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Interview - Derby Cycle: Bei guter Saison weiteres Überraschungspotenzial

Nachricht vom 19.05.2011 (www.4investors.de) - Mathias Seidler, Vorstandsvorsitzender der Derby Cycle AG, nimmt im Gespräch mit der Redaktion von www.4investors.de Stellung zu Übernahmegerüchten – angeblich will der niederländische Konkurrent Accell seinen Anteil am Unternehmen weiter aufstocken. Zudem sieht Seidler für die jüngst erst angehobenen Zahlen weiteres Überraschungspotenzial, wenn die Fahrradsaison gut läuft.


www.4investors.de: Sie haben gerade zum zweiten Mal binnen weniger Wochen die Prognose für 2011 erhöht. Wie konservativ haben sie die neuen Schätzungen angesetzt?

Seidler:
Genau genommen hatten wir im März 2011, einige Wochen nach dem Börsengang, erstmals eine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr von mindestens 200 Millionen Euro veröffentlicht. Auf Grund eines sehr positiven Geschäftsverlaufs haben wir die Guidance im April auf mindestens 220 Millionen Euro angehoben. Mit zunehmender Planungssicherheit haben wir nun im Mai die Prognose auf 220 Millionen bis 240 Millionen Euro konkretisiert. Gleichzeitig haben wir unsere bisher erwartete EBIT-Marge von 7 bis 8 Prozent auf nun 8 bis 9 Prozent erhöht. Die bessere Abschätzbarkeit des Jahres basiert auf dem positiven Nachordergeschäft: Die starke Nachfrage im Nachordergeschäft spricht deutlich für die Attraktivität unserer Produkte bei den Kunden, die offensichtlich sogar die Annahmen der Fachhändler übertroffen hat. Besonders die Elektroräder konnten ihren starken Trend der Vergangenheit fortsetzen und sind maßgeblicher Wachstumstreiber für Derby Cycle. Unsere Entwicklung im weiteren Jahresverlauf ist dabei natürlich auch stark vom Wetter abhängig. Bei einer sehr guten Fahrradsaison besteht unter Umständen noch Überraschungspotenzial nach oben.

www.4investors.de: Führen sie den Kursanstieg der Aktie von Derby Cycle seit dem Börsengang im März dieses Jahres eigentlich eher auf die erhöhten Schätzungen zurück oder auf einen möglichen Aufkäufer, über den spekuliert wird?

Seidler:
Fakt ist, dass die niederländische Accell Group – das ist der größte börsennotierte Fahrradhersteller in Europa – vor einigen Wochen einen Anteil von knapp 6% unserer Aktien erworben hat. Ob der Kursanstieg damit im direkten Zusammenhang steht, wissen wir auch nicht. Was wir während des Börsengangs und auch jetzt darüber hinaus aber erfahren, ist ein großes Interesse bei Investoren für unser Geschäftsmodell und für unsere klare Wachstumsstory. Wir sind operativ sehr gut unterwegs, das Thema E-Bikes ist in aller Munde und wir sind beim Fachhandel in Deutschland und immer mehr auch international hervorragend positioniert. Auch die uns begleitenden Aktienanalysten trauen uns noch einiges zu – zumindest liegen deren Kursziele bei bis zu 25 Euro. Es gibt also einige gute Argumente, die für unsere Aktie sprechen – welche davon jetzt den größeren Anteil an unserer positiven Kursentwicklung haben, lässt sich schwer sagen.

www.4investors.de: Die zuletzt tageweise immer wieder hoch ausfallenden Umsätze sind auffällig. Die FTD spekuliert über weitere Käufe von Seiten ihres Konkurrenten Accell Group, der letzten Meldungen zufolge 5,73 Prozent an Derby Cycle hält. Wie willkommen sind ihnen die Niederländer als Finanzinvestor, strategischer Investor oder sogar Mehrheitsaktionär?

