Berichtssaison wegen Marktturbulenzen nur wenig beachtet - Commerzbank Kolumne

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Nachricht vom 08.03.2018 08.03.2018 (www.4investors.de) - In den letzten Wochen hat die Volatilität an den Aktienmärkten deutlich angezogen. Nach dem erstaunlich hohen Anstieg der US-Löhne im Januar waren Inflations- und Zinsängste ausgebrochen und hatten die Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt. Doch bereits nach zwei Wochen setzte eine vehemente Erholung ein. Diese wiederum fiel der Ankündigung von Strafzöllen durch US-Präsident Trump zum Opfer, die die Indizes wieder auf die alten Lows fallen ließ. Im Trubel dieses Kursfeuerwerks fand die laufende Berichtssaison zum Jahresschlussquartal 2017 vergleichsweise wenig Beachtung. Lediglich stärkere Prognoseverfehlungen wurden im allgemein nervösen Umfeld deutlich abgestraft. Dabei können sich die Ergebnisse durchaus sehen lassen. In den USA ist die Berichtssaison bis auf einige wenige Nachzügler bereits weitestgehend beendet. Nachdem gut 95% der Konzerne des S&P 500 ihre Zahlen vorgelegt haben, liegen die Gewinne durchschnittlich 5,3% über den Erwartungen, die Vorjahreswerte konnten um gut 15% übertroffen werden. Sehr positiv erscheinen vor allem auch die Entwicklung der Umsätze, die gegenüber Vorjahr um 7% zulegen konnten und die der Unternehmensausblicke, denn ca. drei Viertel der Konzerne hoben während der Berichtssaison den Jahresausblick an, was zu gewissen Teilen auf die Steuerreform zurückzuführen ist. Auch in Europa verläuft die Saison bisher erfolgreich. Hier wurden die Gewinnprognosen im Durchschnitt um 5% übertroffen und die der Umsätze um ca. 3%. Gegenüber dem Vorjahresquartal legten die Gewinne im Durchschnitt um knapp 10% zu. Insgesamt kann konstatiert werden, dass die zyklischen Branchen und der Energiesektor bessere Ergebnisse ablieferten als die defensiven Segmente. Positiv stach erneut die Informationstechnologie vor Gebrauchsgütern und Grundstoffen hervor. Finanzen konnten ihre Ergebnisse nach den letzten beiden durchwachsenen Quartalen wieder deutlich steigern.

Anleihen


Deutschland: Auftragseingänge (Jan.), 08:00 Uhr
Euroraum: EZB-Zinsentscheid, 13:45 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr

Der gestrige Tag begann mit höherer Risikoaversion der Anleger, da der Wirtschaftsberater von Trump, Gary Cohn, zurückgetreten ist; Cohn hatte sich gegen die Einführung von Zöllen ausgesprochen. Trump selbst hält aber weiter an den geplanten Zöllen fest. Das Risiko einer Eskalation zu einem Handelskrieg herrscht immer noch vor. Der Euro stärkte sich bis Mittag auf fast 1,245 USD und die Renditen von Staatsanleihen eröffneten niedriger. Im Tagesverlauf hellte sich die Stimmung insgesamt aber wieder auf. Gestern wurden die Details zum BIP-Wachstum im Euroraum für das 4. Quartal gemeldet. Das reale BIP-Wachstum von 0,6% Q/Q (nach 0,7% Q/Q im 3. Quartal) speiste sich am stärksten von den Nettoexporten. Die Ausfuhren stiegen mit 1,9% Q/Q kräftiger als die Importe +1,1% Q/Q. Der Private Konsum nahm mit +0,2% Q/Q recht enttäuschend zu und auch bei den Investitionen (+0,9% Q/Q) wurde mehr erwartet. Damit hat sich das Wachstum im Euroraum zwar nicht mehr beschleunigt, bleibt aber auf hohem Niveau. Die Wachstumsverlangsamung beim Privaten Konsum halten wir nur für vorübergehend. In den USA stieg das Handelsbilanzdefizit im Januar von 53,9 Mrd. USD auf 56,6 Mrd. USD, ein Neunjahreshoch. Damit dürfte der Außenhandel auch im ersten Quartal das US-Wachstum bremsen, allerdings sollte der schwache US-Dollar die US-Exporttätigkeit unterstützen. Auf gute Arbeitsmarktdaten am Freitag lassen die gestern veröffentlichten Arbeitsmarktdaten vom privaten Dienstleister ADP hoffen. Danach wurden im Januar 230.000 neue Stellen in der Privatwirtschaft geschaffen, deutlich mehr als erwartet (200 Tsd.). Die Zahl des Vormonats wurde ebenfalls angehoben. Heute steht vor allem die EZB-Ratssitzung im Fokus, von der wir keine Änderung der Forward Guidance erwarten.

Aktien


Axel Springer, Jahreszahlen
Continental, Jahreszahlen
Engie, Jahreszahlen
Linde, Jahreszahlen
Merck KGaA, Jahreszahlen
Uniper, Bilanz-PK 2017 mit Ausblick

Ein etwas schwächerer Euro und gute US-Konjunkturdaten sorgten zur Wochenmitte dafür, dass die europäischen Indizes ihren Erholungstrend weiter fortsetzen konnten. Dabei hatte zum Handelsstart noch der Rücktritt des obersten Wirtschaftsberaters des US-Präsidenten auf die Stimmung gedrückt. Im weiteren Tagesverlauf konnte vor allem der Dax 30 diese Belastung abschütteln. Sehr stark entwickelten sich die Aktien der Deutschen Lufthansa (+3,7%, Kaufempfehlung eines Brokerhauses) und die Titel von Fresenius (+3,2%), während sich die Automobilwerte (VW Vz.: -0,6%) erneut eher im hinteren Bereich der Kursliste wiederfanden. Im Leitindex des Euroraums, dem EUROSTOXX 50, gehörte das Automobilsegment (+0,6%) indes zu den Sektoren, die sich positiv in Szene setzen konnten. Die stärksten Einzelbranchen waren Informationstechnologie (+1,6%) und Finanzdienstleister (+1,5%). Lediglich Medienwerte (-0,1%) tendierten etwas schwächer. An der Wall Street reagierten die Anleger etwas zurückhaltender auf den nächsten personellen Aderlass im Stab von Präsident Trump, letztendlich hielten sich die Verluste aber in Grenzen. Insbesondere IT-Titel (+0,6%) und Gesundheitswerte (+0,5%) konnten zulegen. So standen im Leitindex Dow Jones die Titel von IBM (+1,7%) und Intel (+1,2%) an der Spitze der Kursliste, während vor allem ExxonMobil (-2,5%) Verluste hinnehmen musste. Die asiatischen Börsen nahmen den insgesamt positiven Trend auf und konnten sich zum Teil deutlich erholen. Die Märkte Europas dürften mit diesen Vorgaben leicht positiv in den neuen Handelstag starten.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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