EM-Aktien mit Outperformance im November 2018 - neues Votum: Neutral - Commerzbank Kolumne

Nach einer langen Phase der Underperformance erzielte der MSCI EM-Index im November mit einem Plus von 4,1% erstmals wieder eine Outperformance gegenüber dem MSCI Welt-Index (+1,3%). Seit Anfang des Jahres (Jan. bis Nov. 2018) ergibt sich aber mit einem Minus von 14,1% immer noch eine signifikante Underperformance der Emerging Markets (EM) gegenüber dem MSCI Welt-Index (-4,3%). Verantwortlich für die Erholungsrally im November zeichnete v.a. die Erwartung, dass die US-Notenbank künftig etwas langsamer mit den Zinserhöhungen voranschreiten wird. Das führte zu einer Erholung einiger EM-Währungen, allen voran der türkischen Lira (+7%). Lediglich der brasilianische Real schwächelte (-3,7%). Der Ölpreis erlebte einen kräftigen Rücksetzer (-20,8%). Das begünstigte v.a. die Region Asien ex-Japan, die mit einem Monatsplus von 5,2% innerhalb der EM-Regionen die Nase vorn hatte. Diese Region ist stark abhängig von Ölimporten, weshalb Länder wie Indien (+10,2%) besonders von dem Ölpreisfall profitierten. Dies spiegelte sich auch in der Aufwertung der Rupie wider. Technologieaffine Märkte wie Korea (+3,4%) oder Taiwan (-0,7%) wiesen dagegen eine Underperformance aus. China (+7,3%) profitierte v.a. von der Hoffnung auf eine expansivere Geld- und Fiskalpolitik sowie auf ein baldiges Ende des Handelsstreits mit den USA. Die Region Lateinamerika (-2,4%) wies dagegen eine deutliche Underperformance auf. Die Schwäche des brasilianischen Real bescherte dem MSCI Brasilien-Index ein Minus von 2,1%. Auf Sektorenebene waren aufgrund des Ölpreisverfalls Energieaktien (-1,1%) am wenigsten gefragt. Die größten Kursgewinne erzielte dagegen der Bereich Immobilien (+9,5%). Insgesamt zeigt sich das Wachstum in weiten Teilen der Schwellenländer unverändert stabil. So dürfte das BIP in Asien (ex-Japan) in 2019 um schätzungsweise 5,6% (J/J) steigen. Wir rechnen mit einem Ende der Underperformance der EM-Aktien. Neues Votum daher: Neutral.

Anleihen


Deutschland: Auftragseingänge Industrie (Okt.), 8 Uhr
USA: ADP Beschäftigungsumfrage (Nov.), 14:15 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: Handelsbilanz (Okt.), 14:30 Uhr
USA: ISM-Index Dienstleistungen (Nov.), 16:00 Uhr
USA: Auftragseingänge Industrie (Okt.), 16:00 Uhr

Die Risikoaversion hält weiter an. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen erreichten ein mehrmonatiges Tief von 0,24%, stiegen im Tagesverlauf aber wieder über 0,27%. Laut eines Medienberichts wird innerhalb der EZB darüber diskutiert, Geschäftsbanken dauerhaft Langfristfinanzierungen (TLTROs) anzubieten. Die EZB steht vor der Frage, wie der anstehende Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik bewältigt werden könne, ohne dabei die Refinanzierung von Banken vor allem in Südeuropa zu gefährden. Die Diskussionen befänden sich aber in einem frühen Stadium und würden bei der kommenden Ratssitzung Mitte Dezember vermutlich keine Rolle spielen. Aus dem Vereinigten Königreich häufen sich die negativen Meldungen. Neben den endlosen Brexitstreit überraschten gestern dann auch noch die britischen Dienstleister negativ: Der Einkaufsmanagerindex fiel im November den dritten Monat in Folge, und zwar um 1,8 auf 50,4 Punkte. Das Barometer liegt damit nur noch knapp über der Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. Heute früh überraschten in Deutschland die Auftragseingänge der Industrie positiv. Sie stiegen im Oktober um 0,3% gegen-über dem Vormonat an. Experten hatten dagegen mit einem Rückgang gerechnet. Aufgrund des außerordentlichen Nationalfeiertags zur Trauer um den ehemaligen Präsidenten George H. W. Bush blieben in den USA die Renten- und Aktienmärkte geschlossen. Die Veröffentlichung der Wirtschaftsdaten (ISM und ADP-Beschäftigungsumfrage) wird daher heute nachgeholt.

Aktien


Vonovia, Ergebnis Q4

Auch zur Wochenmitte setzte sich die erneute Abwärtsbewegung an den europäischen Aktienbörsen weiter fort. Der schwere Stand von Theresa May in den Unterhausverhandlungen über das Abkommen für den EU-Austritt sowie steigende Zweifel an einer Annäherung der Handelskonflikt-Kontrahenten USA und China sorgten zunehmend für Abgabedruck. Darüber hinaus konnte die Wall Street nach dem Kurseinbruch vom Vortag keine Entspannungsanzeichen liefern, da der Handel wegen den Trauerfeierlichkeiten um George W. Bush ausgesetzt wurde. Im Dax mussten die Automobilwerte trotz des positiv verlaufenen Treffens ihrer Top-Manager mit US-Präsident Trump Verluste hinnehmen, die sich allerdings im Rahmen hielten. Leichte Kursgewinne verzeichneten hingegen die Aktien von Bayer (+0,4%). Hier hatte Finanzchef Nickl eine höhere Rendite und erweiterte Aktienrückkäufe in Aussicht gestellt. Unter den Branchen des EUROSTOXX 50 ragten lediglich die Versorger (+0,1%) mit einem marginalen Plus heraus. Unter der Führung von Baumaterialien (-2,1%) und Versicherungen (-2,0%) verzeichneten alle anderen Sektoren zum Teil herbe Verluste. Im Leitindex des Euroraums standen die beiden italienischen Titel Intesa SanPaolo (+0,8%) und Enel (+0,7%) an der Spitze des Kurszettels. Der MIB-Index konnte seine Verluste (-0,1%) deutlich begrenzen, da ein steigender Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen Hoffnungen auf eine Kompromissbereitschaft Roms im laufenden Haushaltsstreit mit der EU schürte. Im britischen FTSE-Index standen die Aktien des Pharmakonzerns Shire (+3,1%) im Fokus, nachdem die Aktionäre von Takeda ihre Zustimmung dafür gegeben hatten, den irischen Konkurrenten zu übernehmen. Die asiatischen Aktienbörsen verzeichnen heute Morgen auf breiter Front deutliche Verluste. Konjunktursorgen und die Verhaftung der Finanzchefin von Huawei sorgten für den Stimmungseinbruch.

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06.12.2018 - Autor: Externer Kolumnist | Folgt uns auf Google News - hier klicken!

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Aktie: DAX - Aktienindex
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.
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