DAX wächst auf 40 Aktien: Am Freitag ist es soweit - Börse München

Robert Ertl, Börse München: „Am Freitag wird die Deutsche Börse bekanntgeben, welche Unternehmen ab dem 20. September im Dax, im M-Dax und in den anderen Dax-Indizes vertreten sein werden.” Bild und Copyright: Bayerische Börse AG.

Robert Ertl, Börse München: „Am Freitag wird die Deutsche Börse bekanntgeben, welche Unternehmen ab dem 20. September im Dax, im M-Dax und in den anderen Dax-Indizes vertreten sein werden.” Bild und Copyright: Bayerische Börse AG.

30.08.2021 09:28 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Widerstandsfähig. Die deutschen Aktienmärkte haben sich in der vergangenen Woche zwar uneinheitlich entwickelt, sich dabei aber stabil präsentiert. Dabei trotzten die Börsen wenig erbaulichen Konjunkturdaten bzw. -indikatoren, wie z. B. dem sich verschlechternden ifo-Geschäftsklimaindex und einer sich eintrübenden Konsumstimmung, ebenso wie den weiter bestehenden Inflationsängsten. Und auch die wirtschaftlichen Sorgen aufgrund stark steigenden Corona-Inzidenzwerte sowie die Afghanistan-Krise perlten am Aktienmarkt weitgehend ab. Das Geschäft verlaufe bei relativ niedrigen Umsätzen sommerlich ruhig, war denn auch auf dem Parket zu hören. Gleichzeitig warteten die Märkte insbesondere gegen Wochenende ab, wie sich US-Notenbank-Chef Jerome Powell auf dem Notenbankentreffen in Jackson Hole zur weiteren Geldpolitik der Fed äußern würde. Dieser stützte am Freitagnachmittag dann die Märkte, indem er zwar in Aussicht stellte, dass die US-Notenbank noch in diesem Jahr ihre Anleihekäufe zurückfahren werde, gleichzeitig aber die Ängste vor einer baldigen Zinserhöhung in den USA deutlich dämpfte.

Unter dem Strich verbesserte sich der Deutsche Aktienindex (Dax) im Wochenvergleich um 0,2 Prozent auf 15.859,20 Punkte. Zu den großen Gewinnern zählte dabei der Halbleiterhersteller Infineon mit einem Wochengewinn von 5,8 Prozent. Delivery Hero wiederum kamen nach einem zwischenzeitlichen Anstieg auf 124,65 Euro um 2,6 Prozent auf 119,40 Euro voran. Dabei profitierten die Aktien zum einen von Medienberichten über eine anstehende Beteiligung des Essens-Lieferdienstes an dem Lieferdienst-Start-Up Gorillas und auch von positiven Analystenkommentaren, litten andererseits aber teilweise unter den am Donnerstag vorgestellten Halbjahreszahlen des Unternehmens.

Deutlich besser als der Dax entwickelten sich die anderen Indizes der Dax-Familie. So kletterte der MDax am Mittwoch auf ein neues Rekordhoch. Zwar beendete er die Woche mit 36.140,28 Punkten rund 160 Zähler unter dem Rekordwert, damit aber immer noch um 1,1 Prozent über seinem Vorwochen-Schlusskurs. Auch der TecDax erreichte im Wochenverlauf ein neues Rekordniveau, das er bis zum Wochenende nicht ganz halten konnte. Er verbesserte sich unter dem Strich um 1,2 Prozent auf 3.915,77 Punkte. Der m:access All-Share kam um 0,8 Prozent auf 2.993,15 Zähler voran.

Die Kurse an den deutschen Anleihemärkten sind in der vergangenen Woche gefallen. Dadurch sind die Renditen etwas gestiegen. Marktteilnehmer führten das insbesondere auch auf Ängste vor einem zu abruptem Wechsel in der US-Geldpolitik zurück. Nachdem Fed-Chef Jerome Powell die Märkte am Freitag in dieser Hinsicht beruhigt hatte, erholten sich die Anleihen-Kurse etwas. Insgesamt kletterte die Rendite der marktbestimmenden zehnjährigen Bundesanleihe im Wochenvergleich von -0,5 auf -0,43 Prozent. Die Umlaufrendite stieg von -0,54 auf -0,47 Prozent.

Besser als die deutschen Aktienmärkte haben sich in der vergangen Woche die US-Aktienbörsen entwickelt. Sie profitierten insbesondere von Konjunkturhoffnungen und der Entwarnung beim Thema Zinserhöhung in den USA. So kletterte der Dow-Jones-Index im Wochenvergleich um 1,0 Prozent auf 35.449,21 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index erreichte ein neues Rekordniveau und beendete den Handel am Freitag bei 4.509,41 Zählern. Dies war ein Plus von 1,5 Prozent. Auch der technologielastige Nasdaq-100-Index stieg auf ein All-Time-High. Für ihn stand ein Wochenplus von 2,3 Prozent auf 15.431,45 Punkten auf der Anzeigentafel.

