Berichtssaison verläuft bisher deutlich besser als erwartet - Commerzbank-Kolumne

Nachricht vom 15.02.2017 (www.4investors.de) - Die US-Berichtssaison zum Schlussquartal 2016 hatte bereits mit dem Ergebnis der Banken einen sehr starken Auftakt. In den nachfolgenden Wochen überzeugten dann auch alle drei IT-Segmente Software, Hardware und Halbleiter, lediglich der Bereich Internet-Services enttäuschte partiell. Im weiteren Verlauf der Berichtsperiode konnte das hohe Niveau der ersten Wochen zwar nicht gehalten werden, vor allem bedingt durch schwächere Ergebnisse bei Versorgern, Telekommunikation und Basiskonsum, doch kann man zu dem Zeitpunkt, wo hauptsächlich nur noch Berichte aus dem Retail-Segment anstehen, bereits jetzt ein positives Fazit ziehen. Nachdem bisher 75% der Konzerne des S&P 500, die gleichzeitig 85% der Marktkapitalisierung abdecken, ihre Vorlagen präsentiert haben, wurden die Erwartungen um ca. 4% übertroffen. Während dies noch ein eher durchschnittliches Ergebnis ist, liegen die kumulierten Gewinne hingegen 7% über dem Ergebnis des Vorjahresquartals, was noch einmal deutlich über dem bereits guten Resultat des Vorquartals liegt. Währungsbedingt und wegen der negativen Entwicklung bei Basiskonsum und Energie liegen die Umsätze zwar auf den ersten Blick unter dem Vorjahresniveau. Bereinigt man die Zahlen allerdings um Währungseffekte und die besonderen Entwicklungen bei Energie und Finanzen, so wird klar, dass die Nachfrage endlich ansteigt. Die Ausblicke der Unternehmen bleiben eher verhalten, was allerdings für einen so frühen Zeitpunkt im Jahr eher normal ist. Auch die europäische Berichtssaison hatte einen Start nach Maß. In der ersten Februarwoche hatten bereits rund 30% der Konzerne ihre Bücher vorgelegt und dabei die Vorjahreszahlen um rund 8% übertroffen, was deutlich über den Markterwartungen lag. Besonders positiv präsentierten sich dabei die Produzenten von Investitionsgütern sowie Finanzunternehmen, während Energiekonzerne eher hinter den Erwartungen zurückblieben.

Zinsen und Anleihen


Großbritannien: Arbeitslosenzahl (Januar), 10:30 Uhr
USA: Verbraucherpreise (Januar), 14:30 Uhr
USA: Einzelhandelsumsätze (Januar), 14:30 Uhr
USA: Empire State Index (Februar), 14:30 Uhr
USA: Industrieproduktion (Januar), 15:15 Uhr

Größere Bewegung in die Rentenmärkte kam gestern erst nach Fed-Chefin Yellens Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats. Die Anleiherenditen zogen daraufhin deutlich an. Die US-Notenbankvorsitzende signalisierte weitere Leitzinsanhebungen, sofern die Wirtschaft wie erwartet auf Kurs bliebe. „Es sei unklug, zu lange mit Zinserhöhungen zu warten“. Sie machte aber keine Angaben zum Zeitpunkt einer möglichen Zinsanhebung. Aktuell rechnet der Markt damit erst im Juni; die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im März beträgt nur 34%. Des Weiteren äußerte sie sich nicht zur Finanzpolitik der neuen US-Regierung. Es brauche noch Zeit, um sich ein konkretes Bild von den wirtschaftspolitischen Zielen Trumps zu machen. Generell bedeute eine neue Fiskalpolitik, dass sich der wirtschaftliche Ausblick ändern könne. Trump hatte vor kurzem angekündigt, dass demnächst mit „phänomenalen“ Änderungen in der Steuerpolitik zu rechnen sei. Heute werden die US-Verbraucherpreie für Januar bekanntgegeben. Dass sich allmählich Preisdruck aufbaut, zeigten die gestrigen Produzentenpreise für Januar, die im Monatsvergleich um 0,6% doppelt so hoch wie erwartet anstiegen. Die zweite Schätzung für das BIP-Wachstum im Euroraum im vierten Quartal 2016 lag mit 0,4% leicht unter der Erstschätzung (0,5%). Das BIP wuchs im Gesamtjahr um 1,7%. Die deutschen Daten liegen genau im Durchschnitt der Euroländer. Wachstumstreiber waren der private und öffentliche Konsum, wohingegen der Außenbeitrag gebremst haben dürfte.

