Raiffeisen: Google, Ebay, EZB und Anleihen im Blickpunkt

Bild und Copyright: Benny Marty / shutterstock.com.

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22.01.2015 09:21 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Deutschland emittierte gestern eine neue 5-jährige Anleihe (DE0001141711). Das Papier ist mit einem Kupon von 0 % ausgestattet und wurde zu einer Durchschnittsrendite von 0,04 % platziert. Es wurden rund EUR 4 Mrd. erlöst. Heute hat sich Frankreich mit einer ganzen Reihe an Staatsanleiheauktionen angemeldet. Angeboten werden Laufzeiten von zwei, vier und sechs Jahren. Das Emissionsvolumen soll zwischen EUR 7,5 Mrd. und EUR 8,5 Mrd. liegen. Außerdem sollen nochmals zwischen EUR 1 Mrd. und EUR 1,5 Mrd. mit inflationsindexierten Anleihen mit Laufzeiten von drei, sechs und zehn Jahren aufgenommen werden. Im Mittelpunkt des Interesses steht heute eindeutig die EZB Zinssitzung. Es ist davon auszugehen, dass die Währungshüter ein Ankaufprogramm für Staats- und eventuell auch Unternehmensanleihen ankündigen werden. Spekuliert werden darf aber über die genaue Ausgestaltung eines solchen Programms. Laut jüngsten Gerüchten aus EZB-Kreisen sollen angeblich ab März 2015 bis Ende 2016 monatlich Anleihen im Volumen von EUR 50 Mrd. gekauft werden. Das ergäbe ein Gesamtvolumen von EUR 1.100 Mrd. Euro. Das wäre mehr als durchschnittlich im Markt erwartet. Allerdings dürften einige Marktteilnehmer enttäuscht darüber sein, dass das Programm nicht stärker „front loaded“ ist. Wichtig ist außerdem die Frage, ob die EZB die Anliehen in ihr Portfolio nimmt oder ob die Risiken bei den nationalen Notenbanken bleiben, so wie dies von der Bundesbank gewünscht wird. Wir erwarten uns in jedem Fall erhebliche Bewegungen an den Finanzmärkten, egal was genau die EZB am Ende bekannt gibt, da die Erwartungen an den Märkten sehr uneinheitlich sein dürften.

Aktienmärkte


Wesentliche US-Aktienbenchmarks gingen gestern etwas fester aus dem Handel. Überdurchschnittlich zulegen konnte dabei der Energiesektor. Neben Spekulationen über das mögliche Ausmaß von QE der EZB standen wiederum Unternehmensergebnisse im Mittelpunkt. So konnte das größte regionale Kreditinstitut der USA US Bancorp die Analystenerwartungen übertreffen und für das Geschäftsjahr 2014 einen Rekordgewinn präsentieren. Nachbörslich veröffentlichte das Online-Auktionshaus eBay hingegen durchwachsene Zahlen und verkündete einen Mitarbeiterabbau. Die Aktie profitierte im Späthandel aber dennoch von weiteren Hinweisen in Richtung einer Abspaltung des Unternehmensfiletstücks Paypal. Die Aktien-Leitindizes in Japan zeigen sich heute bislang wenig verändert. Zu den Tagessiegern zählt die Aktie des Telekomunternehmens Softbank, welche von Nachrichten profitiert, wonach Google das Netzwerk ihres US-Tochterunternehmens Sprint benutzen könnte. Die aktuellen Futures-Indikationen lassen auf eine Fortsetzung der positiven Tendenz an den europäischen Börsen schließen. Heute fokussiert sich das Interesse der Investoren auf die konkrete Ausgestaltung der weiteren Stimulusmaßnahmen der EZB.

Credit-Märkte


Eden Springs platzierte gestern eine EUR 160 Mio. Anleihe mit Fälligkeit in 2019 (rückzahlbar nach zwei Jahren) bei einer Rendite von 8,75 % (erwartete Ratings: B2/B). Ziggo emittierte eine bis 2025 laufende EUR 800 Mio. Anleihe (rückzahlbar ab 2020) bei einer Rendite von 3,75 % (erwartete Ratings: Ba3/BB-). SNAM (Baa1/BBB) stockte die 2023 fällige Anleihe bei MS+70 BP um EUR 250 Mio. auf (ausstehendes Volumen EUR 750 Mio.). Ratings: Moody‘s stufte das Rating von Edcon (Caa1/CCC+) um einen Notch auf Caa1 (stabiler Ausblick) herab. S&P senkte das Rating von Bilfinger um eine Stufe auf BBB (negativer Ausblick). Financials: Citigroup begab EUR 1,25 Mrd. (Senior Unsecured, 10J) bei MS+103 BP. Covered Bonds: Canadian Imperial Bank emittierte EUR 1 Mrd. bei MS+5 BP und einer Laufzeit von fünf Jahren (erwartete Ratings: Aaa/AAA).

Zentral- und Osteuropa


- Effekte der CHF-Aufwertung belasten den polnischen Zloty und scheinen aktuell die Spekulationen über mögliche Leitzinssenkungen in den Hintergrund zu stellen.
- Der Anleihenmarkt der CE-Region ignorierte den Ausverkauf auf dem Kernmarkt, wobei Letzterer vermutlich durch das Auspreisen von stärker als erwarteten geldpolitischen Maßnahmen der EZB ausgelöst wurde.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB). Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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