Deutschland: Höchstes Wachstum seit 2011 – mit Volldampf in den Boom - Nord LB Kolumne

Bild und Copyright: xieyuliang / shutterstock.com.

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Nachricht vom 11.01.2018 11.01.2018 (www.4investors.de) - Heute Vormittag hat das Statistische Bundesamt im Rahmen einer Pressekonferenz eine erste Schätzung zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im vergangenen Jahr veröffentlicht. Demnach legte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2017 um 2,2% zu. Bereinigt um Arbeitstage-Effekte – im letzten Jahr standen drei Arbeitstage weniger zur Verfügung als im Jahr 2016 – ergibt sich gar eine Expansionsrate in Höhe von 2,5%. Damit lag das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr deutlich über dem Potenzialpfad.

Für die heute gemeldeten Zahlen lagen noch nicht alle Daten bis zum Jahresende vor, für den Dezember mussten die Statistiker auf Schätzungen zurückgreifen. Wir rechnen damit, dass sich zum Jahresende die hohe konjunkturelle Dynamik fortgesetzt hat. Im zweiten Halbjahr 2017 kletterte die Wachstumsrate auf knapp 3,0% gegenüber der Vorperiode. Die deutsche Wirtschaft schaltet somit den Turbo ein und nähert sich zügig dem roten Drehzahlbereich. Allerdings hat dies bislang noch keinen übermäßigen Inflationsdruck ausgelöst, die Inflationsrate hat sich im letzten Jahr erwartungsgemäß auf 1,8% erhöht.

Im Jahr 2017 war der Aufschwung breit unterstützt, wobei der private Konsum mit einem Wachstum von 2,0% Y/Y der wichtigste Wachstumspfeiler blieb. Der Wirtschaftsboom trug zu einer nochmals höheren Beschäftigungsdynamik bei. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum legte die Zahl der Erwerbstätigen um 1,5% und damit so stark wie seit 2007 nicht mehr zu. Durchschnittlich sank die Arbeitslosenquote von 6,1% auf 5,7%.

Zudem hat sich die Investitionszurückhaltung aufgelöst. Die Bruttoanlageinvestitionen legten 2017 preisbereinigt um 3,0% Y/Y zu, die Dynamik bei den Ausrüstungen war etwas ausgeprägter als bei den Bauten. Im Bausektor scheint der Impuls der migrationsbedingten Nachfragesteigerung allmählich auszulaufen, generell wirken aber das niedrige Zinsniveau und der Mangel an renditeträchtigen Anlagealternativen weiterhin tendenziell stützend für die Nachfrage. Die kräftige Expansion der Ausrüstungsinvestitionen deutet auf einen zunehmenden Bedarf der Unternehmen an Erweiterungsinvestitionen infolge der immer knapper werdenden Kapazitäten hin.

Die Statistiker veröffentlichten heute auch Zahlen zum Finanzierungssaldo. Demnach ergab sich das vierte Jahr in Folge ein gesamtstaatlicher Überschuss, der mit EUR 38,4 Mrd. im Rahmen der Erwartungen lag. Gemessen am nominalen BIP errechnet sich hieraus eine Quote von +1,2%. Stützend wirken nach wie vor das extrem niedrige Zinsniveau und sprudelnde Steuereinnahmen. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen verzeichneten Überschüsse.

Die deutsche Wirtschaft bewegt sich mit Volldampf in eine Boomphase. Für das Jahr 2018 erwarten wir eine ähnlich hohe konjunkturelle Dynamik wie im Vorjahr. So notieren die wichtigsten Stimmungsindikatoren in der Nähe ihrer historischen Höchstwerte, insbesondere die aktuelle Lage wird so gut wie noch nie beurteilt. Insofern sprechen alle Frühindikatoren für eine Verstetigung des robusten Aufschwungs. Für das Gesamtjahr 2018 prognostizieren wir, dass die Wirtschaftsleistung sehr kräftig um 2,6% zulegen wird – womit allmählich jedoch die Luft dünner wird.

Fazit: Die deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2017 so stark gewachsen wie seit sechs Jahren nicht mehr. Das reale BIP legte um 2,2% zu, wozu vor allem der private Konsum sowie eine höhere Investitionsdynamik beitrugen. Der Arbeitsmarkt und die öffentlichen Haushalte profitieren weiter massiv von der guten Wirtschaftslage. Unternehmen- und Verbraucher sind aktuell so positiv gestimmt wie selten zuvor, weshalb wir für das laufende Jahr ein BIP-Wachstum in Höhe von 2,6% prognostizieren. Die EZB muss allmählich umsteuern!


Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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