ThyssenKrupp Aktie: Dramatische Lage nach den Zahlen - Dividende fällt aus

„Die Performance etlicher unserer Geschäfte ist nicht zufriedenstellend”, sagt die neue ThyssenKrupp-Vorstandsvorsitzende Martina Merz. Die Dividende wird ausfallen. Bild und Copyright: Oliver Hoffmann / shutterstock.com.

„Die Performance etlicher unserer Geschäfte ist nicht zufriedenstellend”, sagt die neue ThyssenKrupp-Vorstandsvorsitzende Martina Merz. Die Dividende wird ausfallen. Bild und Copyright: Oliver Hoffmann / shutterstock.com.

21.11.2019 14:12 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Es sind nicht nur die mehr als 11 Prozent Kursverlust, die für die ThyssenKrupp Aktie den heutigen Tag zu einem Desaster machen. Auch die Zahlen, die der MDAX-Konzern heute vorgelegt hat, sind es nicht allein. Vielmehr droht ein massives charttechnisches Verkaufssignal die Gesamtlage über den Tag hinaus deutlich zu belasten. Aktuell notiert ThyssenKrupps Aktienkurs bei 12,01 Euro, das Tagestief ist bei 11,93 Euro erreicht worden - bisher. Bestätigt sich im weiteren Handelsverlauf nämlich der Einbruch unter die charttechnische Untertützungszone bei 12,11/12,22 Euro, so könnte es im schlechten Fall sogar noch einmal an das 2019 erreichte Baissetief bei 9,25 Euro nach unten gehen.

Noch ist es natürlich nicht soweit. Zum einen muss sich das Verkaufssignal - derzeit recht knapp ausfallend - weiter bestätigen. Zum anderen wären auf dem Weg nach unten zahlreiche charttechnische Supports zu durchbrechen. Erste Zonen wäre allerdings um 11,44/11,71 Euro (ältere Marken) und 11,03/11,23 Euro (jüngere Marken) zu sehen. Das bedeutet weiter vorhandenes deutliches Abwärtspotenzial selbst im kurzfristigen Zeitfenster. Weiter unten finden sich Supports zwischen 9,85 Euro und 10,17 Euro, bevor das Baisse-Tiefs in den charttechnischen Fokus rücken würde.


Für das Geschäftsjahr 2018/2019 hat ThyssenKrupp heute die Zahlen vorgelegt. Der Stahl- und Technologiekonzern meldet jeweils Zuwächse beim Umsatz und Auftragseingang um rund einen Prozentpunkt auf jeweils rund 42 Milliarden Euro. „Zum Wachstum haben vor allem die Industriegütergeschäfte beigetragen. In den Werkstoffgeschäften haben dagegen die zunehmend schwächere weltwirtschaftliche Dynamik, die deutliche Eintrübung im Automobilsektor und der weiterhin hohe Importdruck beim Stahl das Wachstum gebremst”, meldet ThyssenKrupp. Gestiegene Rohstoffpreise brachten Ergebnisbelastungen. ThyssenKrupp meldet einen Gewinneinbruch vor Zinsen und Steuern von 1,4 Milliarden Euro auf 0,8 Milliarden Euro, erreichte damit aber die gesenkte Prognose für 2018/2019. Unter dem Strich weist der Konzern einen Verlust von 260 Millionen Euro aus, der deutlich über den 12 Millionen Euro aus dem Jahr zuvor liegt. „Hierin enthalten sind auch die im 2. Quartal erfolgte Erhöhung der Rückstellung für Risiken aus einem Kartellverfahren und Restrukturierungsaufwendungen”, so das Unternehmen. Das Minus beim Free Cashflow ist ebenfalls gewachsen und liegt vor M&A-Transaktionen bei 1,1 Milliarden Euro gegenüber 0,13 Milliarden Euro im Jahr 2017/2018.

Vom neuen Vorstand gibt es Kritik am bisherigen Management. „Die Performance etlicher unserer Geschäfte ist nicht zufriedenstellend. Das hat auch damit zu tun, dass notwendige strukturelle Verbesserungen und Restrukturierungen nicht mit der notwendigen Konsequenz umgesetzt wurden. Das werden wir jetzt angehen. Zügig und systematisch”, sagt die neue Vorstandsvorsitzende der thyssenkrupp AG, Martina Merz.

Dass die Dividende ausfallen wird, ist vor dem Hintergrund der Entwicklungen keine besondere Überraschung. Man blicke „insgesamt vorsichtig auf das laufende Geschäftsjahr 2019/2020. Die wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten geben dem Konzern eine nur begrenzte Sichtweite. Insbesondere in den zyklischen Geschäften mit Werkstoffen und bei den Auto-Komponenten führt dies zu einer eingeschränkt verlässlichen Planbarkeit”, so ThyssenKrupp zur Prognose. Auf bereinigter Basis erwartet die Gesellschaft im laufenden Geschäftsjahr 2019/2020 einen operativen Gewinn auf dem Niveau des Vorjahres. Dagegen soll sich der Cashflow weiter verschlechtern.

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