Erstes Halbjahr mit geringen Katastrophenschäden - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: anathomy / shutterstock.com.

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26.09.2019 09:42 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Der Rückversicherer Swiss Re berichtet regelmäßig über die Schadenentwicklung im Katastrophengeschäft. Im jüngsten Halbjahresreport fällt die Diskrepanz zwischen wirtschaftlichen Schäden – vor allem durch Natureinflüsse, wie Gewitterstürme und Überflutungen (40 Mrd. USD) und den durch Versicherungen getragenen Schäden (19 Mrd. USD) – erneut deutlich aus. Damit lag die versicherte Schadensumme aus Naturschäden nur knapp halb so hoch wie der Gesamtschaden. Bemerkenswert ist, dass das erste Halbjahr 2019 als vergleichsweise schadenarm gilt – nicht nur gegenüber dem Vorjahr (26 Mrd. USD) sondern auch gegenüber einem 10-Halbsjahresdurchschnitt (109 Mrd. USD). Der von Menschen zu verantwortende Anteil an den Gesamtbelastungen der Versicherungsbranche wirkt mit 4 Mrd. USD eher gering. Die Kehrseite dieser nüchternen Betrachtung sind 5.000 Menschleben, die die diversen Katastrophen bisher 2019 gekostet haben.

Anleihen


Euroraum: M3-Geldmengenwachstum (Aug.), 10 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: Schwebende Hausverkäufe (Aug.), 16:00 Uhr

Deutsche Bundesanleihen und andere als „sicherer Hafen“ gesuchte Staatsanleihen erzielten gestern zunächst Kursgewinne. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank dem-entsprechend im Tief auf minus 0,62%. Der US-Dollar sowie der Schweizer Franken legten als „Fluchtwährung“ gegenüber dem Euro zu. So fiel die europäische Gemeinschaftswährung wieder unter die Marke von 1,10 US-Dollar je Euro. Treiber waren in erster Linie politische Themen, da gestern kaum relevante Wirtschaftsdaten veröffentlicht wurden. Zur Beunruhigung der Marktteilnehmer trugen unter anderem das von den Demokraten angestrebte Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump, das andauernde Gezerre um den Brexit und Trumps verbale Attacken gegen den Iran bei. Die politische Unsicherheit zeigt sich auch an der Zunahme der Volatilität an den Aktienmärkten. Am Nachmittag drehte dann der Markt, nachdem Spekulationen über eine baldige Einigung im chinesisch-amerikanischen Handelsstreit nach Äußerungen Präsident Trumps aufkamen. Noch am Dienstag hatte Trump die Handelspraktiken Chinas gerügt. Des Weiteren überraschten die Verkäufe von Neubauten positiv. Diese legten im August gegenüber dem Vormonat um 7,1% auf annualisiert 713.000 Einheiten zu. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen erhöhte sich zwischenzeitlich auf minus 0,57%. Die Renditen zehnjähriger US-Treasuries sprangen von 1,64% auf über 1,72%. In London sind am Mittwoch erstmals nach Aufhebung der Zwangspause die Abgeordneten des britischen Parlaments wieder zusammengetreten. Johnson könnte jedoch das Parlament in eine neue Zwangspause schicken. Um nicht wieder mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen, müsste sie aber erheblich kürzer als die letzte Zwangspause angesetzt werden.

Aktien


Gea Group, Kapitalmarkttag

Nach einem Tag Verschnaufpause setzten die europäischen Aktienbörsen die Talfahrt dieser Woche weiter fort. Vor allem das von den US-Demokraten eingeleitete Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Trump sorgte für Verunsicherung. Wie am Vortag wurden die defensiven den eher zyklischen Titeln vorgezogen. Im deutschen Leitindex Dax 30 gab es nur wenige Titel wie die der Deutschen Bank und Siemens (jeweils +0,5%), die ein kleines Kursplus verbuchen konnten. Die Anteilscheine der Deutschen Lufthansa (-2,3%), die im Rahmen der Thomas Cook-Pleite deutlich angezogen hatten, befanden sich angesichts von Gewinnmitnahmen im unteren Bereich des Kurstableaus. Die Aktien von Wirecard (-2,4%) verbuchten wegen einer gestrichenen Kaufempfehlung überdurchschnittliche Kursverluste. Im SDax stand die nächste gekappte Prognose eines deutschen Unternehmens im Fokus. Der Vakuumpumpenspezialist Pfeiffer Vacuum (-21,0%) erlitt wegen eines noch pessimistischeren Ausblicks einen Absturz. Erst gegen Handelsende konnten die europäischen Indizes dank einer Stabilisierung der Wall Street die Verluste begrenzen. Unter den Branchen des EUROSTOXX 600 konnten neben Immobilienaktien (+0,4%) vor allem Grundstoffe (+0,9%), die im Handelsverlauf eine deutlich Kehrtwende hinlegten, noch einen Gewinn verbuchen. Alle anderen Sektoren tendierten schwächer. An der Wall Street sorgten die starken Quartalszahlen von Nike (+4,2%) und Aussagen von Präsident Trump, der wieder einmal die Hoffnung auf ein Ende des Handelskonflikts schürte, für eine etwas positivere Stimmung. In diesem Umfeld konnten die großen Indizes die Vortagsverluste wieder aufholen. Auf Branchenebene gab es unter der Führung der Informationstechnologie (+1,2%) fast nur Gewinner, lediglich Gesundheit (-0,5%) tendierte schwächer. Die asiatischen Börsen finden heute Morgen keine einheitliche Richtung. Europa wird unverändert erwartet.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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