Kein Ende der Palladiumknappheit in Sicht - Commerzbank Kolumne

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21.02.2020 09:41 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

2020 könnte das fünfte Jahr in Folge mit einem kräftigen Preisanstieg für Palladium werden. Seit Jahresbeginn hat der Preis bereits fast 40% bzw. rund 750 $/Feinunze zugelegt. Die jüngste Marktübersicht des Katalysatorherstellers Johnson Matthey bestätigt ein nachhaltiges und wohl auch weiter steigendes Angebotsdefizit. 2019 legte die Nachfrage aus der Automobilindustrie um rund 10% zu, obwohl die Automobilproduktion rückläufig war. Aber um 14% höhere Palladiumanteile in den Katalysatoren machten dies mehr als wett. 2020 wird sich an diesem Trend wegen der landesweiten Einführung der China-6-Abgasnorm und höherer Palladiumanteile in Europa nichts ändern. Die Substitution durch Platin ist 2020 noch kein großes Thema.

Anleihen


Japan: Verbraucherpreise (Jan.), 01:30 Uhr
Frankreich: Einkaufsmanagerindizes (Feb.), 09:15 Uhr
Deutschland: Einkaufsmanagerindizes (Feb.), 9:30 Uhr
Euroraum: Einkaufsmanagerindizes (Feb.), 10:00 Uhr
USA: Verkäufe bestehender Häuser (Jan.), 16:00 Uhr

Trotz zuletzt eher magerer Konjunkturdaten aus dem Euroraum bleibt die Europäische Zentralbank (EZB) wohl bei ihrer abwartenden Haltung – diese Position ist zumindest aus dem gestern veröffentlichtem Protokoll der jüngsten geldpolitischen Sitzung herauszulesen: Die derzeitige Markterwartung, dass die EZB zumindest für die nächsten zwei Jahre die Leitzinsen nicht ändert, stünde "im Großen und Ganzen im Einklang mit den gedämpften Inflationsaussichten". Die Ratsmitglieder waren sich einig, dass die Geldpolitik über einen längeren Zeitraum sehr akkommodierend bleiben müsse, da die Inflation noch weit vom Ziel des EZB-Rates entfernt sei. EZB-Vizepräsident de Guindos sagte gestern, dass der Ausbruch des Coronavirus neue Unsicherheiten für das globale Wachstum schaffen würde. Zum Zeitpunkt der Ratssitzung standen noch andere Sorgen im Vordergrund: Das Handelsabkommen zwischen den USA und China könne Güterstrome weg vom Euroraum lenken, ein Zollkonflikt zwischen den USA und dem Euroraum, der die Automobilindustrie treffen würde, sei nicht auszuschließen. Zudem könne es bei den Handelsgesprächen mit Großbritannien zu unerwarteten Divergenzen kommen. In den USA ist die Stimmung in den Firmen trotz Virusepidemie noch ungetrübt: Nach dem Empire State Index am Dienstag legt gestern auch der Philadelphia Fed Index kräftig zu. Positiv überraschten auch die Einzelhandelsumsätze in Großbritannien: Mit +1,6% zum Vormonat war der Anstieg (ohne Benzin) so kräftig wie seit Juni 2018 nicht mehr und beendet zunächst den seit März 2019 intakten Schwungverlust.

Aktien


Allianz, Pearson, Rhön Klinikum, Zahlen Q4 2019
Deere, Zahlen Q4 2019

Der Aktienhandel verlief gestern in Europa zunächst in relativ engen Bahnen, bevor den Märkten in der letzten halben Stunde mit einer kurzfristigen Schwächephase der Wall Street doch die Luft ausging. Der DAX gab um 0,9% nach, der Euro Stoxx 50 verlor mit 1,1% etwas stärker. Erneut bestimmten Meldungen zum Coronavirus (Rückgang der Neuansteckungen, Maßnahmen der chinesischen Notenbank, aber auch spürbare Auswirkungen bei Unternehmen) und Zwischenberichte das Geschehen. Gute Zahlen verhalfen FMC (+3,7%) und der Mutter Fresenius (+2,3%) an die DAX-Spitze. Am Ende rangierten nach negativ aufgenommenen Zahlen MTU Aero Engines (-2,9%) und Sorgen wegen Coronafolgen Deutsche Lufthansa (-2,5%) und adidas (-2,6%). Im SDAX gab es zwei deutliche Ausreißer mit Wacker Chemie (+6,1%) nach Restrukturierungsprogramm bzw. Analystenkommentaren bei Norma (-7,2%). Auch an den US-Börsen dämpften Sorgen um die Virusepidemie die Indizes. Dow Jones und S&P 500 gaben 0,4% ab, die Nasdaq lag 0,7% im Minus, jeweils aber deutlich über den Tagestiefs. Schwächste Branche war IT (-1%), wo Halbleiterhersteller unter Druck waren. Dagegen verhinderten defensive Sektoren wie Immobilien (+1,2%) oder Versorger (+0,3%) ein stärkeres Abrutschen des Marktes. Stärkster Wert im Dow Jones war Dow (+2,5%), Intel (-2,5%) und Goldman Sachs (-1,8%) waren die größten Verlierer. Morgan Stanleys Zukauf des Brokers E*Trade wurde mit einem Minus von 4,5% quittiert. Ein Debakel erlebte der neue Medienriese ViacomCBS mit einem Einbruch um 15% nach Zahlen. Heute steht der kleine Verfallstag an den Terminbörsen bevor, was zu Bewegung intraday führen kann. Die Zeichen stehen nach moderaten Verlusten in Asien auf Konsolidierung.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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