SLM Solutions: „Unser Blick ist jetzt auf 2017 gerichtet“ - Exklusiv-Interview

m Exklusivinterview mit der Redaktion von www.4investors.de erläutert Uwe Bögershausen, Finanzvorstand von SLM Solutions, die aktuelle Situation nach der GE-Absage. Bild und Copyright: SLM Solutions.

m Exklusivinterview mit der Redaktion von www.4investors.de erläutert Uwe Bögershausen, Finanzvorstand von SLM Solutions, die aktuelle Situation nach der GE-Absage. Bild und Copyright: SLM Solutions.

Nachricht vom 07.12.2016 (www.4investors.de) - Ende Oktober hat GE die Übernahme von SLM Solutions abgesagt. Seitdem ist der Markt unsicher, in welche Richtung SLM Solutions künftig gehen wird. Das kann man auch an den Ratings der Analysten sehen. Die Deutsche Bank spricht eine Kaufempfehlung aus, das Kursziel liegt bei 40 Euro, die Commerzbank sagt „reduzieren“ bei einem Kursziel von 23,50 Euro. Erschwerend kommt hinzu, dass SLM in der Vorwoche eine Gewinnwarnung ausgesprochen hat.

Im Exklusivinterview mit der Redaktion von www.4investors.de erläutert Uwe Bögershausen, Finanzvorstand von SLM Solutions, die aktuelle Situation nach der GE-Absage. Er geht auf die Gewinnwarnung ein, spricht über die Pläne eines Großaktionärs und blickt auf eine wichtige Messe zurück.


www.4investors.de: In welche Richtung wird sich SLM nach der gescheiterten Übernahme durch GE künftig bewegen? Müssen Sie eine andere Strategie einschlagen?

Bögershausen:
Wir haben in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass für das Unternehmen SLM Solutions in seiner jetzigen eigenständigen Aufstellung und mit der von uns verfolgten Strategie sehr positive Zukunftsaussichten bestehen. Wir werden von dieser Strategie der Entwicklung zu einem ganzheitlichen Lösungsanbieter für die additive Fertigung nicht abweichen. Mit der Gründung der Joint Ventures im Bereich Softwareentwicklung und Metallpulverherstellung haben wir dabei in diesem Jahr zwei wichtige Meilensteine erreicht.

www.4investors.de: Mitte November war die für sie wichtige Branchenmesse formnext. Wie lief die Messe?

Bögershausen:
So viel Zulauf wie in diesem Jahr hatten wir nach meinem Gefühl noch nie an unserem Stand. Es bestand starkes Interesse an unseren Produkten. Das Feedback zu den neuen Versionen unserer Produkte SLM 280 und SLM 500 war sehr gut. Wir haben die vielen Gespräche auf der Messe genutzt, um bestehende Industriekontakte zu pflegen und neue zu knüpfen.

www.4investors.de: Sie hätten ein Zusammengehen mit GE bevorzugt. Wird das Leben für SLM nun schwieriger?

Bögershausen:
Unsere Branche steht seit September unter dem Eindruck der M+A-Aktivitäten. Wir beobachten auch im vierten Quartal eine abwartende Haltung bei einigen Kunden, obwohl die formnext für uns sehr erfolgreich verlaufen ist. Die vergangene Woche kommunizierte Prognoseanpassung verdeutlicht, wie sich dies in diesem Geschäftsjahr in unseren Zahlen bemerkbar machen wird. Unser Blick ist jetzt auf 2017 gerichtet.

www.4investors.de: Hat ihnen die gescheiterte Übernahme möglicherweise auch in irgendeiner Form geholfen?

Bögershausen:
Es gibt durchaus auch positive Aspekte, die wir aus der Situation mitnehmen. Wir denken, dass die mediale Präsenz der Transaktion einer breiten Öffentlichkeit verdeutlicht hat, welchen Reifegrad die additive Fertigung mittlerweile erreicht hat. Dies kann sich sehr positiv auf unsere Branche auswirken. Auch wird bereits deutlich, dass Wanderungsbewegungen auf Kundenseite stattfinden, von denen wir profitieren können.

www.4investors.de: Am Markt gibt es viele Spekulationen, dass schon andere Interessenten bei ihnen angeklopft haben. Gibt es derzeit irgendwelche Angebote oder Übernahmegespräche bei SLM?

Bögershausen:
Wir beteiligen uns an diesen Spekulationen nicht. Wir wollen uns jetzt auf das Wachstum aus eigener Kraft konzentrieren. Der Übernahmeversuch war ein deutliches Signal, dass unser Unternehmen technologisch sehr gut aufgestellt ist und über eine Menge Potenzial verfügt.

www.4investors.de: Hat SLM derzeit irgendein Interesse an einem erneuten Übernahmeversuch?

Bögershausen:
Im Zuge des Übernahmeversuchs hatten wir erläutert, dass der Zugriff auf die Ressourcen eines globalen Konzerns unser Wachstum natürlich enorm beschleunigen könnte. Dass wir nun nicht Teil eines Konzerns werden, ändert nichts an unserer Strategie. Wir setzen den eingeschlagenen Weg unverändert fort und sind aufgrund unserer Stärken überzeugt, als eigenständiges Unternehmen weiterhin einer der wichtigsten Akteure in unserer Branche zu bleiben.

www.4investors.de: Bleibt GE weiter Kunde ihrer Gesellschaft?

Bögershausen:
GE ist unser Kunde, weil wir eine überzeugende Technologie anbieten. Wir wollen unsere Maschinen kontinuierlich weiterentwickeln und ein führender Anbieter bleiben. Wir sind zuversichtlich, dass dies auch zukünftig ein überzeugendes Argument in den bestehenden und in neuen Kundenbeziehungen sein wird.

www.4investors.de: Gibt es aktuell Gespräche zwischen SLM und dem für das Scheitern der Fusion mitverantwortlichen Großaktionär Paul Singer? Was will Singer?

Bögershausen:
Wir pflegen mit allen unseren Investoren einen regelmäßigen und offenen Dialog. Details aus diesen Gesprächen tragen wir jedoch nicht an die Öffentlichkeit. Dass unser Unternehmen sehr positive Zukunftsaussichten hat, ist für alle SLM-Aktionäre gleichermaßen eine interessante Ausgangslage.

www.4investors.de: Paul Singer hat ankündigen lassen, dass er Änderungen bei SLM vornehmen lassen will. Stichpunkte sind die Dividende und das Eigenkapital. Wird manches zu heiß gekocht?

Bögershausen:
Diese Ankündigungen wurden im Rahmen von Pflichtmitteilungen getroffen und entsprechen dem Marktüblichen. Wir nehmen solche Mitteilungen zunächst einmal zur Kenntnis und sorgen für eine schnelle Verbreitung der Informationen am Kapitalmarkt. Wir können aber nicht im Namen unserer Aktionäre über deren Investmentziele sprechen und beteiligen uns auch hier nicht an Spekulationen.

www.4investors.de: Können sie nach der abgesagten Übernahme wieder leichter operativ agieren?

Bögershausen:
Die Kunden werden begrüßen, dass sich die Branche bald neu sortiert hat. Wir erwarten, dass sich aus dieser neuen Situation auch Chancen für unser Unternehmen ergeben. Wir sind damit einer der wenigen unabhängigen Anbieter im Markt für metallbasierten 3D-Druck – das wird sich über kurz oder lang auszahlen!


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