Am Morgen: Grenke, Fraser Perring und Next im Fokus - Nord LB Kolumne


18.09.2020 09:58 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Nichts wirklich Neues von der Bank of Japan (BOJ). Die Währungshüter halten erwartungsgemäß die Geldpolitik stabil, geben sich allerdings etwas optimistischer als bei der letzten Zinsüberprüfung. Das kfr. Zinsziel bleibt bei -0,1%. Nach Angaben der BoJ befindet sich die jap. Wirtschaft weiterhin in einem schwierigen Zustand, hat jedoch begonnen, sich zu erholen.

Der europäische Automarkt will wegen der Corona-Krise einfach nicht richtig in Fahrt kommen: Wie der Herstellerverband ACEA mitteilte, wurden im August in der EU 769.525 Neuwagen ausgeliefert, ein Minus von 18,9%. Damit wurden die Juli-Zahlen (-5,7% auf 1,1 Mio. Autos) deutlich unterboten. Für die ersten acht Monaten steht ein Rückgang um 32,0% auf 6,123 Millionen Fahrzeuge zu Buche.

Der Auftragsbestand der dt. Industrie hat sich im Juli dank einer erhöhten Auslandsnachfrage leicht verbessert. Die Auftragsbücher verzeichneten saison- und kalenderbereinigt ein Plus von 0,1% zum Vormonat. Während die inländischen Bestellungen um 0,3% zurückgingen, legten die Aufträge aus dem Ausland um 0,3% zu. Im Vergleich zum Februar 2020 ist der Bestand allerdings noch um 1,1% niedriger.

Interessantes vom Institut für Weltwirtschaft (IfW): Die Forscher gehen mittlerweile davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr nicht so stark einbricht wie in der Finanzkrise 2009. Das BIP dürfte nach neuesten Erkenntnissen um 5,5% (Juni-Prognose: -6,8%) fallen, sagten die Ökonomen in ihrer Herbstprognose. In der Finanzkrise hatte es einen Rückgang um 5,7% gegeben. Dennoch: "Die weitere Erholung dürfte mühsamer werden und an Tempo einbüßen", warnten die Experten zugleich. Für 2021 senkten sie ihre Wachstumsprognose von 6,3 auf 4,8% und sagten für 2022 ein Plus von 2,4% voraus.

Die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der vergangenen Woche auf 860.000 (Vorwoche revidiert: 893.000) gesunken. Damit bleibt das Niveau nach wie vor hoch.

Rentenmarkt
Deutsche Staatsanleihen tendierten am Donnerstag freundlich und profitierten u.a. von Abschlägen bei den Dividendentiteln. Enttäuschende Konjunkturdaten haben US-Staatsanleihen auf die Gewinnerstraße gebracht.

Aktienmarkt
Der deutsche Aktienmarkt hat im Handelsverlauf seine frühen Verluste eingegrenzt und etwas leichter geschlossen. Belastet hätten u. a. die Ergebnisse der Fed-Sitzung vom vergangenen Mittwoch, hieß es am Markt. DAX -0,36%, MDAX -0,25%, TecDAX -0,53%. Thema des Tages waren erneut die Aktien von Grenke, die nach den Leerverkäufen der vergangenen Tage und einem Kursverlust von ca. 50% am Donnerstag um 33,56% zulegten.

Die US-Börsen haben am Donnerstag Kursverluste erlitten. Einerseits war nach wie vor die Enttäuschung über die Fed-Aussagen präsent, andererseits waren auch die jüngsten Konjunkturdaten nicht berauschend. Dow Jones -0,47%; S&P 500 -0,84%; Nasdaq Comp. -1,27%. Nikkei 225 vor dem Wochenende akt. bei 23.351 Pkt. (+0,13%).

Unternehmen
Die Leasingfirma Grenke setzt sich zur Wehr und hat eine Taskforce gebildet, die sich mit der „detaillierten Widerlegung” der Behauptungen des brit. Investors Perring befassen soll. „Vorstand und Aufsichtsrat sehen alle diese Vorwürfe weiterhin als unbegründet an”, so das Unternehmen. Perring wirft Grenke unter anderem Betrug, Bilanzfälschung und Geldwäsche vor.

Der britische Textilhändler Next hat im ersten Halbjahr deutliche Rückgänge bei Umsatz und Erträgen hinnehmen müssen. Die Erlöse sanken um 34% auf 1,357 Mrd. GBP. Das Vorsteuerergebnis lag bei 9 (320) Mio. GBP. Zuletzt hat sich das Geschäft von den Corona-bedingten Einschränkungen aber erholt, was den Vorstand zu einer Erhöhung der Jahresziele veranlasst hat. So werde nun ein Vorsteuergewinn von 300 (bisherige Prognose 195; Vorjahr: 729) Millionen Pfund erwartet, wie Next mitteilte.

Devisen
Die unter den Erwartungen liegenden US-Wirtschaftsdaten haben den US-$ geschwächt u. im Gegenzug den Euro begünstigt.

Öl / Gold
Nach einem schwächeren Handelsauftakt sind die Ölpreise im Verlauf gestiegen. Auf einer Tagung der Opec+-Staaten forderten Saudi-Arabien und Russland von anderen Ländern die Einhaltung der vereinbarten Förderquoten. Der Goldpreis tendierte am Donnerstag leichter.

Daten zum Wertpapier: Konjunktur

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