Aktueller Bericht
PurVia: „Vertrag mit Pit-Stop ist ein Meilenstein“20.12.2007 - Börsenneuling PurVia hat zuletzt mit Pit-Stop sowie aktuell Scheiben-Doktor zwei wichtige Kooperationen abschließen können. Nach einem Übergangsjahr 2007, in dem sich das Unternehmen neu aufgestellt hat, stehen die Zeichen ab 2008 wieder auf Wachstum. PurVia-Chef Andreas Boyken stand der Redaktion von www.4investors.de hierzu Rede und Antwort.
www.4investors.de: Was hat den Ausschlag für Sie gegeben, bereits im Vorfeld des Börsengangs ein Private Placement zu vollziehen, statt eines klassischen IPOs?
Boyken: Unser Produkt wie auch unser Geschäftsmodell sind interessant und wachstumsträchtig aber eben auch erklärungsbedürftig. Gerade in Deutschland wird Autogas oftmals noch als explosive Geschichte angesehen, auch wenn in anderen europäischen Ländern wie Italien oder Polen die Verbraucher seit vielen Jahren hervorragende Erfahrungen mit Autogas machen.
Die vielen Einzelgespräche mit Investoren im Rahmen des Private-Placement haben uns die Möglichkeit gegeben, mit Vorurteilen gegenüber Autogas gezielt aufzuräumen und die vielen damit verbundenen Vorzüge aufzuzeigen: 15 bis 25 Prozent weniger CO2-Ausstoß als bei Benzinverbrennung, geringere Ozon- und Smogbelastung, kein Rußpartikel-Ausstoß, rund 50 Prozent Kostenersparnis gegenüber herkömmlichen Kraftstoffen.
Überdies ist es uns auf der vorbörslichen Roadshow gelungen, viele institutionelle Investoren von unserem Geschäftsmodell zu überzeugen und für die PurVia AG zu begeistern. Mit dem erfolgreich abgeschlossenen Börsengang hat sich die gewählte Vorgehensweise bewährt.
www.4investors.de: Wer hat sich im Zuge des Private Placements bei PurVia engagiert?
Boyken: Wir haben im Rahmen des Private Placement vornehmlich institutionelle Anleger angesprochen, welche – wie wir mit unserem Unternehmenskonzept – auf Langfristigkeit setzen. Wir freuen uns, dass unsere Message angekommen ist und wir viele Institutionen mit langfristigem Anlagehorizont als Aktionäre gewinnen konnten.
www.4investors.de: Im Vergleich zum Jahr 2006, wo ein Umsatz von 4,5 Millionen Euro verzeichnet wurde, wird PurVia in diesem Jahr wohl deutlich weniger umsetzen. Worin liegt dies begründet und ist auch für dieses Jahr mit schwarzen Zahlen zu rechnen?
Boyken: Das Jahr 2007 stellt eine Zäsur in der Entwicklung der Unternehmensgruppe dar. Folglich führen Vergleiche mit Vorperioden zu falschen Ergebnissen. Durch die gewachsene Vertriebsstruktur entwickelten wir uns in der Vergangenheit ungewollt mehr und mehr zu einem Handelsunternehmen für Gas-Antriebs-Komponenten. Am Absatzmarkt selbst waren wir von wenigen Partnern abhängig, die Qualität des Einbaus, welche für den Endverbraucher letztlich entscheidend ist, konnten wir weder kontrollieren noch beeinflussen.
Wir haben uns daher entschieden, nicht nur den geübten Vertriebskanal zu verlassen, sondern insbesondere auch die Qualität der Fahrzeugkonvertierung selbst verantwortlich in die Hand zu nehmen. Der Sprung aus dem bisherigen Vertriebskanal, die grundlegende Änderung in der Unternehmensphilosophie sowie der komplette Umbau der Unternehmensabläufe wurden im Jahr 2007 vollzogen. Das Unternehmen wurde somit in diesem Jahr auf neuen Kurs gebracht. Wir sind fest davon überzeugt, dass die zukünftige Entwicklung der PurVia AG die Richtigkeit dieser unternehmerischen Entscheidung eindrucksvoll belegen wird.
Beim Ergebnis wirken sich der bewusst extrem verringerte Umsatz einerseits und die vielen hohen Einmalkosten andererseits natürlich spürbar aus. Aber hierbei ging es uns um den zukünftigen Unternehmenserfolg, weshalb es für uns nicht entscheidend ist, ob wir das Rumpfgeschäftsjahr 2007 leicht positiv oder negativ abschließen werden.
www.4investors.de: Wie wohl fühlen Sie sich mit der EBIT-Prognose von 3,2 Millionen Euro, die Sie jüngst als Analystenprognose für 2008 nannten?
Boyken: Wir haben für das Geschäftsjahr 2008 einen Umsatz von 10,5 bis 11 Mio. Euro angepeilt und halten eine Erreichung dieser Zielgröße gerade unter Berücksichtigung der positiven Entwicklungen hinsichtlich unserer Vertriebsstruktur für realistisch. Bei einer angestrebten EBIT-Marge von rund 30 Prozent entspricht dies einem EBIT von ca. 3,2 Mio. Euro. Insofern haben die Analysten ihre Prognose nachvollziehbar abgeleitet.
www.4investors.de: Der Vertrag mit Pit-Stop ist in ihrer neuen Vertriebsstruktur sicher ein großer Schritt vorwärts. Aber wird sie die vereinbarte Exklusivität nicht bei der weiteren Expansion behindern? Immerhin können Sie laut ihrem Wertpapierprospekt nun keine zusätzlichen Autoteile-Filialisten als Pit-Stop mit mehr als 250 Verkaufsstellen in Deutschland zusätzlich als Vertriebspartner gewinnen.
