Am Morgen: China-Aktien, Philips, Kion und Morphosys im Blickpunkt - Nord LB Kolumne

Am gestrigen Morgen hatten deutliche Kursverluste an Chinas Börsen die Risikofreude der Anleger gedämpft. Bild und Copyright: Filipe Frazao / shutterstock.com.

Am gestrigen Morgen hatten deutliche Kursverluste an Chinas Börsen die Risikofreude der Anleger gedämpft. Bild und Copyright: Filipe Frazao / shutterstock.com.

27.07.2021 08:03 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Die Stimmung der deutschen Wirtschaft hat im Juli überraschend einen Dämpfer erhalten. Der ifo-Geschäftsklimaindex ging überraschend auf 100,8 Punkte zurück. Vor allem die Geschäftserwartungen haben sich deutlich eingetrübt. Zwar wird die aktuelle Lage etwas besser als zuvor beurteilt, die Dynamik lässt aber auch hier nach. Der Indikator spricht grundsätzlich weiter für eine Fortsetzung der kräftigen Erholung im Sommer, die deutliche Eintrübung der Geschäftserwartungen ist aber schon ein Warnsignal. Die Ursachen hierfür sind vor allem anhaltende Lieferengpässe sowie wachsende Sorgen über den weiteren Pandemieverlauf. Die EZB dürfte sich in ihrer vorsichtigen Haltung einmal mehr bestätigt fühlen.

Am gestrigen Morgen hatten deutliche Kursverluste an Chinas Börsen die Risikofreude der Anleger gedämpft. China greift in den Privatsektor ein. Hintergrund ist, dass die chinesische Regierung am Wochenende eine Reform des privaten Bildungssektors angekündigt hat. Unternehmen, die Schullehrprogramme unterrichten, dürfen demnach keine Gewinne mehr erzielen oder an die Börse gehen. Die Firmen müssen gemeinnützig werden. Die hohen Gebühren für die Nachhilfe-Stunden sind der Regierung in Peking ein Dorn im Auge. Sie gelten als ein Hindernis für die angestrebte höhere Geburtenrate. Die Branche machte bislang einen Jahresumsatz von 120 Mrd. USD.

Rentenmarkt
Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind nach anfänglichen Gewinnen etwas unter Druck geraten. Die eingetrübte Stimmung in der deutschen Wirtschaft war keine nachhaltige Stütze für die Anleihen. Die Kurse von US-Staatsanleihen haben im Handelsverlauf moderate Gewinne verzeichnet.

Aktienmarkt
Der deutsche Aktienmarkt hat etwas nachgegeben. Auf die Stimmung der Anleger drückten u.a. das Ifo-Geschäftsklima und die News aus China. Nach dem geplatzten Übernahmeversuch war Vonovia mit minus 2,5% das Dax-Schlusslicht, während Deutsche Wohnen mit plus 1,2% die Index-Spitze einnahm. DAX -0,32%, MDAX -0,21%, TecDAX -0,65%. Die Aussicht auf starke Firmenbilanzen lockte weitere Anleger an die Wall Street. Erneute Kursstürze bei US-Aktien chinesischer Firmen bremsten die Kauflaune allerdings etwas aus. Dow Jones+0,24%, S&P-500 +0,24%, Nasdaq Comp. +0,03%. Nikkei-225 freundlicher bei aktuell 27.976,40 Punkten.

Unternehmen
Philips erzielte dank anhaltender Nachfrage in der Pandemie nach Krankenhausausrüstung einen kräftigen Gewinnsprung. In Q2 kletterte der operative Gewinn auf 532 Mio. EUR gegenüber 390 Mio. im Vorjahr. Der Konzern, dessen Produktpalette von elektrischen Zahnbürsten bis hin zu medizinischen Bildgebungssystemen reicht, steigerte den Umsatz auf vergleichbarer Basis um 9% und übertraf damit die Analystenschätzungen von Plus 7,3%. Philips buchte eine zusätzliche Rückstellung in Höhe von 250 Mio. Euro für die Reparatur und den Ersatz von Anfang Juni zurückgerufenen Beatmungsgeräten. Das Unternehmen bestätigte seine Prognose.

Nach einem guten ersten Halbjahr hebt der Gabelstapler-Hersteller Kion seine Prognosen für das Gesamtjahr an. Erwartet werde nun ein Umsatz zwischen 9,7 und 10,3 Mrd. EUR (bislang 9,15 bis 9,75 Mrd. EUR). Der bereinigte Gewinn werde zwischen 810 und 890 (bislang: 720 bis 800) Mio. EUR liegen, der Auftragseingang zwischen 10,65 und 11,45 (9,7 bis 10,4) Mrd. EUR.

Das Biotechunternehmen Morphosys hat sein Umsatzziel gesenkt und erwartet zudem höhere Kosten. Der Vorstand peilt 2021 nun einen Umsatz bis zu 180 Mio. EUR an statt bis zu 200 Mio. EUR. Grund seien geringere Produktionsumsätze des Krebsmittels Monjuvi, das Morphosys in den USA zusammen mit IncyteI vermarktet. Zudem kündigte das Management höhere Kosten unter anderem bei Forschung & Entwicklung sowie Vertrieb an: Die Aufwendungen würden nun 435 bis 465 Mio. EUR betragen statt wie ursprünglich geplant 355 bis 385 Mio. EUR.

Devisen
Der Euro erlebte gestern einen schwankungsreichen Tag. Trotz Querschlägern von den Aktienmärkten und vom Ifo-Geschäftsklima legte er über 1,18 USD zu.

Öl / Gold
Auch die Ölpreise notierten schwächer. Marktbeobachter verwiesen auf wachsende Sorgen vor neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Gold blieb unter 1.800 USD.

Daten zum Wertpapier: DAX - Aktienindex
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Ticker-Symbol: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008

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