Der Uber-Unfall und die Folgen, Teil II - Commerzbank Kolumne

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Nachricht vom 11.04.2018 11.04.2018 (www.4investors.de) - Es mag sein, dass die gesellschaftliche Akzeptanz für das autonome Fahren hierzulande auf Jahre niedrig bleibt, die Musik spielt jedoch ohnehin woanders. In China und Japan ist diese Technologie vom Staat gewollt und gefördert wie nirgendwo sonst. Der Unfall mag die Entwicklung auch in den USA etwas verzögern, aber sie wird kaum dauerhaft aufzuhalten sein - allen Unkenrufen zum Trotz.

Als große Herausforderung sehen wir neben extremen Wetterbedingungen, komplexen Verkehrssituationen wie Baustellen und Stadtverkehr auch die Phase, in der selbstfahrende und von Menschen gesteuerte Fahrzeuge verstärkt gleichzeitig die Verkehrsinfrastruktur nutzen. Hinzu kommen Themen wie Datensicherheit und Systemstabilität. Problematisch bleibt auch die fehlende Rahmensetzung seitens der Gesetzgeber in der EU. Einheitliche Regeln sind bspw. notwendig, um auch Landesgrenzen problemlos überqueren zu können. Das Silicon Valley muss zudem lernen, dass Beta-Versionen (sprich: unausgereifte Vorabversionen) wie im Softwarebereich für Roboterautos keine Option sind.

Der Siegeszug der künstlichen Intelligenz im Straßenverkehr ist dennoch nicht aufzuhalten. Flugzeuge fliegen übrigens die meiste Zeit per Autopilot und gehören auch deswegen mittlerweile zu den sichersten Verkehrsmitteln überhaupt. Die Assistenzsysteme von heute werden zum Autopiloten von morgen und somit auch den Bedürfnissen einer alternden Bevölkerung entgegenkommen. Denkbar ist, dass diese Vehikel zunächst nur auf Autobahn sowie Bundesstraßen voll autonom fahren dürfen und in Ballungszentren Sonderspuren für autonome Fahrzeuge eingerichtet werden müssen. Eine Überregulierung als Quintessenz auf den Unfall würde das Autofahren jedoch dauerhaft unsicherer machen, nicht sicherer.

Teil 1: hier klicken.

Anleihen


Japan: Aufträge Maschinenbau (März.), 00:50 Uhr
China: Verbraucherpreise (Mrz.), 3:30 Uhr
Großbritannien: Industrieproduktion (Feb.), 10:30 Uhr
USA: Verbraucherpreise (Mrz.), 14:30 Uhr
USA: Protokoll der März FOMC-Sitzung, 20:00 Uhr

Am deutschen Rentenmarkt kam es gestern zu leichten Kursverlusten. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen erhöhte sich leicht von 0,50% auf 0,51%.
Die Äußerungen des österreichischen Notenbankchefs und EZB-Ratsmitglieds Ewald Nowotny brachten keine neuen Erkenntnisse zur zukünftigen Geldpolitik der EZB. Unter anderem sprach er sich für eine stufenweise Normalisierung der Politik des billigen Geldes aus und warnte vor einem zu späten Beginn des Wendepunktes. Sonst käme es zu Vermögenspreisblasen. Ohne einen Zeitpunkt zu nennen, sprach er von der Möglichkeit, den EZB-Einlagenzins in einem ersten Schritt von -0,40% auf -0,20% anzuheben. Das Anleihekaufprogramm werde wohl bis Ende 2018 zurückgefahren, dies erwarte jedenfalls aktuell der Markt. Die EZB fühlte sich anschließend bemüßigt, zu erwähnen, dass dies Nowotnys eigene Meinung sei. Diese weithin unkonkreten Aussagen konnten zumindest den Euro gegenüber dem US-Dollar etwas stärken. Inzwischen kostet ein Euro 1,236 US-Dollar. Heute Nachmittag werden die US-Inflationsdaten für März veröffentlicht. Einen ersten Vorgeschmack auf anhaltend hohe Preissteigerungsraten lieferten gestern die Produzentenpreise. Diese stiegen im März um 0,3% im Monatsvergleich und damit kräftiger als von Analysten mit 0,1% erwartet. Auf Jahressicht ergab sich ein Anstieg um 3,0% und in der Kernrate (ohne die volatilen Preise für Nahrungsmittel und Energie) von 2,7%. Das ist die höchste Rate seit November 2011. Hierzu dürften auch der schwächere US-Dollar sowie die niedrige Arbeitslosenquote (Stichwort „Lohndruck“) beigetragen haben.

Aktien


Carrefour, Umsatz Q1
Lufthansa, Verkehrszahlen März

Die soliden Vorgaben aus den USA und Asien gaben den Aktienmärkten in Europa gestern Rückenwind. Die Leitindizes legten um bis zu 1,1% zu. Der in US-Dollar denominierte russische Leitindex RTS, der infolge neuer US-Sanktionen am Montag mehr als 12% seines Wertes eingebüßte hatte, fiel zwischenzeitlich noch einmal um mehr als 3%, erholte sich aber spürbar von seinem Tagestief. Der Rubel hingegen verlor ggü. dem Euro weitere 4%. Für Kursunterstützung in Europa sorgten Aussagen des chinesischen Präsidenten Xi Jinping, der eine Senkung von Importzöllen in Aussicht stellte und zudem das geistige Eigentum ausländischer Firmen schützen will. In diesem Umfeld legte der Dax um 1,1% zu. Die Aktie von Volkswagen stieg um 4,5%; sie profitierte v.a. von Meldungen, wonach der Autokonzern Änderungen in der Führungsspitze in Erwägung ziehen könnte. Die Aktie von Bayer kletterte um 4,7%. Einem Medienbericht zufolge will das US-Justizministerium die geplante Übernahme von Monsanto genehmigen. Bei der Deutschen Bank-Aktie ist der kleine Kursaufschwung vom Vortag infolge des Führungswechsels schon wieder verpufft. Die Aktie verlor 0,5%. Auf europäischer Sektorenebene waren gestern insbesondere Rohstoffwerte gefragt, die im Schnitt um 2,6% kletterten. Unter Druck standen dagegen vor allem Titel aus den Bereichen Immobilien und Versorger, die durchschnittlich um 0,3% bzw. um 0,7% nachgaben. Die Börsen in den USA tendierten am Dienstag fester. Der Dow Jones-Index gewann 1,8%. Auf Sektorenebene (S&P 500) waren insbesondere Energiewerte gesucht (+3,3%). Die größten Verluste verzeichneten Versorgertitel, die durchschnittlich um 0,7% nachgaben. Die Börsen in Asien tendierten uneinheitlich. Während der Nikkei 225-Index um 0,5% nachgab, erzielten festlandchinesische Aktien kurz vor Handelsschluss leichte Kursgewinne.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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