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USA: Enttäuschender ISM PMI bei 48,1 Punkten versprüht keine Zuversicht - Nord LB Kolumne

Bild und Copyright: Bart Sadowski / shutterstock.com.

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02.12.2019 16:41 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Vor einigen Minuten sind in den USA aktuelle Daten zur Entwicklung des ISM PMI Manufacturing gemeldet worden. Nach einem halbwegs ermutigenden Signal in der US-Industrie noch im Oktober kam es nun im November erneut zu einem gewissen Schwächeanfall. Der wichtige Stimmungsindikator präsentierte sich mit 48,1 Punkten erneut niedriger, wenngleich nicht ganz so tief wie noch im September. Damit rückt die vor allem psychologisch wichtige Marke von 50 Zählern, die nach mechanistischer Interpretation als Expansionsschwelle gilt, wieder aus dem Blickfeld.

Entsprechend signalisiert der aktuelle ISM PMI Manufacturing im Vergleich zum Vormonat ein weniger dynamisches Wachstum in der US-Volkswirtschaft. Das Institute for Supply Management geht davon aus, dass der momentane Indexstand seines PMIs für die US-Industrie mit einem Anziehen des Bruttoinlandsproduktes um annualisiert knapp 1,5% korrespondiert.

Im Gegensatz zu einigen anderen Stimmungsumfragen weltweit – US Markit PMI, deutschen ifo-Index, chinesischen PMIs, europäisches Economic Sentiment – scheinen sich die zuletzt etwas verbesserten Aussichten auf eine (Teil-)Einigung im Handelsstreit nicht nachhaltig positiv auf den wichtigen US-Stimmungsindikator ausgewirkt zu haben. Das stimmt etwas nachdenklich.

Ein Blick auf die Details der Zahlen zur Stimmung bei den befragten Unternehmen zeigt Licht und Schatten. So ist die wichtige Produktionskomponente im Berichtsmonat November etwas auf 49,1 Punkte gestiegen (zuvor: 46,2). Der von der US-Industrie tatsächlich realisierte Output präsentiert sich am aktuellen Rand also wieder etwas stärker als in den beiden Vormonaten. Dies mag auch das Resultat des Endes des Streiks bei GM sein.

Die Auftragskomponente des ISM PMI Manufacturing ging im November dagegen zurück. Mit 47,2 Zählern rückt die psychologische Marke von 50 Punkten wieder aus dem Fokus. Diese Nachricht stimmt etwas pessimistisch auf eine perspektivisch zu erwartende freundlichere Entwicklung des Headline-Indexes.

Die Arbeitsmarktkomponente gab im November ebenfalls nach – auf 46,6 Punkte (zuvor: 47,7). Damit hat sich die Bereitschaft der Unternehmen, neues Personal einzustellen, etwas verringert.

Die Preiskomponente des ISM PMI Manufacturing zog am aktuellen Rand leicht an. Dieser Sub-Index notiert nun bei 46,7 Punkten (zuvor: 45,5). Damit werden von den befragten Unternehmen allerdings weiterhin fallende Einkaufspreise diagnostiziert, was angesichts des Zollstreits mit China schon eine gewisse Überraschung ist.

Der Handelskonflikt zwischen Washington und Peking bleibt weiterhin im Fokus der Industrieunternehmen. Von einer (Teil-)Einigung noch in diesem Jahr oder zumindest im I. Quartal 2020 dürfte es abhängen, ob die Konjunktur wieder auf stabilerem Fundament steht. Eine Eskalation wäre jedenfalls für beide Länder – und auch für Europa – ein ganz schlechter Start ins nächste Jahr!

Fazit: Der ISM PMI Manufacturing gab unerwartet im November auf 48,1 Punkte nach. Der wichtige nordamerikanische Stimmungsindikator notiert damit wieder deutlicher unterhalb der „magischen“ Marke von 50 Punkten. Hoffnungen auf einen „Phase-1-Deal“ zwischen Washington und Peking haben offenkundig die Unternehmen in der US-Industrie nicht optimistischer werden lassen. Der ISM PMI steht damit im Gegensatz zu einigen anderen Stimmungsumfragen (ifo-Index, Chinas PMIs) weltweit. Auch die leicht in die Zukunft blickende ISM-Auftragskomponente gab nach, wohingegen die ISM-Produktionskomponente anstieg. Zusammen mit ebenfalls enttäuschend rückläufigen US-Bauausgaben muss von schwächeren Zahlen gesprochen werden. Entsprechend gerät der US-Dollar unter Druck.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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