Erneuerbare Energien in Deutschland auf dem Vormarsch - Commerzbank Kolumne

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15.01.2019, 09:46 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien war 2018 erstmals mit gut 35% ebenso hoch wie die aus Braun- und Steinkohle zusammen: Sonne pur bei Zubau und Erzeugung. Ein gutes Jahr war 2018 auch für die Klimabilanz, der geringere CO2-Ausstoß resultierte jedoch aus einem niedrigeren Verbrauch (milder Winter). Auch 2019 dürfte Ökostrom dominieren, der weitere Ausbau wird forciert. Denn Steinkohle, deren Förderung 2018 eingestellt wurde, verabschiedet sich aus dem Energiemix und auch der Atomstrom wird wie geplant weiter zurückgefahren. Für Braunkohle – derzeit 22,5% an der Stromerzeugung – soll die Kohlekommission im Februar Vorschläge für den Ausstieg unterbreiten. Dabei bleiben die Klimaschutzziele 2030 im Fokus.

Anleihen


Großbritannien: Abstimmung über Brexit-Abkommen
Frankreich: Verbraucherpreise (Dez.), 08:45 Uhr
Deutschland: BIP-Wachstum (2018), 10:00 Uhr
USA: Empire State Index (Jan.), 14:30 Uhr
USA: Erzeugerpreise (Dez.), 14:30 Uhr

Heute wird im britischen Parlament über den Brexit abgestimmt. Das Parlament dürfte aber einen Brexit auf Basis des mit der EU ausgehandelten Abkommens ablehnen. Dies erwarten zumindest die allermeisten Beobachter. Sollten der Regierung nicht mehr als 40 Stimmen fehlen, könnte sie versuchen, das Abkommen erneut zur Abstimmung zu stellen. Ein harter Brexit ohne die Zustimmung des Parlaments ist nicht möglich – dieses Recht hat sich das Parlament in der letzten Woche erkämpft. Wahrscheinlich ist, dass die Austrittspflicht (Artikel 50) verlängert wird. Allerdings finden am 23. Mai die Wahlen zum EU-Parlament statt. Sehr schwache Außenhandelszahlen wurden aus China für Dezember gemeldet. Die Zölle im Handel mit den USA wirkten wie Sand im Getriebe. Aber auch im Handel mit anderen Partnern kam es zu Rückgängen. Insgesamt gingen die Exporte im Dezember um 4,4% zum Vormonat zurück und die Importe um 7,6%. Bei den Importen war ein Teil des nominalen Rückgangs auf niedrigere Rohstoffpreise zurückzuführen. Die chinesische Führung will die Konjunktur stärker anschieben und vor allem Unternehmen steuerlich entlasten. Kleinere Unternehmen sollen leichter an Kredite kommen. In Europa ging die Industrieproduktion im November um 1,7% zum Vormonat bzw. um 3,3% zum Vorjahr zurück. Da auf Länderebene die meisten Produktionsdaten bereits vorlagen, ist die genaue Zahl eher eine Frage der korrekten Saisonbereinigung. Insgesamt dürfte die Industrieproduktion im vierten Quartal geschrumpft sein. Da aber der Dienstleistungsbereich weiter gewachsen sein sollte, dürfte gesamtwirtschaftlich ein kleines Plus zu Buche stehen.

Aktien


JP Morgan Chase, Ergebnis Q4
UnitedHealth Group, Ergebnis Q4
Wells Fargo, Ergebnis Q4

Nachdem die Hoffnung auf eine Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China die europäischen Aktienbörsen zuletzt getragen und so zum Jahresauftakt für eine Erholung gesorgt hatte, führten jetzt schwache chinesische Handelsdaten zu einer ersten Ernüchterung. Unter der Belastung des andauernden Zollkonflikts und der schwachen Entwicklung des globalen Handels waren sowohl Im- als auch Exporte deutlich gefallen. Die europäischen Aktienmärkte eröffneten daher schwächer, konnten den Abwärtstrend aber im Verlauf begrenzen. Der DAX lag am Ende 0,3% im Minus, der Euro-Stoxx 50 bei -0,5%. Stärkster DAX-Wert war Continental (+3,0%) trotz neuer, gesenkter Jahresprognosen. Stärkere Verluste zeigten Beiersdorf (-2,4%) und Wirecard (-2,8%). Auch in den USA belasteten die Entwicklungen in China. Der Dow Jones gab um 0,4% nach, die Nasdaq 0,9%. Citigroup (+4%) sorgte mit den Zahlen für das Schlussquartal für einen guten Start in die Berichtssaison. Im Gefolge stiegen auch andere Finanzwerte, der Sektorindex lag mit +0,7% klar vorn. Am Ende lagen hingegen Versorger (-2,2%), wo die angekündigte Insolvenz des für die Brände in Kalifornien mitverantwortlich gemachten Versorgers PG& E Corp (-52%) belastete. Schwächer zeigte sich auch Pharma (-1,1%) knapp vor IT. Am Dow-Ende lag Pharmatitel Merck (-2%). Thema waren zu Wochenbeginn auch die Übernahmepläne von Goldcorp (+7,1%)durch Konkurrent Newmont Mining (+8,9%), wodurch der größte Goldminenkonzern der Welt entstehen würde. In Asien beflügeln heute mögliche Steuersenkungen in China, die der lahmenden Konjunktur aufhelfen könnten. Die Kurszuwächse liegen um 1% und sorgen auch in Europa für eine vorbörslich freundliche Tendenz. Die Augen sind allerdings immer auf London zum großen Brexit-Show-Down gerichtet.

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