Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen geht überraschend stark zurück - Commerzbank Kolumne

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24.09.2020 09:46 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Im September zeigt sich bei den Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum eine deutliche Divergenz. Während der Index für den Dienstleistungssektor um 3 Punkte auf 47,6 einbrach, erholte sich der Index für das verarbeitende Gewerbe um 2 Punkte auf 53,7 Punkte. Diese Entwicklung zeigt sich ähnlich in Deutschland und Frankreich. Offenbar scheint die zweite CoronaInfektionswelle die Erholung im Dienstleistungsbereich zu bremsen. Die wieder größere Verunsicherung der Verbraucher und neuerliche Beschränkungen bekommt vor allem der Dienstleistungssektor zu spüren. Beim verarbeitenden Gewerbe setzt sich die Erholung bis zuletzt weiter fort. Es ist aber zu erwarten, dass dort das Tempo der Erholung ebenfalls nachlassen wird.

Anleihen


Frankreich: INSEE Geschäftsklima (Sep), 08:45 Uhr
Deutschland: Ifo-Geschäftsklima (Sep), 10:00 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: Verkäufe neuer Häuser (Aug), 16:00 Uhr

Die Sorgen vor den Folgen einer zweiten Corona-Infektionswelle, die vor allem in Spanien und Frankreich zu spüren ist, schlagen sich in den Einkaufsmanagerindizes für Deutschland, Frankreich und dem Euroraum für September nieder. Zwar fielen die Umfragen für das verarbeitende Gewerbe erfreulich positiv aus, dagegen trübten sich die Ergebnisse für den Dienstleistungsbereich aber stark ein. In Deutschland ging der Index von 52,2 auf 49,1 Punkte und in Frankreich von 51,5 auf 47,5 Punkte zurück (siehe dazu „Im Blickpunkt“). Immer mehr zeigt sich, dass es trotz der zunächst dynamischen Erholung nach dem Einbruch im 2. Quartal einige Zeit dauern wird, bis die Wirtschaft im Euroraum wieder ihr Vorkrisenniveau erreicht. Die neuerlichen Beschränkungen auf die wieder steigenden Infektionszahlen in einigen europäischen Ländern verzögern die Erholung. Wir erwarten, dass das reale BIP im Euroraum erst 2022 wieder sein Vorkrisenniveau erreichen dürfte. Die Corona-Sorgen haben gestern den US-Dollar in der Breite gestärkt, insbesondere ggü. den Emerging Markets. Der Euro gab gestern ggü. dem US-Dollar weiter nach, er fiel auf 1,1650 US-Dollar, den niedrigsten Stand seit Ende Juli. Die aktuelle Dollar-Stärke setzte dem Goldpreis zu. Gold verliert für Investoren außerhalb des Dollarraums an Attraktivität. Die Renditen von US-Treasuries stiegen gestern leicht an. Im Euroraum gehen die Risikoaufschläge ggü. Bundesanleihen schon seit einigen Tagen zurück. Sie haben inzwischen die niedrigsten Niveaus seit Februar erreicht. Das gemeinsame Vorgehen der EU gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie sowie die massiven Käufe der EZB zeigen wohl ihre Wirkung.

Aktien


Accenture Plc., Ergebnis Q2
Costco Wholesale, Ergebnis Q2

Nachdem die Erholung an den europäischen Aktienmärkten am Dienstag noch relativ zögerlich ausgefallen war, verbesserte sich die Stimmung zur Wochenmitte und Schnäppchenjäger traten auf den Plan. Allerdings bremsten gegen Handelsschluss die einbrechenden US-Börsen diesen positiven Trend wieder aus. Im deutschen Leitindex Dax 30 profitierten insbesondere die Aktien des Sportartikelproduzenten Adidas (+4,4%) von den guten Quartalszahlen des Wettbewerbers Nike in den USA. Im MDax konnten die Anteilscheine von Puma (+4,1%) ähnlich stark zulegen. Spitzenreiter im Index für mittelgroße Werte waren indes die Papiere von Osram (+14,1%), nachdem bekanntgegeben wurde, dass die Aktionäre des Lichtkonzerns überraschend hohe Ausgleichszahlungen vom österreichischen Sensorspezialist ams erhalten werden. Unter den Branchen im Euroraum gab es deutliche Performanceunterschiede. Während insbesondere Reise & Freizeit (+2,3%), aber auch Handel (+1,7%) und Gesundheit (+1,5%) deutlicher zulegen konnten, standen vor allem Bankaktien (-1,6%) unter Druck. An der Wall Street kippte die Stimmung wieder deutlich ab. Fed-Präsident Jerome Powell hatte zum wiederholten Male der US-Konjunktur eine nur langsame Erholung attestiert und die Notwendigkeit weiterer fiskalpolitischer Maßnahmen angemahnt. Im Fokus standen die Aktien von Nike (+8,8%) und Tesla (-10,3%). Während die Titel des Sportartikelkonzerns nach Zahlen deutlich stiegen, gerieten die Tesla-Papiere nach einer Veranstaltung zu den Batterien des Elektroautos unter Druck. Im allgemein negativen Umfeld stachen die Informationstechnologie (-3,2%) und Energiewerte (-4,6%) negativ hervor. Auch die asiatischen Börsen geben angesichts der negativen Vorgaben aus den USA in der Breite deutlich nach. Auch die europäischen Börsen werden somit merklich schwächer eröffnen.
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