Boyken: Der Vertrag mit Pit-Stop ist ein Meilenstein für PurVia, da uns durch diese Kooperation ein signifikanter Ausbau unseres Vertriebsnetzes gelungen ist. Mit unserem Partner Pit-Stop können wir eine bundesweite Abdeckung gewährleisten und dies nicht nur im Vertrieb sondern insbesondere im Service für den Endkunden. Ob in Kiel oder in Garmisch-Patenkirchen: Sollte es zu Problemen mit der Gas-Anlage kommen, sind wir zusammen mit Pit-Stop bundesweit direkt beim Kunden vor Ort.
Auch bezüglich unserer Vertriebsaktivitäten sind mit der Pit-Stop-Kooperation ausschließlich Vorteile verbunden. Pit-Stop wird in über 400 Filialen bundesweit Autogasumrüstungen für uns vertreiben. Zudem gibt es durch den Pit-Stop-Vertrag keinerlei Limitation für unsere weitere Expansion. Die Zusammenarbeit mit weiteren regionalen Anbietern steht uns ebenso offen, wie die Kooperation mit europaweiten Marktteilenehmern. Auf Deutschland bezogen – und hierüber reden wir – wird alleine ein einziger Wettbewerber ausgeklammert. Da dieser ohnehin sein eigenes Konzept verfolgt, sehen wir uns in unserer Entscheidung für Pit-Stop als bundesweiten Anbieter bestätigt.
www.4investors.de: Wie abhängig werden Sie zunächst von der neuen Kooperation mit Pit-Stop sein?
Boyken: Die Kooperation mit Pit-Stop stellt für uns selbstverständlich eine übergeordnet wichtige Komponente dar. Gleichwohl möchten wir uns von dieser Absatzschiene alleine nicht abhängig machen und verfolgen daher auch unsere anderen Markt-Segment-Strategien mit Nachdruck: hierzu gehören Markenimporteure und freie, umrüstungsspezialisierte Fachwerkstätten ebenso wie die weiterhin geförderten Kunden unseres Portals Gasshop24.de. Überdies werden wir auch durch die Zusammenarbeit mit weiteren markenstarken Filialisten wie beispielsweise Scheiben-Doktor zusätzliches Wachstum generieren. Trotzdem möchten wir unterstreichen, dass Pit-Stop für den deutschen Markt als wichtiger strategischer Partner gilt.
www.4investors.de: Das starke Wachstum im Bereich alternative Antriebstechnologie könnte den Wettbewerb in der Branche anheizen. Sehen Sie solche Risiken und wie sichern Sie sich gegen mögliche Konkurrenz ab?
Boyken: So einfach es sich anhört, so aufwändig und anspruchsvoll ist die Umrüstung eines Fahrzeuges auf Flüssiggas- oder Erdgasantrieb. Die einzelnen Komponenten müssen aufeinander abgestimmt sein und bedürfen der jeweiligen Zulassung. Auch für das System in seiner Gesamtheit wird eine gesonderte Zulassung benötigt. Die Markteintrittsbarrieren sind relativ hoch; sie zu überwinden bedarf einer erheblichen zeitlichen Vorleistung von mindestens zwei Jahren für eine voll umfängliche Markzulassung.
www.4investors.de: Für das kommende Jahr planen Sie im Rahmen einer Kooperation den Aufbau einer eigenen Tankstellenkette für Autogas. Wie konkret sind hier ihre Planungen und wann kann aus diesem Sektor mit Neuigkeiten gerechnet werden?
Boyken: Zunächst einmal liegt unser Augenmerk ganz klar auf dem Ausbau und der Optimierung unseres zentralen Umrüstungscenters im thüringischen Sonneberg sowie auf der weiteren konsequenten Umsetzung unserer Vertriebsstrategie. In beiden Bereichen haben wir in den vergangenen Wochen und Monaten sehr große Fortschritte gemacht. Hierdurch sind optimale Voraussetzungen geschaffen worden, bereits in Kürze eine signifikant höhere Anzahl an Konvertierungen vornehmen zu können. Wir sind daher sehr zuversichtlich, die avisierten 6000 Umrüstungen in 2008 zu erreichen und damit unsere Umsatz- und Ergebnisziele zu erfüllen.
Der Aufbau einer eigenen Tankstellenkette ist für uns eine von verschiedenen Optionen das Geschäft und den Service auszubauen bzw. abzurunden. Wobei sie bitte unter einer eigenen Tankstellenkette nicht unbedingt verstehen sollten, dass unser Ziel das Eigentum an hunderten von Standorten ist. So ein Vorhaben lässt sich auch anders realisieren. Wir prüfen hierzu derzeit alle Optionen sehr genau. Allerdings rechnen wir mit ersten bewertbaren Inhalten nicht vor April 2008. ( mic )
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