Am Morgen: Grand City Properties, UnitedHealth und Konjunkturdaten im Blickpunkt - Nord LB Kolumne
Die Wirtschaft in Japan hat sich in Q2 vor allem dank eines robusten ExportgeschĂ€fts stĂ€rker erholt als erwartet. Das BIP wuchs nach vorlĂ€ufigen Daten um annualisierte 1,3%, nachdem die Wirtschaftsleistung in Q1 einen Einbruch um 3,7% erlitten hatte. Die Ausbreitung der Delta-Variante des Corona-Virus könnte die Erholung jedoch wieder eintrĂŒben, hieĂ es.
Die Industrieproduktion in China verlor im Juli an Schwung und hat dabei die Erwartungen der Volkswirte deutlich verfehlt. Sie stieg im abgelaufenen Monat im Jahresvergleich zwar um 6,4%, blieb damit aber deutlich unter dem Wachstumswert des Vormonats (+8,3%) und unter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten. Die Unternehmen kÀmpfen infolge erneuter Lockdowns zur EindÀmmung der Delta-Infektionswelle des Corona-Virus mit LieferengpÀssen und höheren Kosten, hieà es vom Nationalen Statistikamt.
Auch beim Einzelhandel lĂ€uft es im Reich der Mitte nicht so gut wie erwartet. Die UmsĂ€tze der Konsumenten erhöhten sich im Juli gegenĂŒber dem Vorjahr um 8,5% und blieben damit ebenfalls hinter den Erwartungen zurĂŒck. Im Juni waren die UmsĂ€tze im Einzelhandel noch um 12,1% gestiegen. Hintergrund der AbschwĂ€chung sind die verstĂ€rkten sozialen BeschrĂ€nkungen zur Virus-EindĂ€mmung, was insbesondere den Dienstleistungssektor belastet.
Auch wenn die Entwicklung der Genehmigungen fĂŒr den Bau neuer Wohnungen in Deutschland im Juni einen DĂ€mpfer erhielt, kann sich das Halbjahresergebnis sehen lassen. Von Januar bis Juni 2021 gab es insgesamt 7,7% mehr Zusagen als ein Jahr zuvor, teilte das Stat. Bundesamt mit. âDieses Plus betrifft im Neubau fast alle GebĂ€udearten2, hieĂ es dazu. Besonders stark erhöhten sich die Genehmigungen bei ZweifamilienhĂ€usern (+37,5%) und bei den EinfamilienhĂ€usern (+10,7%).
Die BeschĂ€ftigtenzahl in der deutschen Industrie lag im Juni mit knapp 5,5 Millionen Personen in den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes mit mindestens 50 BeschĂ€ftigten noch immer unter dem Vorjahresniveau. GegenĂŒber Juni 2020 ergab sich ein Minus von 78.000 oder 1,4%, gegenĂŒber 2019 waren es 3,8% oder 213.000 BeschĂ€ftigte weniger.
Rentenmarkt
Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben zum Wochenstart zunĂ€chst nachgegeben, sich im Verlauf aber -mit einem freundlich startenden US-Markt im RĂŒcken- wieder erholen können. US-Treasuries profitierten von schwĂ€cher als erwartet ausgefallenen Wirtschaftsdaten und legten zu.
Aktienmarkt
EnttĂ€uschende Konjunkturdaten aus China haben die AufwĂ€rtsbewegung am deutschen Aktienmarkt zu Wochenbeginn gebremst. Gesucht waren vor allem weniger konjunktursensitive Titel, wĂ€hrend Automobilwerte am Indexende zu finden waren. DAX -0,32%, MDAX -0,54%, TecDAX -0,12%. Die Kurse an der Wall Street sind in engen Grenzen uneinheitlich in die neue Woche gestartet. Anleger blieben, trotz schwĂ€cherer Konjunkturdaten aus China und einer ĂŒberraschend stark eingetrĂŒbten Stimmung in den Industrieunternehmen im Bundesstaat New York im August, weitgehend zuversichtlich. Dow Jones +0,31%, S&P-500 +0,26%, Nasdaq-Comp. -0,20%. UnitedHealth Group gewannen an der Dow-Spitze 1,84%. Der Nikkei-225 tendiert aktuell marginal leichter und liegt bei 27.503 Punkten (-0,07%).
Unternehmen
Der Immobilienkonzern Grand City Properties konnte das Ergebnis aus dem operativen GeschĂ€ft (FFO I) im ersten Halbjahr um 3% auf 94 Mio. EUR steigern und profitierte dabei von gesunkenen Finanzierungskosten. Die Mieteinnahmen sanken dagegen im Berichtszeitraum leicht auf 183 (Vorjahr: 186) Mio. EUR, was auf den Verkauf von Immobilien zurĂŒckzufĂŒhren war. Mit einem sinkenden Leerstand sei der Konzern auf einem guten Weg, seine Ziele fĂŒr 2021 zu erreichen, sagte CEO Zamir.
Devisen
Der Euro hat einen Teil der am Freitag erzielten Kursgewinne wieder abgegeben und dabei unter den schwÀcheren europÀischen AktienmÀrkten gelitten. Diese hatten negativ auf neueste Konjunkturdaten aus Peking reagiert.
Ăl / Gold
EnttĂ€uschende chinesische Konjunkturdaten und die Sorge vor weiteren Corona-EinschrĂ€nkungen, insbesondere in Asien, haben am Ălmarkt fĂŒr leicht rĂŒcklĂ€ufige Notierungen gesorgt. Gold ist mit Kursgewinnen in die neue Woche gestartet.
