Aktienmärkte in Partylaune - Weberbank-Kolumne

Bild und Copyright: ESB Professional / shutterstock.com

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Nachricht vom 06.10.2017 06.10.2017 (www.4investors.de) - Die Börsenweisheit „Sell in May and go away, but remember to come back in September“ scheint sich in diesem Jahr zu bewahrheiten. Nachdem die letzten drei Monate für den DAX mit negativen Vorzeichen versehen waren, war der September in diesem Jahr der bisher erfolgreichste Monat des deutschen Leitindex. Wie es weiter geht mit dem DAX, welchen Einfluss die geplante Steuerreform von Donald Trump und die Notenbanken aus Europa und den USA hatten und auch demnächst haben werden, lesen Sie in unserem aktuellen Kommentar.

Steuerreform in den USA – Trump will es krachen lassen


Immer wieder hört man Kritik an der Wachstumsrate des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP), das im eigenen historischen Vergleich nicht stark genug wächst. Das erwartete BIP-Wachstum von rund 2 Prozent für das Jahr 2017 ist den Marktteilnehmern scheinbar nicht genug, auch nicht dem aktuellen Präsidenten Donald Trump. Dieser kündigte unlängst eine „legendäre“ Steuerreform an, die sowohl die Unternehmen als auch die Mittelschicht deutlich entlasten soll. Der Steuersatz für Unternehmen soll von 35 Prozent auf 20 Prozent gesenkt werden. Neben der Senkung des Spitzensteuersatzes sieht der Entwurf auch die Abschaffung der Erbschaftssteuer vor. Zusätzlich sollen die steuerlichen Freibeträge erhöht werden und auf Bundesebene lediglich nur noch drei anstatt sieben Einkommensteuerstufen gelten. Wie die steuerlichen Entlastungen von 2 bis 3 Billionen Dollar über 10 Jahre finanziert werden sollen, bleibt allerdings offen. Allgemein wird erwartet, dass die Steuersenkungen das Wirtschaftswachstum erhöhen und damit dem Staat höhere Einnahmen zufließen. Ob das Wirtschaftswachstum alleine dafür ausreicht, ist aus unserer Sicht fraglich. Insgesamt lässt der Steuerentwurf viele Einzelfragen offen. Was letztendlich von den Steuerplänen umgesetzt werden kann, ist ungewiss.

Positive Reaktionen auf die geplante Steuerreform waren deutlich am Devisenmarkt zu spüren, sodass der Dollar gegenüber dem Euro wieder aufwertete und derzeit um die 1,1750 EURO/USD notiert. Getrieben war diese Bewegung sicherlich auch durch die bereits im September erfolgte Andeutung einer weiteren Zinserhöhung in den USA im Dezember und die jüngst erfreulich ausgefallenen Konjunkturdaten. So konnten die viel beachteten Einkaufsmanagerindizes, die Auftragseingänge für langlebige Güter sowie die Erstanträge für Arbeitslosenunterstützung positiv überraschen. Die Daten belegen, dass die amerikanische Wirtschaft auf einem soliden Wachstumskurs liegt. Zwar könnten die Schäden der Wirbelstürme in Amerika die Wirtschaft temporär beeinträchtigen. Mittelfristig jedoch sollte die Konjunktur von den umfangreichen Aufbauarbeiten profitieren können. Wir bleiben für die US-Wirtschaft zuversichtlich gestimmt.

Notenbanken im Fokus: Fed beginnt mit der Bilanzreduzierung


Wie bereits im September angekündigt, wird die amerikanische Notenbank (Fed) die Reduzierung ihrer Bilanz ab Oktober beginnen. Welche Bilanzgröße die Notenbank letztlich ansteuert, ließ sie weiterhin offen. Yellen hat unlängst davor gewarnt, die Zinswende zu langsam zu vollziehen. Sie sieht trotz des verpassten Inflationsziels kein Problem darin, die Zinsen noch in diesem Jahr erneut zu erhöhen. Die Marktteilnehmer gehen von einer Leitzinserhöhung von 25 Basispunkten im Dezember aus. Aus Europa hören wir von Herrn Draghi erst wieder etwas über die Anpassung der Geldpolitik am 26. Oktober. Allerdings erwarten wir hier, dass die EZB weiter sehr besonnen vorgeht bei der Aussicht auf Zinserhöhung und Bilanzreduzierung. In diesem Umfeld halten wir Unternehmensanleihen nach wie vor für interessant. Auch Schwellenländeranleihen, die sich im Jahresverlauf resistent gegenüber Schwankungen an den Währungs- und Zinsmärkten gezeigt haben, gehören aufgrund der guten fundamentalen Vorgaben zu unseren Favoriten.

Die Aktienmärkte befinden sich in guter Stimmung. Insbesondere der Dax und die amerikanischen Indizes verzeichneten kräftige Kurszuwächse und stiegen auf neue Allzeithochs. Die geplanten Steuerreformen aus Amerika sowie gute Konjunkturzahlen aus Europa und USA trugen zu dieser erfreulichen Entwicklung bei. Besonders gut präsentierten sich die Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone. Sie signalisieren ein anhaltendes Wachstum. Die Eurozone wächst derzeit nicht nur wirtschaftlich in einem sich annähernden Tempo, sondern auch wieder gemeinschaftlich. Durch die Rede des französischen Präsidenten Macron über ein einheitliches Europa wurde dem Markt erneut Sicherheit vermittelt, dass die beiden größten Wirtschaftsnationen in Europa zusammenarbeiten möchten.

Das Umfeld für Aktien bleibt unserer Meinung nach positiv. Der weltweite synchrone Wirtschaftsaufschwung, der anhaltende Gewinntrend bei den Unternehmen sowie die immer noch expansive Liquiditätspolitik der EZB geben dem DAX auch in Zukunft eine gute Unterstützung.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Weberbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!


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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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