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Aktien: Optimismus durch Fortschritte beim Brexit und im Handelskonflikt - Börse München Kolumne

Was gut für die Aktienmärkte ist, bringt die Anleihenotierungen unter Druck: Robert Ertl, Vorstand der Bayerischen Börse AG, wirft einen Blick auf die neue Woche. Bild und Copyright: Bayerischen Börse AG.

Was gut für die Aktienmärkte ist, bringt die Anleihenotierungen unter Druck: Robert Ertl, Vorstand der Bayerischen Börse AG, wirft einen Blick auf die neue Woche. Bild und Copyright: Bayerischen Börse AG.

14.10.2019, 10:49 Uhr - Autor: Robert Ertl  Robert Ertl auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Optimisten wieder in der Überzahl: Die deutschen Aktienbörsen haben in der vergangenen Woche trotz eines zwischenzeitlichen Rücksetzers erheblich zugelegt. Hauptgrund hierfür waren vor allem Hoffnungen auf eine zumindest teilweise Einigung zwischen China und den USA im Handelskonflikt. Nachdem schon der Start der jüngsten Handelsgespräche zu Wochenmitte für merklichen Auftrieb gesorgt hatte, ließen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, dass die Verhandlungen gut liefen und schließlich über eine teilweise Einigung, die Kurse weiter ansteigen. Zusätzliche Unterstützung brachten Berichte, denen zufolge es in Sachen Brexit Fortschritte gebe.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) kletterte im Wochenvergleich um 4,2 Prozent auf 12.511,65 Punkte. Dabei profitierte der Index am Freitag außer von der allgemeinen Nachrichtenlage vom Kurssprung beim Indexwert SAP. Die Anleger honorierten sowohl den Wechsel in der Führung des Softwarekonzerns als auch dessen Neun-Monats-Zahlen. Der MDax gewann 3,7 Prozent auf 25.627,56 Zähler. Hier trübte zum Wochenausklang allerdings die Entwicklung eines Indexwertes die Bilanz. Die Titel von Hugo Boss brachen nach einer Gewinnwarnung und darauf folgenden negativen Analystenurteilen ein. Der Tec-Dax rückte um 1,2 Prozent vor auf 2.802,26 Punkte. Der HAFIX-Deutschland verbesserte sich um 2,6 Prozent auf 3.607,28 Zähler, der HAFIX-Europa legte um 2,2 Prozent auf 2.941,05 Punkte zu.

Was gut für die Aktienmärkte ist, bringt die Anleihenotierungen unter Druck, gemäß dieser klassischen Faustregel gaben die Kurse der Bundespapiere in der vergangenen Woche spürbar nach. Die Aussicht auf eine Einigung zwischen den USA und China im Handelsstreit und Fortschritte beim Brexit ließen das Sicherheitsbedürfnis der Anleger sinken und die Bundestitel weniger attraktiv erscheinen. In der Folge zog die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe im Wochenvergleich von -0,59 auf -0,45 Prozent an. Die Umlaufrendite erhöhte sich von -0,59 auf -0,48 Prozent.

An den US-Aktienbörsen fiel das Plus geringer aus als hierzulande, konnte sich aber immer noch sehen lassen. Der Dow-Jones-Index gewann im Wochenvergleich 0,9 Prozent auf 26.816,59 Punkte. Die Titel von Indexwert Apple verzeichneten zu Ende der Handelswoche ein neues Rekordhoch. Der breiter gefasste S&P-500-Index stieg um 0,6 Prozent auf 2970,27 Zähler. Der technologielastige Nasdaq-100-Index verbesserte sich um 1,2 Prozent auf 7.843,87 Punkte.

Ausblick: Der Optimismus der Anleger in Folge von positiven Signalen im Handelsstreit und vom Brexit könnte auch in der aktuellen Woche noch positiv auf die deutschen Aktienmärkte wirken, glauben Analysten. Wie stark dabei der Aufwärtsimpuls sein könnte, hängt aber natürlich von den Nachrichten zum jeweiligen Thema ab. Gerade beim Handelskonflikt zwischen den USA und China hatten sich in der Vergangenheit schon so oft Hoffnung und Sorgen abgewechselt, dass bei vielen Marktteilnehmern trotz jüngster guter Nachrichten eine vorsichtige Zurückhaltung besteht. Und auch beim Brexit haben die Anleger schon zu viele Wendungen erlebt, als dass sie blind neue Fortschrittsmeldungen als eine Einigung nehmen würden.

Neben diesen beiden unverändert dominanten Themen könnten in den kommenden Tagen aber auch wieder Unternehmensnachrichten eine wichtige Rolle an den Börsen spielen. In den USA legen im Rahmen der ins Laufen kommenden Berichtssaison etliche Großbanken ihre Zahlen vor, darunter JPMorgan, Citigroup, Bank of America und Morgan Stanley. Die Zahlen dürften einerseits in Hinblick auf den Zustand der US-Wirtschaft analysiert werden, andererseits könnten sie die hiesigen Branchenwerte beeinflussen.

Hinsichtlich der Konjunkturdaten könnten vor allem die ZEW-Konjunkturerwartungen die Stimmung der Anleger beeinflussen, aus den USA kommen unter anderem die Einzelhandelsumsätze sowie das Beige Book der US-Notenbank Fed. Von Letzterem erhoffen sich die Marktteilnehmer Hinweise auf das geplante weitere Vorgehen der Fed. Am Montag müssen die hiesigen Märkte ohne Impulse aus den USA auskommen, dort bleiben die Börsen wegen des Feiertags Columbus Day geschlossen.

Ausgewählte wichtige Termine der Woche


Montag, 14.10.: Industrieproduktion in der Eurozone; US-Börsen feiertagsbedingt geschlossen
Dienstag, 15.10.: ZEW-Konjunkturerwartungen (Deutschland); New York Empire State Produktionsindex (USA)
Mittwoch, 16.10.: Verbraucherpreise in der Eurozone; Einzelhandelsumsätze in den USA; Beige Book der US-Notenbank
Donnerstag, 17.10.: Baubeginne und -genehmigungen in den USA; Industrieproduktion in den USA; Philadelphia Fed Herstellungsindex (USA)
Freitag, 18.10.: Großhandelspreise in Deutschland; Leistungsbilanz der Eurozone; Bruttoinlandsprodukt Chinas

Autor: Dr. Robert Ertl, Vorstand der Bayerischen Börse AG

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Bayerischen Börse AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!


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