Vorläufige Entspannung am Stahlmarkt: Indikator für Wachstum und Inflation - Commerzbank

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09.12.2021 09:21 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Der Stahlmarkt ist sehr konjunkturzyklisch und häufig ein guter Indikator für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. So spiegelt die seit Monaten global sinkende Stahlproduktion die nachlassende Wachstumsdynamik wider. Die Stahlpreise befinden sich zwar immer noch auf hohen Niveaus, aber sie haben begonnen zu fallen und signalisieren somit auch eine gewisse Entspannung bei der Inflation. Die Gründe für die fallenden Preise sind zum einen die schwächere Nachfrage, vor allem in China (Produktionsanteil 55%). Zum anderen haben auch die Preise für Eisenerz und zuletzt für Kokskohle scharf korrigiert, sodass sich die Produktionskosten reduziert haben.

Anleihen
China: Verbraucherpreise (Nov), 2:30 Uhr
Italien: Industrieproduktion (Okt), 10:00 Uhr
USA: Verbraucherpreise (Nov), 14:30 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen (Dez), 16:00 Uhr

US-Treasuries und Bundesanleihen verzeichneten gestern Kursverluste. Die Nachricht, dass drei Dosen der Impfstoffe von Pfizer und Biontech einen „guten Schutz“ gegen Omikron bieten, hat zu mehr Risikofreude bei den Anlegern geführt. Zudem steigt in den USA die Zahl offener Stellen weiter an. Gestern wurden 11 Mio. offene Stellen gemeldet. Die hohe Nachfrage nach Arbeitskräften dürfte einen höheren Lohndruck nach sich ziehen. Die Renditen von US-Treasuries stiegen um etwa 5 Basispunkte auf 1,50%. In Berlin hat Angela Merkel gestern ihr Amt an den neuen Kanzler Olaf Scholz übergeben. Größtes Versäumnis in Merkels Regierungszeit dürfte sein, dass durch fehlende Reformen die Unzufriedenheit mit der Europäischen Union in vielen Ländern hoch ist. Zu hoffen ist, dass die Ampelkoalition bei aller Sorge um den Klimaschutz die Aufgabe, die europäische Einigung voranzubringen, nicht aus den Augen verliert. In den USA haben sich Demokraten und Republikaner auf eine Erhöhung der Schuldenobergrenze geeinigt. Die Demokraten dürfen am Wochenende in einem außergewöhnlichen Verfahren die Schuldengrenze ohne Zustimmung der Republikaner anheben. Präsident Biden kann dann seinen 1,75 Billionen Dollar schwere Ausgabenplan mit Maßnahmen im Umwelt- und Sozialbereich in die Tat umsetzen. In Japan will die Regierung die Firmen zu Lohnerhöhungen drängen. Firmen, die sich Lohnerhöhungen verschließen, sollen bestimmte Steuererleichterungen gestrichen werden, so der Plan von Ministerpräsident Fumio Kishida. In China hat sich der Preisauftrieb verlangsamt. Der Energieengpass löst sich langsam auf. Die Produzentenpreise stiegen um 12,1% zum Vorjahr nach 13,5% im Oktober.

Aktien
BASF: Forschungspressekonferenz
Broadcom: Ergebnis Q4

Nach dem deutlichen Kursanstieg am Dienstag, der in der Höhe einige Investoren überrascht haben dürfte, beruhigte sich das Börsengeschehen zur Wochenmitte wieder. Leichte Gewinnmitnahmen prägten das Geschehen. Einzig der Leitindex in der Schweiz (SMI-Index) legte um 0,7% zu. Die Aktienmärkte wurden zuletzt vor allem durch die Hoffnung befeuert, dass die neue Corona-Variante Omikron möglicherweise nicht so gefährlich sein könnte wie zunächst angenommen. Dennoch könnten weitere (Teil-) Lockdowns infolge einer zunehmenden Anzahl von Neuinfektionen mit Covid 19 die wirtschaftliche Erholung ausbremsen. Auf der anderen Seite könnte dies jedoch auch bedeuten, dass die Notenbanken später als bislang gedacht mit ihren restriktiveren geldpolitischen Maßnahmen beginnen werden. Die Rendite für die 10jährige deutsche Bundesanleihe ist in den vergangenen sechs Wochen jedenfalls kräftig gesunken, was den Aktienmärkten tendenziell in die Karten spielt, da es nach wie vor kaum renditeträchtige Anlagealternativen gibt. Der Dax büßte in diesem Umfeld 0,8% ein. Tagesgewinner im Dax war die Aktie von Porsche (+3,5%). Tagesverlierer war die Aktie von Hello Fresh, die um 10,9% nachgab. Die Aktie von Tui (+2,1%) fiel nach Bekanntgabe von Geschäftszahlen recht deutlich, erholte sich aber im Tagesverlauf bei hohen Umsätzen um fast 10% vom Tagestief. Auf europäischer Sektorenebene erzielten Reise- & Freizeitwerte mit durchschnittlichen Aufschlägen von 0,8% die größten Zugewinne. Am Performanceende rangierten Werte aus dem Bereich Einzelhandel (-1,9%). Die Börsen in den USA tendierten freundlicher. Auf Sektorenebene waren v.a. Werte aus dem Bereich Kommunikationsdienstleistungen gefragt (+0,8%). Am Performanceende rangierten Finanzwerte (-0,5%). Die Börsen in Asien tendierten überwiegend freundlicher.

Daten zum Wertpapier: Konjunktur

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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