MSCI Japan-Index gewinnt im November 2019 leicht an Wert, Underperformance bleibt bestehen - Commerzbank Kolumne

Im November 2019 gewann der Topix-Index rd. 0,6%; der MSCI Japan-Index (USD-Performance) legte seit Anfang 2019 um 14,8% zu. Bild und Copyright: Songquan Deng / shutterstock.com.

Im November 2019 gewann der Topix-Index rd. 0,6%; der MSCI Japan-Index (USD-Performance) legte seit Anfang 2019 um 14,8% zu. Bild und Copyright: Songquan Deng / shutterstock.com.

20.12.2019 09:37 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Der japanische Topix-Index hat seit Anfang des Jahres unter recht hohen Schwankungen per Saldo um rd. 16% zugelegt (per 18. Dezember 2019). Gegenüber seinen Kontrahenten in den USA (Dow Jones: +21%) und dem Dax (+25%) weist er damit eine deutliche Underperformance auf. Der Yen tendierte gegenüber dem US-Dollar seit Jahresbeginn nahezu unverändert. Im November 2019 gewann der Topix-Index rd. 0,6%; der MSCI Japan-Index (USD-Performance) legte seit Anfang 2019 um 14,8% zu. Nach einem schwachen August kam es von September bis November 2019 zu einer Kehrtwende bei den Kursen. Verantwortlich für den Kursaufschwung zeichneten mehrere Gründe. Die Erleichterung über die Regierungsbildung in Italien gab den globalen Börsen ebenso Rückenwind wie die geringere Wahrscheinlichkeit eines No-Deal-Brexit. Zudem weitete die EZB ihre ohnehin sehr expansive Geldpolitik noch einmal aus. Auch die Fed blieb expansiv. Überdies signalisierten steigende Renditen, dass es möglicherweise (noch) nicht zu einer Rezession kommen wird, zumal einige Anleger darauf spekulieren, dass neben der Geldpolitik nun auch die Fiskalpolitik (u.a. in Deutschland) die Konjunktur unterstützen könnte. Nicht zuletzt gab es eine Teileinigung beim leidigen Thema Handelsstreit (USA/China). Vieles von den positiven Nachrichten dürfte mittlerweile in den Kursen eingepreist sein; eine Korrektur erscheint daher wahrscheinlich, zumal die oftmals hoch gesteckten Gewinnerwartungen für 2020 aller Voraussicht nach sukzessive nach unten revidiert werden dürften. Für die besonders zyklische japanische Börse kommt hinzu, dass sich der weltweite Konjunkturzyklus in der Spätphase befindet. Mögliche weitere Wachstumsschwächen dürften Japan spürbar treffen und den Yen möglicherweise zeitweise stärken, was wiederum negativ für viele exportsensitive Firmen wäre. Wir bestätigen innerhalb unseres Regionenrankings die neutrale Gewichtung für den Aktienmarkt in Japan.

Anleihen


USA: Ausgaben der Haushalte (Nov.), 16:00 Uhr

Die Renditen von Bundesanleihen und US-Staatsanleihen mit 10 Jahren Laufzeit tendierten gestern etwas höher – aber nur etwa zwei Basispunkt. Seit Wochenbeginn beträgt der Renditeanstieg jedoch acht bzw. zehn Basispunkte. Gestern trafen die Bank von Japan, die schwedische Riksbank, die Norges Bank und die Bank von England Zinsentscheidungen. Während die Schweden den Leitzins von -0,25% auf null anhoben, änderten die anderen Notenbanken ihre Geldpolitik nicht. Die Schweden sind damit historisch die erste Notenbank, die einen negativen Leitzins wieder abgeschafft hat. Weitere Zinserhöhungen hat die Bank jedoch nicht geplant. Der Schritt ist eine Reaktion auf den leichten Inflationsanstieg. Die Konjunktur hat sich in den letzten Monaten dagegen etwas abgekühlt. Auch die Bank von England legt sich nicht fest, in welche Richtung der nächste Zinsschritt gehen wird. Derweil kühlt sich die britische Konjunktur weiter ab. So sind die Einzelhandelsumsätze im November überraschend deutlich um 0,6% zum Vormonat zurückgegangen, während ein leichter Anstieg nach der Stagnation im Vormonat erwartet wurden war. Vor diesem Hintergrund dürfte eine Zinssenkung im nächsten Jahr eher wahrscheinlich sein als eine Zinserhöhung. Heute stimmt das Unterhaus über das Austrittsabkommen ab. Die Zustimmung des Parlaments gilt als sicher. Der Index der Philadelphia Fed zur Unternehmensstimmung in den USA ist überraschend klar von 10,4 auf 0,3 Punkte zurückgefallen. Die Detailergebnisse zeigen jedoch keine Schwäche – Auftragsbestand, Auftragseingänge, Produktion wurden besser als im Vormonat bewertet. Anderes als der ISM-Index für die Industrie setzt sich der Philly-Fed-Gesamtindex nicht aus den Unterkomponenten zusammen, sondern reflektiert die Antworten auf die sehr allgemeine Frage noch der „Business Activity“.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Wie schon am Vortag fanden die europäischen Aktienmärkte auch am Donnerstag keine einheitliche Tendenz. Während der englische Leitindex als Tagesgewinner um rd. 0,4% zulegen konnte, büßte der Dax als Tagesverlierer nach einem recht guten Handelsstart rd. 0,1% ein. Nach den größtenteils kräftigen Kursanstiegen in diesem Jahr (Dax: +25%) scheint die Luft aus den Aktienmärkten erst einmal raus zu sein. In den verbleibenden dreieinhalb Handelstagen in diesem Jahr dürfte aller Voraussicht nach nicht mehr viel passieren. Unter Druck standen gestern vor allem Automobilwerte und deren Zulieferer. So büßten die Aktien von Volkswagen und BMW rd. 1,4% an Wert ein (Continental: -1,7%, schwache Novemberzahlen des Wettbewerbers Michelin belasteten hier wohl auch). Bankaktien (Deutsche Bank: +1,4%) profitierten dagegen u.a. von steigenden Zinsen. In der zweiten Reihe erholte sich der Aktienkurs des Gabelstaplerherstellers Jungheinrich, der am Mittwoch nach einer Gewinnwarnung für 2020 rd. ein Viertel seines Wertes eingebüßt hatte, um satte 9,4%. Auch die Aktie von Ceconomy kletterte um 9,1%. Die Notierung von Südzucker legte nach einer Votenheraufstufung durch einen Broker um 6,6% zu und setzte damit ihren Aufwärtstrend fort. Auf europäischer Sektorenebene waren v.a. Aktien aus dem Bereich Pharma gefragt, die im Schnitt um 0,8% zulegten. Automobilwerte büßten dagegen als Tagesverlierer im Schnitt 0,7% ein, erholten sich aber deutlich von den Tagestiefständen. Die Börsen in den USA tendierten freundlicher. Alle drei Leitindizes erzielten neue Rekordhochs. Für Rückenwind sorgte die Nachricht, dass der Phase-1-Handelsdeal mit China wohl im Januar 2020 unterzeichnet werden dürfte. Auf Sektorenebene (S&P 500) waren insbesondere Immobilien-werte gefragt (+1,1%). Energieaktien büßten dagegen als Tagesverlierer im Schnitt 0,1% ein. Die Börsen in Asien tendierten zum Wochenschluss uneinheitlich.
Daten zum Wertpapier: Nikkei 225 - Aktienindex
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Ticker-Symbol: NY1!
WKN: A1RRF6
ISIN: JP9010C00002

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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