Seidler:
Sie haben Recht, in den letzten Wochen sehen wir immer wieder höhere Umsätze in unserer Aktie. Dies hat sicherlich mehrere Ursachen, wie zum Beispiel auch die positiven Einschätzungen von Aktienanalysten zu unserem Unternehmen. Uns gegenüber und gegenüber der Öffentlichkeit hat Accell ja kommuniziert, dass der Anteil von 5,7% ein reines Finanzinvestment darstellt, das nicht ausgebaut werden soll. Die Frage, wie willkommen Accell als strategischer Investor oder sogar als Mehrheitsaktionär wäre, stellt sich momentan daher für uns überhaupt nicht. Wir sind vollständig auf uns selbst und auf unseren Wachstumskurs fokussiert. Wir sind zu Beginn des Jahres an die Börse gegangen, um unsere Strategie eigenständig und mit hoher Dynamik fortsetzen können. Mit unseren Marken Kalkhoff, Focus, Univega, Raleigh, Rixe sind wir im Fahrradfachhandel gut aufgestellt und sehen ein hohes Wachstumspotenzial durch den Megatrend E-Bikes und unsere fortschreitende Internationalisierung. All das läuft momentan wirklich gut und darauf konzentrieren wir uns weiter.

www.4investors.de: Haben sie, abgesehen von den gesetzlich vorgeschriebenen Meldungen, Anzeichen, dass Accell sein Aktienpaket bei Derby Cycle aufstockt?

Seidler:
Nein, neben den Pflichtmitteilungen liegen uns keine Informationen darüber vor. Accell hat in der Vergangenheit bereits einige Unternehmen gekauft, von reinen Finanzbeteiligungen ist mir nichts bekannt. Man kann daher natürlich schon hinterfragen, inwieweit die jetzt von Accell kommunizierte Vorgehensweise ihrer bisherigen M&A-Strategie entspricht. Aber nochmal: Spekulieren sollen andere. Wir schauen zu allererst auf uns selbst und arbeiten an unserem Wachstum.

www.4investors.de: Sehen Sie Ansatzpunkte für eine Zusammenarbeit mit Accell, zum Beispiel bei erzielbaren Synergien?

Seidler:
Auch hier gilt: Diese Frage stellen wir heute gar nicht. Wir denken in profitablem Wachstum und handeln danach: Ein Beispiel ist der Bereich Innovationen. Durch eigene Entwicklungstätigkeiten konnten wir vor Kurzem eine Weltneuheit präsentieren: den Kalkhoff Impulse Antrieb. Dabei handelt es sich um ein so genanntes Pedelec, das die Vorteile des Mittelmotors mit der Rücktrittbremse kombiniert. Eine Kombination, die im Markt bislang einzigartig ist. Auch bauen wir unsere Vertriebsstrukturen im Rahmen der Internationalisierung konsequent aus. Die Erfolge dieser Strategie lassen sich an unseren Zahlen klar ablesen: Wir wachsen deutlich schneller als unser Wettbewerb. Insgesamt sind wir auf einem guten Weg, unsere Erfolgsstory mit maßgeblichem Einfluss der Mittel aus dem Börsengang fortzuschreiben.

www.4investors.de: Spielt die in den Niederlanden starke Fahrradmarke Gazelle in den Überlegungen bei Derby Cycle eine Rolle? Der Eigentümer Gilde soll verkaufsbereit sein.

Seidler:
Einige Finanzanalysten haben derartige Spekulationen ja bereits angestellt. Wir bitten Sie aber um Verständnis, dass wir uns an derartigen Gedankenspielen ganz grundsätzlich nicht beteiligen wollen. Allgemein kann ich zum Thema möglicher Übernahmen durch Derby Cycle aber sagen, dass wir uns, wie zum Börsengang angekündigt, natürlich auch nach möglichen Akquisitionszielen umsehen. Diese würden wir uns jedoch sehr, sehr genau ansehen. Zum Beispiel ist eine internationale Aufstellung mit entsprechenden Vertriebsstrukturen für uns sehr wichtig.


Mathias Seidler, Vorstandsvorsitzender der Derby Cycle AG, nimmt im Gespräch mit der Redaktion von www.4investors.de Stellung zu Übernahmegerüchten – angeblich will der niederländische Konkurrent Accell seinen Anteil am Unternehmen weiter aufstocken. Zude



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