum aus eigener Kraft durch große Investitionen in unsere Wertschöpfungstiefe zur Stabilisierung und zum Ausbau unserer ohnehin schon starken Wettbewerbsfähigkeit, zum anderen sehen wir uns gerne nach attraktiven Akquisitionsmöglichkeiten um, sofern diese zum Schienenfahrzeugmarkt gehören und entsprechende Synergieeffekte mitbringen. Die Umsetzung dieser umfangreichen Wachstumsinvestitionen ist für dieses und das kommende Jahr geplant.

GBC: Wie ist Ihr Ausblick auf 2019? Was kann man im laufenden Geschäftsjahr von der SBF AG erwarten?

Witt:
2019 wird ein spannendes Jahr für uns. Wir erwarten einen verstärkten Auftragseingang, was anhand entsprechender Anfragen unserer Kunden auch zu erwarten ist. Es ist daher auch davon auszugehen, dass wir den Umsatz des Vorjahres auf jeden Fall übertreffen werden und auch weiterhin mit steigenden Umsatz- und Ertragszahlen rechnen können. Speziell die optimale Einbindung der vorgenannten Investitionen stellt wichtige strategische Schritte dar, die unser Unternehmen in vielerlei Hinsicht weiter voranbringen werden.

GBC: Wo sehen Sie den SBF-Konzern in drei bis fünf Jahren?

Witt:
Die SBF-Gruppe hat sehr großes Potential, welches bis heute noch nicht vollständig gehoben ist. Ich will damit zum Ausdruck bringen, dass wir noch sehr große Möglichkeiten in der Zukunft sehen, da die jetzt geschaffenen und bestehenden Rahmenbedingungen optimal sind. Wir sehen uns am Anfang einer noch außerordentlich positiven Entwicklung, durch die wirklich besonders positive Ausgangslage, durch unsere strukturierte unternehmerische Aufstellung und dem konjunkturunabhängig, nachhaltig stark wachsenden Markt, in dem wir unterwegs sind. Ich halte es für durchaus möglich, dass unser Unternehmen in einigen Jahren ein Vielfaches größer und ertragreicher sein wird wie heute und im Schienenfahrzeugmarkt ein unübersehbarer und hocheffizienter Player sein wird.

Fazit GBC: Die SBF-Gruppe hat sich in der Vergangenheit eine gute Marktposition erarbeitet, um von den weltweit verstärkten Investitionen in den Bahnsektor profitieren zu können. Das Unternehmen befindet sich nun im nachhaltigen Wachstumsmodus und sollte hierbei insbesondere von seinem guten Kundenzugang sowie hoher Produktleistungsfähigkeit und –qualität profitieren können.

Eine Kooperation zwischen 4investors und der GBC AG. (Redakteur: GBC AG  GBC AG auf Twitter )


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