Grenke: Noch kein Schlussstrich unter dem „Fall Viceroy”

Die heute erfolgte Vorlage der Bilanz für 2020 passt ins Bild der bisherigen Krisen-Kommunikation aus der Konzernzentrale von Grenke. Bild und Copyright: Grenke.

Die heute erfolgte Vorlage der Bilanz für 2020 passt ins Bild der bisherigen Krisen-Kommunikation aus der Konzernzentrale von Grenke. Bild und Copyright: Grenke.

21.05.2021 11:19 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter auf Twitter 

Für die Grenke AG war die Zeit seit September 2020 nicht nur aufgrund der Covid-19 Pandemie ein Ritt durch die Hölle. Ein Report von Fraser Perrings Viceroy Research brachte das Unternehmen stark unter Druck. Einige der Vorwürfe haben sich bis heute nicht bestätigt, andere, wie zum Beispiel Grenkes zweifelhaftes Geschäftsgebaren im Auslands-Franchisegeschäft, hallen bis heute nach. Dass der Aktienkurs des Leasing- und Factoring-Konzerns weiter deutlich unter den Niveaus aus dem September 2020 notiert, zeigt, dass der Finanzdienstleister das Vertrauen bisher nur zum Teil wieder herstellen konnte.

Dass das so ist, liegt auch an einem merkwürdigen Kommunikationsgebaren der Süddeutschen rund um die Krise. Hatte Grenkes Führungsspitze zunächst entrüstet alle Vorwürfe vom Tisch gewischt, musste man an diversen Stellen nach und nach zurück rudern und Fehler eingestehen, Konsequenzen ziehen. Wir berichteten hierüber in den letzten Monaten ausführlich. Dass dies Argwohn bei Anlegern geschürt hat, erstaunt wenig.

Aus dem Fehler gelernt hat man beim Unternehmen bisher wohl nicht. Die heute erfolgte Vorlage der Bilanz für 2020 passt ins Bild der bisherigen Krisen-Kommunikation aus der Konzernzentrale in Baden-Baden. Grenke hatte - eigentlich - die Spannung aus der Nummer schon am 17. Mai rausgenommen. Ignorieren wir mal die erstaunlich stark ausgefallene Dividenden-Kürzung, so blieb von dem Tag vor allem eins hängen: Man habe vom Wirtschaftsprüfer KPMG ein uneingeschränktes Testat für den Jahres- und Konzernabschluss des Jahres 2020 erhalten, hieß es von Grenke - wir berichteten.

Schaut man heute in Grenkes Geschäftsbericht für das Jahr 2020, so schaut das Bild differenziert aus. Zwar heißt es auf Seite 230 des Geschäftsberichts in dem Statement des Wirtschaftsprüfers von KPMG unter anderem: „Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.”

Doch im weiteren Verlauf des Statements gibt es Kritik an Grenke. Und die bezieht sich im Wesentlichen immer wieder auf die internen Kontrollmechanismen des Unternehmens bei Punkten die auch Perrings Viceroy Research ins Visier genommen hat. Ob Grenke mit dem nun vorliegenden Geschäftsbericht für 2020 wirklich Ruhe im „Fall Viceroy Research” haben wird, bleibt abzuwarten. Eine gewisse Skepsis ist da durchaus berechtigt, wie auch aktuelle Beiträge auf twitter zeigen. An der Börse wird man jedenfalls weiter um Vertrauen werben müssen. Der Aktienkurs spricht hier Bände und auf Grenke wartet noch viel Arbeit.

Daten zum Wertpapier: Grenke AG
Zum Aktien-Snapshot - Grenke AG: hier klicken!
Ticker-Symbol: GLJ
WKN: A161N3
ISIN: DE000A161N30
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