Eurozone: Konjunktur kühlt sich ab - VP Bank

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23.10.2021 10:47 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone fällt im Oktober nur leicht von 58.6 auf 58.5. Der Index für den Dienstleistungssektor geht von 56.4 auf 54.7 zurück. Der aus beiden zusammengefasste vorläufige Composite-Index fällt damit von 56.2 auf 54.3.

Der Rückgang der Einkaufsmanagerindizes kommt gewissermassen mit Ansage. Für das verarbeitende Gewerbe gilt: Zwar sind die Auftragsbücher voll, doch die Produktion kann aufgrund der Knappheit von Vorprodukten und Rohstoffen nur bedingt davon profitieren. Eine rasche Besserung der Situation ist nicht absehbar. Hinzu kommen nun auch noch deutlich gestiegene Energiepreise. Vor allem die hohen Gas- und Strompreise werden zu einer direkten finanziellen Belastung. Gas ist etwa in der Chemieindustrie für die Herstellung von Basisstoffen wie Ethylen und Propylen notwendig. Eine kostendeckende Produktion ist vielerorts unter dem gegenwärtigen Preisgefüge kaum möglich – insbesondere für diejenigen Unternehmen, die sich nicht über Terminkontrakte abgesichert haben.

In Anbetracht dieser Belastungsfaktoren ist sogar erstaunlich, dass der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe nicht noch deutlicher nachgibt. In Deutschland ist nur ein minimaler Rückgang gegenüber dem Vormonat zu verzeichnen. Die Freude über die vollen Auftragsbücher ist gross und überwiegt die derzeit schwierigen Produktionsbedingungen.

Im Dienstleistungssektor lassen hingegen Nachholeffekte nach. Gleichzeitig dürfte auch eine gewisse Furcht vor dem nahenden Winter bei vielen Dienstleistern herrschen. Droht das Infektionsgeschehen zu steigen, könnte der Besucherstrom in Restaurants und Gaststätten abebben.

Die Wachstumsraten werden deshalb im laufenden Quartal und auch im ersten Quartal des kommenden Jahres klein ausfallen. Es besteht gar das Risiko einer stagnierenden Wirtschaft. Allerdings sollte daraus nicht das Ende des gegenwärtigen Aufschwungs abgeleitet werden. Löst sich der Knoten beim Materiafluss im kommenden Jahr, wird die Industrie mit kräftigen Nachholeffekten punkten können. Zum einen müssen dann die liegengebliebenen Aufträge abgearbeitet werden. Zum anderen werden die leergefegten Lager wieder aufgestockt. Beide Effekte versprechen ein kräftiges Anziehen der Industriekonjunktur.

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