ZEW-Index zeigt Stimmungsaufhellung bei den Finanzmarktexperten - Commerzbank Kolumne

 Wir haben den Verdacht, dass die Stimmung der Analysten sich zeitweise an Finanzmarktindikatoren, wie dem DAX-Index, orientiert. Bild und Copyright: MaxxiGo / shutterstock.com.

Wir haben den Verdacht, dass die Stimmung der Analysten sich zeitweise an Finanzmarktindikatoren, wie dem DAX-Index, orientiert. Bild und Copyright: MaxxiGo / shutterstock.com.

22.01.2020 08:58 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Das ZEW befragt monatlich Finanzexperten wie sie die konjunkturelle Lage beurteilen und fragt zugleich die Erwartungen ab. Der Index, der diese Erwartungen abbildet, ist nun im Dezember zum dritten Mal in Folge kräftig angestiegen. Das ist grundsätzlich ein positives Konjunktursignal, zumal auch die Lage positiver bewertet wird. Doch die Realwirtschaft folgt nicht immer den Analystenerwartungen. Wir haben den Verdacht, dass die Stimmung der Analysten sich zeitweise an Finanzmarktindikatoren, wie dem DAX-Index, orientiert. Die deutschen Exporteure hoffen auf ein kräftigeres Nachfragewachstum in China – die Erholung dort dürfte aber schwächer als erwartet ausfallen.

Anleihen


Frankreich: Geschäftsklima INSEE (Jan.), 08:45 Uhr
USA: Verkäufe gebrauchter Häuser (Dez.), 16:00 Uhr

Die Risikoaversion der Anleger stieg gestern leicht an, nachdem die Zahl der Nachweise und Todesfälle einer neuen Lungenkrankheit (Corona-Virus) in China gestiegen ist. Verdachtsfälle wurden auch aus Taiwan, Thailand, Japan, Südkorea und Australien gemeldet. Mit der Reisewelle am kommenden Samstag zum Neujahrsfest wächst die Gefahr einer Ausbreitung des Virus. Der chinesische Renminbi wertete sich gestern deutlich ab und die Staatsanleiherenditen gingen zum Teil deutlich zurück. Die japanische Notenbank änderte erneut nichts an der Geldpolitik. Die letzte geldpolitische Änderung vollzog sie vor 1½ Jahre, als sie das Toleranzband um ihr Renditeziel erhöhte. Es war der Versuch, trotz anhaltend niedriger Inflation, langsam aus der Niedrigzinspolitik auszusteigen. Doch der Handelskrieg und die globale Wachstumsabschwächung haben dies letztendlich verhindert. Die Konjunkturdaten fielen gestern überwiegend besser als erwartet aus. So stieg der ZEW-Index für die Konjunkturerwartungen für Deutschland im Januar von 10,7 auf 26,7 Punkte kräftig an. Es ist der dritte Anstieg in Folge auf den höchsten Stand seit August 2015 (siehe dazu auch Im Blickpunkt). Damit kann man hoffen, dass die Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum, deren erste Schätzung für Januar am Freitag gemeldet wird, leicht angestiegen sind. Auch der Arbeitsmarkt in Großbritannien hat auf der positiven Seite überrascht. So gab es auf rollierender 3-Monats-Basis im November einen Zuwachs von 208.000 Erwerbstätigen, erwartet worden waren 110 Tsd. Die Kreditvergabestandards blieben nach der Umfrage der EZB im Euroraum im 4 Quartal weitgehend unverändert. Während die Nachfrage nach Unternehmenskrediten zurück-ging, stieg sie für Immobilien- und Konsumentenkredite leicht an.


Aktien


Abbott Lab, Q4
Johnson & Johnson, Q4

Der DAX konnte sich nach einem zunächst schwachen Handelsstart zum Schluss deutlich erholen. Der deutsche Leitindex legte zum Börsenende 0,05% zu und schloss damit letztendlich im positiven Bereich. Ein Hauptthema am Markt war gestern die Sorge um den neuartigen, in China aufgetretenen, „Corona-Lungenvirus“ der Marktteilnehmern zufolge besonders die Tourismus- und Luftfahrtbranche belasten dürfte. Entsprechend schwach stellten sich die Aktien von Lufthansa mit einem Minus von 3,38% dar. Auffällig waren auch die Aktien von Wacker Neuson aus der dritten Reihe. Der Baumaschinenhersteller reduzierte seine Gewinnprognose und wurde dafür mit einem Minus von 10% bestraft. Schlechte Geschäfte in wichtigen europäischen Märkten und eine gesenkte Erwartungshaltung für das Gesamtjahr ließen die Papiere von Heidelberger Druckmaschinen um über 8% einbrechen. Auch an den europäischen Märkten war die Virus-Sorge mit Abschlägen bemerkbar. Der EuroStoxx50 verlor gut einen viertel Prozentpunkt der französische CAC40 sowie der englische FTSE100 gaben jeweils rund 0,5% nach. Auch Airlines wie KLM in den Niederlanden (-2,5%) sowie die US-Fluggesellschafen United Airlines und American Airlines lagen beide mit über 4% im Minus. Die Sorge um Auswirkungen des Virus auf die Wirtschaft belastete auch den US-Markt. Der Dow Jones verlor 0,52% und der breiter gefasst S&P500 gab 0,27% nach. Bester Wert in einem schwachen Umfeld war Intel, die wegen der Erwartung starker Quartals-zahlen am Donnerstag auf ein Rekordhoch kletterten und sich mit Plus 1,6% an die Spitze der Dow-Werte setzten. Da seit US-Handelsschluss die Futures wieder angezogen haben und auch aus Asien freundliche Vorgaben kamen, wird der DAX heute in der Eröffnung auf ein neues Rekordhoch steigen.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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