EZB ändert ihre Forward Guidance nur minimal - Commerzbank Kolumne

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Nachricht vom 09.03.2018 09.03.2018 (www.4investors.de) - Die EZB hat die Wortwahl ihrer künftigen Geldpolitik (Forward Guidance) leicht geändert. Danach zieht sie keine Ausweitung der Anleihekäufe mehr im Falle einer Verschlechterung des Ausblicks in Betracht. Das Anleihekaufprogramm soll unverändert bis Ende September 2018 oder länger erfolgen, zumindest solange, bis die Verbraucherpreisentwicklung mit dem Inflationsziel von knapp 2% nachhaltig vereinbar ist. Weiterhin sollen auch lange Zeit nach Beendigung der Anleihekäufe die Leitzinsen auf niedrigem Niveau verharren. Das heißt, auch die Beendigung der Anleihekäufe ist noch kein Signal für eine Zinserhöhung. Die Änderung in der Wortwahl wurde im EZB-Rat einstimmig beschlossen. Nach Veröffentlichung des Statements kam es zwischenzeitlich zu einem deutlichen Renditeanstieg.

EZB-Chef Draghi vermittelte in der Pressekonferenz den Eindruck, dass die EZB noch lange an der expansiven Geldpolitik festhalten möchte. Er hob erneut hervor, wie wichtig die steigenden Reinvestitionen im Anleihebestand der EZB seien. Zudem betonte EZB-Chef Draghi, dass die Geldpolitik reaktiv bleibe und nicht proaktiv. Die Wirtschaft wächst stärker als zuvor vorhergesagt, man müsse aber überzeugende Hinweise auf einen Inflationsanstieg abwarten. Die EZB-Projektionen wurden auch nur wenig geändert: So hob die EZB nur die Wachstumsrate für 2018 von 2,3% auf 2,4% nur leicht an und senkte die Inflationsprojektion für 2019 überraschend von 1,5% auf 1,4%. Der aktuelle Rückgang der Inflationsrate im Februar von 1,3% J/J auf 1,2% J/J beruhe auf negative Basiseffekte und der Entwicklung bei den Nahrungsmittelpreisen. Zum Protektionismus sagte Draghi, er sei ein Risiko für den Wirtschaftsausblick. Ein Handelskrieg könnte den Ausblick für Wachstum und Inflation verschlechtern. Zur Frage, wer denn neuer EZB-Präsident werde, sagte Draghi, dass er noch ziemlich viel Zeit habe, bis sein Mandat auslaufe.

Anleihen


China: Verbraucherpreise (Feb.), 2:30 Uhr
Deutschland: Industrieproduktion (Jan.), 8:00 Uhr
Deutschland: Exporte (Jan.), 8:00 Uhr
Frankreich: Industrieproduktion (Jan.), 08:45 Uhr
USA: Arbeitsmarktbericht (Feb.), 14:30 Uhr

Die europäische Zentralbank hat zwar – nicht unerwartet – das Kommuniqué angepasst und die asymmetrische Risikoeinschätzung herausgenommen, darüber hinaus gab es zwar wenig Neues. Die Kurse von Bundesanleihen, aber auch von Anleihen der Peripherieländer, konnten angesichts Draghis beruhigender Worte zulegen. Eine kleine Überraschung lieferten die Projektionen: Der Inflationsausblick für 2019 wurde von 1,5% auf 1,4% gesenkt und für 2018 das geschätzte BIP-Wachstum von 2,3% auf 2,4% angehoben (vgl. „Im Blickpunkt“). Nach sehr kräftigen Zuwächsen in der zweiten Jahreshälfte 2017 gingen die Bestellungen für deutsche Industriegüter im Januar mit -3,9% stärker als erwartet zurück. Die Zahlen widersprechen nicht dem insgesamt positiven Konjunkturbild. Zum einen war nach den kräftigen Zuwächsen eine Gegenbewegung zu erwarten und zum anderen mag die Zahl die tatsächliche Abschwächung im Januar überzeichnen – denn in der Vergangenheit gab es immer mal wieder Probleme mit der Saisonbereinigung um den Jahreswechsel herum. Auch die heute Morgen veröffentlichten Produktions- und Exportzahlen blieben mit -0,1% bzw. -0,5% hinter den Erwartungen zurück. Vor dem beschriebenen Hintergrund dürften die Februarzahlen wieder besser aussehen. In China sind die Verbraucherpreise im Februar um 2,9% zum Vorjahr angestiegen. Dass die Rate höher als im Vormonat (+1,5%) ausfiel, lag vor allem an höheren Nahrungsmittelpreisen im Vorfeld des Neujahrfestes. Insgesamt sind sowohl das BIP-Wachstum als auch die Inflation komfortabel: nicht zu hoch und nicht zu niedrig.

Aktien


Deutsche Lufthansa, Verkehrszahlen 02/18
UBS, Jahreszahlen

Die europäischen Anleger zeigten sich trotz der späten Erholung in den USA und den guten Vorgaben aus Asien vor der EZB-Pressekonferenz nur wenig inspiriert und so verlief der Handel am Vormittag in relativ engen Grenzen. Danach konnten die meisten Indizes trotz der etwas schärferen Tonalität der Europäischen Zentralbank aber immer weiter in positives Terrain vordringen. Im deutschen Leitindex Dax belastete indes die Entwicklung der Aktien von Merck-KGaA (-4,2%). Der Pharmakonzern litt im abgelaufenen Geschäftsjahr unter der Währungsentwicklung und der Konkurrenzsituation im Flüssigkristallsegment und wagte letztendlich nur einen verhaltenen Ausblick. Im MDax brachen die Titel des Medienkonzerns Axel Springer (-6,1%) nach relativ unspektakulären Zahlen und einem konservativen Ausblick noch deutlicher ein. Im Euroraum konnten alle Branchen zulegen. Besonders stark entwickelte sich dabei unter der Führung von AB InBev (+3,3%) der lange Zeit vernachlässigte Nahrungsmittelsektor (+2,4%). Stärkste Einzeltitel im EUROSTOXX 50 waren die Aktien des französischen Versorgers Engie (+3,8%), die insbesondere von der Ankündigung einer Dividendenerhöhung profitierten. Auch an der Wall Street verlor der drohende Handelskrieg an Wirkung. Die etwas abgeschwächte Version der Einfuhrzölle konnte die Anleger nicht mehr erschrecken. Im Fokus stand hingegen eine milliardenschwere Übernahme im Gesundheitssektor. Ebenfalls gelangten mit Johnson & Johnson (+2,3%) und Pfizer (+1,6%) zwei Titel dieser Branche an die Spitze des Leitindex Dow Jones Industrial. Bis auf Energie (-0,1%) konnten in diesem Umfeld alle Sektoren zulegen. An den asiatischen Börsen sorgt ein mögliches Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim Jong Un für eine zusätzliche Entspannung und steigende Kurse.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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