Deutschland: Abschwächung der deutschen Exportdynamik am Horizont - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: Aun Photographer / shutterstock.com

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Nachricht vom 11.10.2017 11.10.2017 (www.4investors.de) - Im August sind die Exporte in Deutschland um stattliche 3,1% M/M gestiegen und lagen damit 7,4% über ihrem Vorjahresstand. Die Importe stiegen „nur“ um 1,2% M/M, übertrafen ihren Vorjahresstand aber um 8,8%. Seit Frühjahr 2016 Jahr wachsen die Importe stärker als die Exporte. Die Folge: Der stark im Fokus der internationalen Kritik stehende deutsche Handelsbilanzüberschuss scheint seinen Zenit überschritten zu haben: Sein 12-Monatsmittel war zuletzt 2,2% niedriger als vor Jahresfrist. Wir rechnen mit einer Fortsetzung dieses Trends. Denn der Euro hat in den vergangenen Monaten an Wert gewonnen, was für eine verminderte Export- und stärkere Importdynamik spricht.

Anleihen


Japan: Aufträge Maschinenbau (September), 1:50 Uhr
USA: Veröffentl. Protokoll FOMC Sitzung, 20:15 Uhr

Am Rentenmarkt kam es gestern nur zu geringen Kursänderungen. Zu gespannt warteten Investoren auf die für den Abend geplante Rede des katalanischen Ministerpräsidenten Puigdemont vor dem Parlament in Barcelona. In dieser verkündete er, dass Katalonien durch das Referendum am 1. Oktober das Recht erworben habe, ein unabhängiger Staat zu sein. Er übernehme das Mandat der Wähler, um Katalonien in eine selbständige Republik zu verwandeln. Puigdemont wolle aber mit der Umsetzung des Ergebnisses der Volksabstimmung noch einige Wochen warten, um Verhandlungen eine Chance zu geben. Unklar ist vor allem, wie die spanische Regierung darauf reagieren wird, da sie vermutlich die widersprüchlichen Signale der Separatisten als Unabhängigkeitserklärung betrachtet. Spaniens Ministerpräsident Rajoy hat für heute Nachmittag eine Stellungnahme angekündigt. Spanische Staatsanleihen gaben gestern etwas nach, zeigen sich heute früh aber erstaunlich robust. Die gestern veröffentlichten Konjunkturdaten im Euroraum konnten dem Anleihemarkt keine großen Impulse liefern: So zeigt sich der deutsche Außenhandel weiterhin in hervorragender Verfassung. Die Ausfuhren stiegen im August so stark wie seit einem Jahr nicht mehr (+3,1% saisonbereinigt), die Ausfuhren legten um 1,2% zu (siehe „Im Blickpunkt“). Enttäuschende Daten gab es von der französischen Industrieproduktion im August. Entgegen der Erwartungen (von +0,4%) sank diese gegenüber dem Vormonat um 0,3%. Allerdings wurde der Zuwachs für Juli von 0,5% auf 0,8% nach oben korrigiert. Im Jahresvergleich gab es einen Anstieg um 1,1%. Der Euro konnte gestern gegenüber dem US-Dollar zulegen und übersprang zum ersten Mal seit einer Woche zwischenzeitlich die Marke von 1,18 US-Dollar je Euro.

Aktien


Lufthansa, Verkehrszahlen September
Gerresheimer, Ergebnis Q3

Die Aktienmärkte in Europa tendierten am gestrigen Dienstag uneinheitlich. Allerdings überwogen die Kursverluste, die sich aber mit Ausnahme des Leitindex in Spanien, der um 0,9% fiel, zumeist in engen Grenzen hielten. Die positiven Vorgaben aus Asien (der südkoreanische Kospi-Index legte nach einer längeren feiertagsbedingten Pause um 1,6% zu) sorgten kaum für Rückenwind. Dagegen bremsten die Sorgen um die Geschehnisse in Katalonien sowie die leichten Kursverluste an der Wallstreet vom Vortag die Kauflaune der Börsianer. Auch der Euro, der gegenüber dem US-Dollar um 0,4% zulegte, erwies als ein Störfeuer. In diesem Umfeld gelang es dem Dax (-0,2%) erneut nicht, die Marke von 13.000 Punkten zu knacken. Tagesverlierer im deutschen Leitindex war die Aktie von Fresenius Medical Care mit einem Minus von 2,2%. Dieses resultierte u.a. aus Ängsten vor möglichen Kürzungen im US-Gesundheitssystem. Auf europäischer Sektorenebene waren gestern vor allem Aktien aus dem Bereich Haushaltsgüter gefragt, die im Schnitt um 1,1% zulegen konnten. Am Ende der Performanceliste rangierten Werte aus dem Sektor Technologie, die im Schnitt 0,7% einbüßten. Die Börsen in den USA tendierten gestern freundlich. Sowohl der Dow Jones-Index als auch der S&P 500-Index erzielten neue Rekordhochs. Die Aktie von Wal-Mart gewann 4,5%. Verantwortlich hierfür zeichneten u.a. ein Aktienrückkaufprogramm sowie gute Umsatzprognosen in Bezug auf den E-Commerce-Umsatz. Auf Sektorenebene (S&P 500-Index) waren insbesondere Verbrauchsgüter- und Versorgerwerte gefragt, die im Schnitt um 1% stiegen. Gebrauchsgüteraktien büßten dagegen im Schnitt um 0,1% ein. Die Börsen in Asien tendierten heute Morgen uneinheitlich. Der Nikkei 225-Index legte um 0,3% zu; der japanische Yen tendierte gegenüber dem US-Dollar etwas schwächer. Der Kospi-Index gewann 1%.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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