Raiffeisen: Alphabet, EZB, Yahoo und Staatsanleihen im Blickpunkt

03.02.2016, 09:17 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Bild und Copyright: Benny Marty / shutterstock.com.

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Deutschland plant für heute die Neuemission einer 5-jährigen Fixzinsanleihe mit Fälligkeit im April 2021 (DE0001141737). Es sollen EUR 5 Mrd. aufgenommen werden. Die durchschnittliche Emissionsrendite erwarten wir bei rund -0,3 %. In den USA stehen heute mit dem ADP Beschäftigungsbericht sowie dem ISM Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe wichtige Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an. Mit Blick auf den am Freitag anstehenden offiziellen Arbeitsmarktbericht kommt insbesondere dem ADP Bericht große Bedeutung zu. Ein Beschäftigungsplus von +/- 200 Tsd. gegenüber dem Vormonat wäre ein gutes Omen für Freitag und würde am Markt sicher positiv aufgenommen werden. Noch besser wäre es, wenn zusätzlich die Beschäftigungskomponente des ISM Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe ihr Dezemberniveau von 56 Punkten halten könnte. Im Euroraum werden die endgültigen Zahlen zum Markit Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich bekannt gegeben. Für Italien und Spanien,für die keine vorläufigen Schätzungen vorliegen rechnen wir jeweils mit einem in etwa unveränderten Wert. Für den Euroraum als Ganzes zeigt das Stimmungsbarometer mit 53,6 Punkten eine sehr ordentliche konjunkturelle Entwicklung an.

Aktienmärkte
Die US-Aktienmärkte gerieten gestern wie schon die europäischen Aktienmärkte zuvor wieder in den Sog eines neuerlichen Rohölpreisrückgangs. Auch die schwächelnde Konjunktur in China drückte zusätzlich auf die Investorenstimmung. Keiner der Indizes blieb von kräftigen Kursverlusten verschont. Bis auf den Versorgungssektor verbuchten alle S&P 500 Sektoren einen deutlichen Rückschlag. Am stärksten belastet war der Energiesektor (-3,2 %), der zusätzlich unter enttäuschenden Unternehmensergebnissen (z. B. ExxonMobil) litt. Honoriert wurde hingegen das am Montag nachbörslich veröffentliche Quartalsergebnis von Alphabet (+1,6 %). Der Konzern ist jetzt nach Marktkapitalisierung das teuerste Unternehmen der Welt. Nachbörslich hat dann noch Yahoo! seine Q4-Zahlen präsentiert. Der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn pro Aktie von USD 0,13 entsprach den Markterwartungen. Der Umsatz in Höhe von USD 1,27 Mrd. lag hingegen über der Konsensusschätzung von USD 1,19 Mrd. Radikale Maßnahmen (z. B. Verkauf von Unternehmensteilen) sollen den Konzern allerdings wieder in Schwung bringen. Von den negativen Vorgaben blieb auch der japanische Aktienmarkt nicht verschont und es kam zu massiven Kursabschlägen. Die Eröffnung an den europäischen Aktienmärkten erwarten wir mit Blick auf die ersten Indikationen neuerlich negativ. Im Fokus stehen auch heute wieder zahlreiche Unternehmenszahlen jenseits des Atlantik.

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Das Kaufvolumen unter dem CBPP3 (dritten EZB Covered Bond Ankaufprogrammes) der EZB ist deutlich rückläufi g. Letzte Woche wurde lediglich ein Volumen von EUR 1,68 Mrd. unter dem Programm angekauft. Dies entspricht einem der geringsten wöchentlichen Ankaufvolumen unter dem Programm. Das ABS Ankaufvolumen (ABSPP) hingegen erreichte mit einem wöchentlichen Ankaufvolumen von EUR 1,8 Mrd. den höchsten Wert seit Inkrafttreten des Programmes. Für Jänner veröffentlichte die EZB ebenfalls eine Aufteilung des CBPP3 auf Primärmarkt- und Sekundärmarktvolumen. Das monatliche Ankaufsvolumen auf dem Sekundärmarkt war mit EUR 3,2 Mrd. das niedrigste unter dem CBPP3 seit Einführung. BPCE platzierte gestern einen siebenjährigen Covered Bond (EUR 1 Mrd., Aaa/AAA) bei MS+17 BP. Auf dem Unternehmensanleihenprimärmarkt platzierte EasyJet ebenfalls eine Anleihe mit sieben Jahren Laufzeit (EUR 500 Mio., Baa1/BBB+) bei MS+147 BP. Die Emission war mit einem Orderbuchvolumen von über EUR 4,5 Mrd. komfortabel überzeichnet.

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Der chinesische Caixin Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor (Service PMI) erholte sich und stieg von 50,2 auf 52,4 Punkte. Der Composite PMI (Verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungssektor) liegt somit wieder über der 50-Punkte Expansionsmarke. Außerdem hat die chinesische Regierung die Mindestanzahlung für Erstkäufe von Immobilien heruntergesetzt, von 25 % auf das historische Tief von 20 %. Der Abbau der hohen Leerstandsraten ist ein wichtiges Ziel der chinesischen Regierung in diesem Jahr. Dennoch folgen chinesische Aktien heute Morgen den internationalen Vorgaben und notieren stark im negativen Terrain. Außerdem belastet die Kampfrhetorik zwischen internationalen Hedge-Fonds und der chinesischen Zentralbank in Bezug auf umfassende CNY Short-Positionen das Sentiment.

Zentraleuropa / Osteuropa
- PL: Nichts Neues vom MPC erwartet, trotz drei neuer Mitglieder

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB). Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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