Platin auf 10-Jahrestief – Palladium knapp unter historischem Höchstpreis - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: corlaffra / shutterstock.com.

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Nachricht vom 05.07.2018 05.07.2018 (www.4investors.de) - Platin und das Schwestermetall Palladium weisen divergierende Preisentwicklungen auf. Platin erreichte diese Woche unter heftigen Ausschlägen den niedrigsten Preis seit 2008, während Palladium stabil notierte. Die drohenden US-Zölle auf EU-Autos würden die Palladiumnachfrage stärker belasten als die nach Platin - dieses Argument ist also wenig erklärend. Für die Palladium-Preisstabilität ist vielmehr die kritische Versorgungslage entscheidend. Die Platinpreisschwäche ist dagegen ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Das wegen der Dieselnachfrage negative Sentiment sorgt für Verkäufe von ETF-Beständen und am Terminmarkt, der schwache Rand für sinkende Kosten der Produktion in Südafrika. Die Marktenge trägt zur Volatilität bei.

Anleihen


Deutschland: Aufträge Industrie (Mai), 08:00 Uhr
USA: ADP-Beschäftigung (Juni), 14:15 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: ISM nicht verarb. Gewerbe (Juni), 16:00 Uhr
USA: Fed-Protokoll der Juni-Sitzung, 20:00 Uhr

Der Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen verbesserte sich im Euroraum im Juni kräftig um 1,4 Punkte auf 55,2 Punkte. Das war der erste Anstieg nach vier deutlichen Rückgängen in Folge. Auch gegenüber der Erstschätzung verbesserten sich die Umfragewerte von 55,0 auf 55,2 Punkte. Der Gesamtindex erhöhte sich im Juni von 54,1 auf 54,9 Punkte. Fraglich ist, ob sich die Erholung so fortsetzt, denn die Handelskonflikte drohen zu eskalieren. So rief gestern Bundeskanzlerin Merkel zu einem Kompromiss beim Handelsstreit mit der EU auf. Sie betonte, dass sich alle Mühe lohne, zu versuchen, diesen Konflikt zu entschärfen. Das gute Funktionieren der Weltwirtschaft hänge von einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit ab. Sie kritisierte außerdem die einseitige Betrachtungsweise von US-Präsident Trump bezüglich der Handelsbilanz. Würde man, so Merkel, auch Dienstleistungen inklusive digitaler Dienstleistungen mit einbeziehen, hätte die USA einen Handelsbilanzüberschuss ggü. Europa. Die USA wird am Freitag Zölle auf Waren im Wert von 34 Mrd. USD erheben. China wird mit Zöllen in gleichem Umfang beginnen, will aber erst reagieren, wenn die USA den ersten Schritt macht. Einige EZB-Ratsmitglieder zeigten sich gestern beunruhigt, weil die Märkte eine erste Anhebung des Einlagenzinssatzes um 10 Bp. erst bis Dezember 2019 einpreisen. Mersch, Nowotny und Weidmann, drei der falkenhaftesten EZB-Mitglieder, dürften betonen, dass eine raschere Normalisierung der Geldpolitik erforderlich ist. Deshalb dürften die Bundesanleihen heute Gegenwind bekommen. Der Euro sprang nach Handelseröffnung über die Marke von 1,17 US-Dollar.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Nach der leichten Entspannung vom Vortag zogen die negativen Vorgaben der Überseebörsen die europäischen Aktienmärkte bereits zum Handelsauftakt mit nach unten. Insbesondere der deutsche Leitindex schloss trotz einer zwischenzeitlichen Erholung letztendlich im negativen Terrain. Stark belasteten dabei die Kursverluste von FMC (-4,1% nach einer gestrichenen Kaufempfehlung) und Infineon (-1,9% im Zuge des Kursrutschs des US-Halbleiterproduzenten Micron vom Vortag). Dagegen setzten die beiden Versorger E.ON (+2,3%) und RWE (+1,8%) ihren Aufwärtstrend fort. Unter der Führung des spanischen IBEX 35 (+1,0%) konnten sich die anderen Indizes im Euroraum insgesamt besser präsentieren. Der EUROSTOXX 50 entwickelte sich somit vergleichsweise stabil und konnte letztendlich sogar leicht zulegen. Vor dem Inkrafttreten der nächsten Eskalationsstufe von US-Strafzöllen gegen chinesische Waren am Freitag blieb allerdings die Stimmung auf dem Parkett deutlich angespannt. Dies zeigte sich auch an der klaren Outperformance von defensiven gegenüber zyklischen Branchen. Vor allem die bislang so schwache Telekommunikationsbranche (+1,8%) setzte in diesem Umfeld ihre Erholung weiter fort. Stärker unter Druck gerieten hingegen die Informationstechnologie (-1,4%) sowie Chemie (-1,1%) und Grundstoffe (-1,0%). Im Auswahlindex des Euroraums führten neben E.ON die Aktien von Telefonica (+2,5%) und von Orange (+2,2%) die Kursliste an. Der Nachmittagshandel gestaltete sich zunehmend zäher, da die gewohnten Impulse von der Wall Street ausblieben, die feiertagsbedingt geschlossen hatte. An den asiatischen Börsen nahm die Nervosität vor dem Freitagstermin ebenfalls weiter zu und führte in der Breite zu spürbaren Kursverlusten. Die europäischen Märkte werden heute Morgen in der Eröffnung kaum verändert erwartet.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX - Aktienindex
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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