US-Inflation im April: Basis-Effekte, aber keine „unwillkommene“ Inflation - DWS

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DWS: „Derartige Basiseffekte dürften noch einige Monate anhalten. Danach erwarten wir eine allmähliche Normalisierung der Inflationsrate hin zu Regionen, mit der die US Federal Reserve leben kann.” Bild und Copyright: autsawin uttisin / shutterstock.com.

13.05.2021 08:04 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Schon lange wurden die amerikanischen Inflationszahlen nicht mehr mit so einer Spannung erwartet wie diesen Mittwoch. Im Vorfeld wurde lebhaft diskutiert, ob Covid-Ängste, fehlende Kinderbetreuung oder hohe Arbeitslosenunterstützung letztendlich zu höheren Löhnen und damit zu höherer Inflation führen könnten. In der Tat überraschte die Gesamtinflation für April mit 4,2 Prozent im Jahresvergleich deutlich. Auch die weniger volatile Kerninflation (ohne Energie- und Lebensmittelpreise) stieg mit 3,0 Prozent im Jahresvergleich stark an.

Trotz dieser Überraschung fällt es uns schwer, nachhaltige Anzeichen für signifikante Lohninflation zu finden. Im Wesentlichen waren genau jene transitorischen Basis- und Nachfrageeffekte am Werk, mit denen wir schon länger gerechnet hatten. Die Energiepreise stiegen im Jahresvergleich um 25,1 Prozent, nachdem sie im April 2020 im Jahresvergleich um 17,7 Prozent gesunken waren. Darüber hinaus verzeichneten Gebrauchtwagen einen Preisanstieg von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr, dies entspricht in etwa 0,6 Prozentpunkte der gesamten Inflation im April. Oder anders ausgedrückt: Ohne den Anstieg bei den Gebrauchtwagen hätte die Inflation genau die Markterwartung getroffen. Deutlich stiegen auch die notorisch volatilen Kosten für Transportdienstleistungen (5,6 Prozent im Jahresvergleich) und notierten damit zum ersten Mal seit dem Ausbruch der Pandemie im positiven Bereich. Dies geht mit höheren Preisen für Hotelübernachtungen einher. Beides ein Zeichen dafür, dass sich die Nachfrage in den zuvor stark gebeutelten Dienstleistungen nun endlich erholt.

Insgesamt bestätigen die April-Zahlen auch die Vermutung, dass die globalen Lieferketten durch die anziehende Nachfrage herausgefordert werden - die Preise für langlebige Konsumgüter stiegen im Jahresvergleich von 3,7 auf 7,3 Prozent. Dienstleistungspreise, ein Indikator für den im Inland erzeugten Preisdruck, näherten sich jedoch wieder ihrem langfristigen Durchschnitt von 2,6 Prozent im Jahresvergleich an.

Derartige Basiseffekte dürften noch einige Monate anhalten. Danach erwarten wir eine allmähliche Normalisierung der Inflationsrate hin zu Regionen, mit der die US Federal Reserve leben kann. Ob der Haupttreiber der Inflation die Arbeitsmärkte sein werden, wie es die Fed für eine Änderung der Politik fordert, bleibt jedoch abzuwarten.

Autor: Christian Scherrmann, US Volkswirt DWS

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