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DAX und Donald Trump: Kommt jetzt nach der Russland- die Ukraine-Krise? - Nord LB Kolumne

US-Präsident Donald Trump droht nun nach der Russland- auch eine Ukraine-Krise: Es könnte zu einem Amtsenthebungsverfahren kommen. Bild und Copyright: JStone / shutterstock.com.

US-Präsident Donald Trump droht nun nach der Russland- auch eine Ukraine-Krise: Es könnte zu einem Amtsenthebungsverfahren kommen. Bild und Copyright: JStone / shutterstock.com.

25.09.2019, 11:27 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die Stimmung an den Börsen leidet unter der Nachricht, dass die Opposition in den USA damit begonnen hat, erste Schritte in Richtung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Donald Trump einzuleiten. Der DAX öffnete heute entsprechend mit Verlusten, konnte sich bisher aber immerhin klar oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 12.000 Punkten halten.

Nancy Pelosi, die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, kündigte eine Untersuchung an, in deren Verlauf Hinweise auf Gesetzesverstöße durch den US-Präsidenten geprüft werden sollen. Die Demokraten sehen einen begründeten Anfangsverdacht für einen möglichen Amtsmissbrauch durch Donald Trump. Dieser soll die Auszahlung von Hilfsgeldern an die Ukraine in einem Telefonat mit dem neuen Regierungschef Wolodymyr Selenskyj an die Lieferung von belastenden Informationen über den Sohn des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden gekoppelt haben. Nachdem die Ermittlungen gegen Donald Trump in der Russland-Krise keine hinreichenden Verdachtsmomente geliefert hatten, um weitere Schritte gegen den US-Präsidenten zu rechtfertigen, war Pelosi mit Blick auf eine mögliche „Causa Selenskyi“ zunächst sehr zögerlich. Nun scheinen die Demokraten hinreichende belastende Informationen für einen möglichen Amtsmissbrauch Donald Trumps gesammelt zu haben, um offensiver gegen den Präsidenten vorzugehen.

Nach der Prüfung der Informationen würde eine Abstimmung im Repräsentantenhaus das Amtsenthebungsverfahren gegebenenfalls einleiten. In dieser Kammer des US-Kongresses verfügen die Demokraten über eine Mehrheit. Insofern sollte diese Hürde für die Opposition durchaus überwindbar sein. Für einen erfolgreichen Abschluss des Amtsenthebungsverfahrens würde dann aber eine Zweidrittelmehrheit im Senat benötigt. Hier haben die Demokraten keine Mehrheit. Insofern sind die Erfolgsaussuchten wohl eher gering. In der Opposition hatte es Sorgen gegeben, dass Donald Trump im Präsidentschaftswahlkampf 2020 von einem erfolglosen Amtsenthebungsverfahren profitieren könnte. Da es sich aber um eine komplizierte und zeitaufwendige Prozedur handelt, scheinen einige demokratische Politiker darauf zu hoffen, dass das Amtsenthebungsverfahren nicht vor der Wahl scheitern wird. Durch die Ermittlungen könnten dann im Wahlkampf immer wieder negative Informationen über Donald Trump an die Öffentlichkeit gelangen. In jedem Fall müssen sich die internationalen Aktienmärkte auf weitere politische Turbulenzen in Washington einstellen.

In diesem Umfeld scheinen Anleger zumindest in gewissem Umfang höhere Risikoprämien zu fordern. Aktien sind generell gesprochen ohnehin nicht mehr sonderlich günstig bewertet. Das KGV des US-Leitindexes S&P 500 notiert auf Basis der Konsensgewinnschätzung für 2019 aktuell bei knapp oberhalb von 18. Neben den neuen Turbulenzen in den USA bleiben zudem weitere politische Risikofaktoren im Blickfeld der Investoren. Das Brexit-Chaos in London und der Handelskonflikt zwischen Washington und Peking müssen offenkundig im Auge behalten werden. Vor allem der letztere Punkt kann aber auch wieder sehr zügig für positive Nachrichten sorgen.

Fazit: Trotz Belastungen durch einen ersten Schritt in Richtung eines Amtsenthebungsverfahrens in den USA konnte sich der DAX heute oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 12.000 Punkten halten. Donald Trump droht nun nach der Russland- auch eine Ukraine-Krise. Einige Marktteilnehmer neigen aufgrund der neuen politischen Turbulenzen offenbar zu Gewinnmitnahmen. Aktien sind grundsätzlich gesprochen nicht mehr günstig bewertet, was schon für höhere Risikoprämien sprechen könnte. Zentrale Bedeutung wird nun der US-Handelskonflikt mit China haben. Hier sollte man nicht zu pessimistisch sein.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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