Aktien


Air Liquide, Jahreszahlen
Cisco Systems, Ergebnis Q2
Danone, Jahreszahlen
Deutsche Börse, Jahreszahlen
Hennes & Mauritz, Umsatz 01/17
Norma Group, Jahreszahlen

Nach dem starken Wochenstart traten die europäischen Aktienmärkte am Dienstag größtenteils auf der Stelle. Während die meisten Branchen gehalten bis leicht schwächer tendierten, stützte vor allem die starke Entwicklung bei Automobilen und Banken (jeweils +1,1%). Automobile profitierten von der Konsolidierungsfantasie, die aufgekommen war, nachdem die französische Peugeot-Gruppe (PSA) Interesse an Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall bekundet hatte. So lagen letztendlich die Aktien der Commerzbank (+2,0%), der Deutschen Bank (+1,6%) und VW Vz. (+1,1%) an der Spitze des deutschen Leitindex Dax 30. Dagegen mussten die Aktien von HeidelbergCement (-3,9%) den enttäuschenden vorläufigen Jahreszahlen Tribut zollen und lagen am Ende der Kursliste. Für etwas Gegenwind sorgte die Fed-Vorsitzende Janet Yellen mit ihrer Rede vor dem Bankenausschuss des US-Senats, in der sie weitere Leitzinsanhebungen signalisierte. Dies sorgte für eine etwas schwächere Eröffnung der Wall Street. US-Banken (+1,2%) mit JP Morgan Chase (+1,6%) und Goldman Sachs (+1,3%) an der Spitze profitierten von diesem Umfeld. Schwächer tendierten lediglich die defensiven Branchen Versorger (-0,7%) und Immobilien (-0,5%). Wegen der Verhandlungen über den Verkauf von Opel standen die Aktien von General Motors (+4,8%) im Fokus. Zu den Favoriten zählten auch die Titel von Apple (+1,3%), die ihren guten Lauf mit dem Erreichen eines neuen Rekordhochs fortsetzten. An den asiatischen Börsen setzte sich die gute Stimmung weiter fort. Vor allem Finanzaktien waren hier gefragt. Auch die europäischen Börsen dürften fester starten.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: Commerzbank
WKN: CBK100
ISIN: DE000CBK1001
Aktienindex: DAX
Homepage: http://www.commerzbank.de/
Branche: Finanzdienstleister - Großbank

Die Commerzbank gehört zu den größten Bankengruppen Deutschlands. Ein einschneidendes Ereignis in der Commerzbank-Historie ist die Übernahme der Dresdner Bank, die das Unternehmen von der Allianz gekauft hat. 2009 wurden die Gesellschaften verschmolzen. Der Zukauf hat die Commerzbank stark belastet und als eine Folge der US-Finanzmarktkrise musste die Gesellschaft mit milliardenschwerer Unterstützung des Bundes durch eine Teilverstaatlichung gerettet werden. Nach der Finanzmarktkrise hat die Commerzbank einen groß angelegten Konzernumbau eingeleitet, man will sich wieder vor allem auf die Geschäfte im Bereich der Privatkunden und Firmenkunden konzentrieren. Zum Commerzbank-Konzern gehört unter anderem auch die Comdirect Bank. An der SDAX-notierten Direktbank ist der Konzern mit mehr als 81 Prozent der Anteile beteiligt.

Die Commerzbank-Aktie gehört nach Marktkapitalisierung zu den wichtigsten Aktien am Frankfurter Aktienmarkt und ist unter anderem im DAX 30 notiert. Im DAX 30 ist sie neben der Aktie der Deutsche Bank der einzige Vertreter der Bankbranche.
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