Aktienmarkt: Berichtssaison nahezu komplett beendet, Japan überrascht - Weberbank-Kolumne

Bild und Copyright: Michael Candelori / shutterstock.com

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Nachricht vom 17.08.2018 17.08.2018 (www.4investors.de) - Das ist schon etwas ärgerlich. Der Urlaub für die meisten Deutschen ist vorbei, und gerade jetzt könnte man in der Türkei richtig günstig Urlaub machen. Welchen faden Beigeschmack der günstige Urlaub für uns Deutsche hat, was die massive Währungsabwertung der türkischen Lira bedeutet und wie der Renten- und Aktienmarkt darauf reagiert haben, lesen Sie in dieser Ausgabe von Finanzmarkt aktuell.

Volkswirtschaft: Zölle als Trump(f)- Karte im politischen Zwist


Und da war er wieder – der Moment, in dem Donald Trump alle überrascht. Nach den sich zuletzt hochschaukelnden politischen Anfeindungen zwischen den USA und der Türkei und damit verbundenen wechselseitigen Sanktionen, zog Donald Trump am 10. August die nächste Karte: Er verdoppelte die bereits bestehenden Zölle auf Importe von Stahl und Aluminium aus der Türkei. Eigentlich sollte diese Entscheidung wirtschaftlich keinen massiven Einfluss auf die Türkei haben, weil der Anteil der Stahl- und Aluminiumexporte in die USA relativ zu den Gesamtexporten gering ist, wäre da nicht das Problem der Türkei, trotz stetigen Wirtschaftswachstums fundamental vor einigen Herausforderungen zu stehen. Das Land importiert regelmäßig mehr als es exportiert und muss dies durch ausländische Kreditgeber und Investoren finanzieren. Das geht in der Regel so lange gut, bis das Vertrauen in die heimische Wirtschaft und Währung sinkt. Seit dem Putschversuch vor zwei Jahren ist die Türkei von politscher Unsicherheit geprägt. Zuletzt wurde durch die Errichtung der Präsidialherrschaft zusätzlich noch die Unabhängigkeit einzelner wichtigen Institutionen in Frage gestellt. Und genau jetzt ist die türkische Notenbank wegen fehlender Souveränität ins Kreuzfeuer geraten. Marktteilnehmer vermissten, dass man dem Verfall der Währung z.B. durch geeignete Zinserhöhungen effektiv entgegensteuert und sich somit unabhängig und kontrovers zur Meinung Erdogans positioniert. Eine Konsequenz aus den US-Zöllen ist der Boykott von US-Elektronikprodukten. Ob das hilft oder eher noch mehr Öl ins Feuer gießt, ist fraglich. Faktum ist, seit Jahresanfang hat die türkische Lira nun fast 40 Prozent an Wert gegenüber dem US-Dollar verloren. Die hohe Verschuldung in Auslandswährung wird daher für türkische Unternehmen zu einem Problem, denn durch die Abwertung der Lira steigen die Rückzahlungsverpflichtungen. Bei der ganzen Aufregung um die Türkei ging fast unter, dass das deutsche Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal anzog und uns ein positives Signal für die inländische Entwicklung gab. Unserer Ansicht nach sollte das Wirtschaftswachstum sowohl in Deutschland als auch in Europa weiterhin moderat zulegen. Allerdings sind die Auswirkungen des Verfalls der türkischen Lira auch aufgrund der zahlreichen Verflechtungen der internationalen Handelspartner untereinander schwer analysierbar, so dass derzeit mit einer gewissen Unsicherheit am Kapitalmarkt gerechnet werden muss.

Rentenmarkt: Renditen der entwickelten Länder geben nach


Diese Unsicherheit an den Kapitalmärkten spiegelte sich auch in den Renditen der 10-jährigen deutschen und amerikanischen Staatsanleihen wider, die zuletzt nachgaben. Dies ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die aktuelle Situation in der Türkei eben doch ein Szenario ist, auf das die Marktteilnehmer reagieren. Zur Verdeutlichung: Der Risikoaufschlag der fünfjährigen türkischen Staatsanleihen gegenüber den deutschen weist derzeit ein Niveau wie auf dem Hoch der Finanzkrise von 2009 auf. Auch andere Regionen der Schwellenländer wie Südafrika oder Lateinamerika konnten sich dem Anstieg der Risikoprämien zuletzt nicht entziehen. Für die Schwellenländer ein erneuter Rückschlag, denn der anhaltenden Protektionismus der Amerikaner belastet bereits. Unter der Annahme, dass sich die politische Lage nicht weiter verschlechtert, gehen wir dennoch mittelfristig davon aus, dass die Renditen der deutschen Bundesanleihen wieder moderat ansteigen.

Die Berichtssaison in den USA, Europa und Japan befindet sich aktuell in den letzten Zügen. Die Ergebnisse waren gemischt. In den USA haben die Unternehmen unsere Erwartungen erfüllt und meist sogar nochmal übertroffen. Daher würden wir den amerikanischen Unternehmen aufgrund der brillanten Ergebnisse mit ca. 25 Prozent Gewinnwachstum gegenüber dem Vorjahr die Schulnote „eins“ geben. Und auch in die Zukunft blickend sehen wir die USA derzeit als den stabilsten und attraktivsten Markt an. Charttechnisch gibt auch der S&P 500 ein wesentlich besseres Bild als der deutsche Aktienindex DAX ab, bei dem es sich ein bisschen eingetrübt hat. Ein Grund dafür ist auch, dass die deutschen Unternehmen insgesamt nicht so deutlich überraschen konnten wie die Konkurrenz aus den USA. Zusätzlich lastet derzeit die angespannte Situation der Türkei auf Europa, was zuletzt die Kurse unter Druck setzte. Besonderes Augenmerk ist dabei auf vereinzelte Banken aus Frankreich oder Spanien gerichtet, die durch ihr direktes Engagement in der Türkei auffallen. Abseits der in den Nachrichten dominierenden Meldungen über europäische und amerikanische Unternehmen konnten vor allem die japanischen Unternehmen besonders gute Ergebnisse berichten und alle Erwartungen übertreffen. Die japanische Wirtschaft ist nach einem kurzen Rückschlag im ersten Quartal wieder auf Wachstumskurs, und die Unternehmen verdienen weiterhin Geld. Wir glauben, dass gerade der japanische Aktienmarkt noch einiges an Überraschungspotential für die zweite Jahreshälfte zu bieten hat, sollte sich das globale Umfeld nicht weiter eintrüben.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Weberbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!


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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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