Ausblick

Bereits in der vergangenen Woche hatte es zahlreiche neue Zahlen zur Konjunkturentwicklung gegeben, die die Märkte verdauen mussten. Die kommenden Tage toppen dies aber deutlich. Die neue Woche habe es in sich, hieß es denn auch unter Analysten. Das allerdings gilt nicht nur für die große Zahl an anstehenden Konjunkturindikatoren, sondern vor allem auch im Hinblick auf die künftige Zusammensetzung der Indizes der Dax-Familie. Denn am Freitag wird die Deutsche Börse bekanntgeben, welche Unternehmen ab dem 20. September im Dax, im M-Dax und in den anderen Dax-Indizes vertreten sein werden. Dass der Dax an diesem Tag um 10 Aktien auf dann 40 Mitglieder aufgestockt wird, hatte bereits in den Vorwochen für teils deutliche Kursbewegungen bei den potentiellen Dax-Kandidaten geführt. Diese Entwicklung, so meinen Marktbeobachter, könne sich fortsetzen, auf jeden Fall aber werde das Thema für reichlich Gesprächsstoff in den kommenden Tagen sorgen.

Überdeckt werden könnte es aber durch die zahlreichen Konjunkturdaten. So wird sich an diesem Montag das Interesse vor allem auch auf die neuesten Zahlen zur Entwicklung der Verbraucherpreise in Deutschland richten. Am Dienstag wiederum stehen das DIW-Konjunkturbarometer sowie die deutschen Arbeitsmarktdaten ebenso ganz oben auf der Agenda wie die Entwicklung der Verbraucherpreise in der Eurozone und die Tendenz beim US-Verbrauchervertrauen. Am Mittwoch folgen unter anderem Zahlen zum Einzelhandelsumsatz in Deutschland und zum Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes, gefolgt am Donnerstag vom Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland und der US-Handelsbilanz, ehe die Woche am Freitag dann z. B. mit den Kfz-Absatzzahlen in Deutschland sowie den neuesten Arbeitslosenzahlen aus den USA ausklingt.

Auch wenn das für manche vielleicht sogar zu viel der Zahlen ist, haben sie auch ein Gutes: Am Ende der Woche dürfte sich ein deutlich klareres Bild über die aktuelle konjunkturelle Lage und die Konjunkturaussichten zeigen als in den Wochen zuvor. Dass dies allerdings auch die Märkte spürbar in die eine oder andere Richtung bewegt, bezweifeln nicht wenige Analysten. Viele von ihnen rechnen für die kommenden Tage zwar generell mit stärker schwankenden Kursen als zuletzt, einen eindeutigen Trend nach oben oder unten prognostizieren sie allerdings nicht.

Ausgewählte wichtige Termine der Woche

Montag, 30.08.: Verbraucherpreise im August in Deutschland; Wirtschaftsstimmung in der Eurozone im August

Dienstag, 31.08.: DIW-Konjunkturbarometer; Arbeitsmarktdaten August in Deutschland; Entwicklung der Verbraucherpreise in der Eurozone im August (Vorabschätzung); Chicago Einkaufsmanager-Index August; Entwicklung des US-Verbrauchervertrauens im August

Mittwoch, 01.09.: Juli-Einzelhandelsumsatz in Deutschland; Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe für Deutschland und die Eurozone; Arbeitsmarktdaten Juli für die EU; ADP-Arbeitsmarktbericht August (USA); US-Bauausgaben im Juli; ISM-Index für August für das verarbeitende Gewerbe in den USA; Kfz-Absatz in den USA im August; Überprüfung der Zusammensetzung von Stoxx-50, Euro-Stoxx-50 und Stoxx-600

Donnerstag, 02.09.: Auftragseingang Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland; Entwicklung der Erzeugerpreise in der Eurozone im Juli; US-Handelsbilanz für Juli; Entwicklung der Produktivität ex Agrar in den USA im 2. Quartal (2. Veröffentlichung); Auftragseingang der US-Industrie im Juli

Freitag, 03.09.: Entscheidung über Änderungen bei den Dax-Indizes; Kfz-Neuzulassungen im August in Deutschland; Einkaufsmanagerindex nicht-verarbeitendes Gewerbe für Deutschland und die Eurozone (August-Zahlen, 2. Veröffentlichung); Einzelhandelsumsatz in der Eurozone im Juli; US-Arbeitsmarktdaten für August.

Autor: Dr. Robert Ertl, Vorstand der Bayerischen Börse AG

Daten zum Wertpapier: DAX - Aktienindex
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Ticker-Symbol: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008

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