Geldmengen schießen nach oben - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: anathomy / shutterstock.com.

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02.06.2020 09:28 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Weltweit steigen die Geldmengen aufgrund expansiver Notenbanken kräftig. Im USD übertrifft das aktuelle Geldmengenwachstum das in der Finanzkrise deutlich. Ob mehr Geld im Umlauf auch mehr Inflation bedeutet, das ist aber nicht sicher, wie die Disinflation nach der Finanzkrise 2008/09 zeigt. Der Grund für diese lag in der gefallenen Umlaufgeschwindigkeit des Geldes, die den Geldmengenanstieg kompensierte. Aber je stärker das Geldmengenwachstum, desto mehr muss auch die Umlaufgeschwindigkeit zurückgehen, um dieses zu kompensieren. Das heißt, die Inflationsrisiken steigen derzeit kräftig. In den Inflationserwartungen spiegeln sich aktuell aber vor allem die kurzfristig disinflationären Quelle: Refinitiv Datastream Effekte des Nachfrageeinbruchs wider.

Anleihen


Euroraum: Einkaufsmanagerindizes (Mai), 10 Uhr

Aufgrund des Feiertages Pfingstmontag verlief der Rentenhandel ohne große Kursänderungen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg zwischenzeitlich wieder über die Marke von minus 0,40% (Tageshoch -0,38%). Hier machte sich wohl die fehlende Beteiligung der Deutschen Bundesbank bemerkbar, da sie wegen des Feiertages nicht als Käufer auf dem Markt unterwegs war. Es verdichten sich die Hinweise, dass einige EZB-Ratsmitglieder eine Aufstockung des Kaufprogramms „PEPP“(Pandemic Emergency Purchase Programme) auf der kommenden EZB-Sitzung am Donnerstag ablehnen. Der Markt spekuliert schon seit Wochen auf die Ausweitung des Volumens. Vielmehr möchten mehrere Ratsmitglieder mit einer Aufstockung bis September warten. Eine Quelle spricht sogar davon, dass die Mehrheit eine frühzeitige Erhöhung ablehnt. Diese Nachricht wird die Einengungsentwicklung der Risikoaufschläge italienischer Staatsanleihen belasten, die sich seit Mitte April um über 70 Basispunkte bei zehnjährigen Papieren verringert haben. Der Euro hält sich gegenüber dem US-Dollar weiterhin gut und notiert über der Marke von 1,11 US-Dollar je Euro. Solange die Politik den Ball mit ihren Diskussionen um ein EUWiederaufbauprogramm im Spiel lässt, was auf eine intensivere Zusammenarbeit der Staaten und letztendlich eine Vergemeinschaftung von Schulden hindeutet, bleibt der Euro gegenüber dem US-Dollar unterstützt. Zudem kann auch von einer US-Dollar-Schwäche gesprochen werden, da die US-Wirtschaft aktuell kaum positive Signale sendet. Außerdem belasten die Unruhen in vielen großen Städten die Erholung nach dem Corona-Shutdown. Ein „sicherer Hafen“, für den die amerikanische Währung allgemein gehalten wird, sieht eben anders aus. Trotzdem dürfte der Euro in nächster Zeit kaum noch verteuern.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Nachdem die Börsen im April 2020 kräftig anzogen hatten (der MSCI Welt-Index legte um 10,6% zu), setzte sich der Haussetrend im Mai 2020 fort. Auch wenn es am letzten Handelstag des Monats zu leichten Gewinnmitnahmen kam, stieg der MSCI Welt-Index im Berichtsmonat um weitere 4,6%. Der Dax legte vergangenen Monat um satte 6,7% zu und lief am 28. Mai mit 11.813 Punkten bis auf ca. 2,5% an die 200-Tage-Linie heran, die der US-Leitindex S&P 500 gegen Ende des Monats sogar schon überwinden konnte. Damit gewann der Dax seit seinem Jahrestief in der Spitze rd. 43% und der S&P 500-Index rd. 40% (Nasdaq CompositeIndex: +43% seit dem Jahrestief am 23. März 2020). Für Rückenwind sorgten zuletzt unverändert erweiterte Lockerungsmaßnahmen in immer mehr Ländern, eine geplante teilweise Aufhebung von Reisebeschränkungen, das sukzessive Hochfahren von weiteren Produktionskapazitäten sowie sinkende Neuinfektionszahlen (v.a. in Europa). Entscheidend für die rasante Hausse seit Mitte März 2020 dürften aber nicht zuletzt die gigantischen Hilfsmaßnahmen der Regierungen und Notenbanken gewesen sein, die die Hoffnung der Anleger auf eine deutliche Wiederbelebung der Konjunktur im zweiten Halbjahr 2020 und im kommenden Jahr beleben. Zudem gibt es kaum renditeträchtige Anlagealternativen und viele Investoren sitzen auf hohen „Bargeldbeständen“. Am Pfingstmontag unterstützte der Aufsichtsrat der Lufthansa das Rettungspaket mit EU-Auflagen. Die US-Börsen tendierten gestern trotz der jüngsten teilweise bürgerkriegsähnlichen Proteste in den USA mit Aufschlägen von rd. 0,4%. Auf Sektorenebene waren vor allem Immobilientitel (+2,1%) stark gesucht. Pharmaaktien büßten als Tagesverlierer im Schnitt rd. 1% ein. Die Börsen in Asien konnten ihre Montagsgewinne heute Morgen noch etwas ausbauen. Der Nikkei 225-Index gewann 1,2% und der Kospi-Index rückte um 1,1% vor.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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