Zinsstrukturkurve als Rezessionsindikator – Fed ist wohl „hinter der Kurve“ - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: Mark Van Scyoc / shutterstock.com.

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20.08.2019 08:50 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Bereits im März haben wir an dieser Stelle auf die Entwicklung der USD-Zinsstrukturkurve in Richtung Inversion hingewiesen. Inzwischen hat sich das Rezessionsrisiko für die USA erheblich verstärkt, obwohl im März davon noch kaum jemand etwas wissen wollte. Letzte Woche wurde die Kurve auch im Bereich 2/10 Jahre invers, was als besonders starkes Signal für eine drohende Rezession gilt. Das Rezessionsrisiko wird von den meisten Beobachtern nun zwar erkannt, aber das Risiko soll sich auf eine milde Rezession beschränken. In der Kurve kommt vor allem auch zum Ausdruck, dass die US-Notenbank langsamer als der Markt handelt, was aber normal ist. Dadurch besteht ein gewisser Nachholbedarf für Zinssenkungen.

Anleihen


Heute keine relevanten Daten

Die neue Handelswoche begann am deutschen Rentenmarkt mit sinkenden Kursen, also steigenden Renditen. Die laufende Verzinsung zehnjähriger Bundespapiere, die am Freitag letzter Woche noch ein historisches Tief mit fast minus 0,73% erreichte, kletterte gestern von minus 0,68% auf zwischenzeitlich minus 0,63%. Treiber war unter anderem ein Pressebericht, wonach die Bundesregierung ein konjunkturelles Stützungsprogramm für den Notfall einer schweren Rezession vorbereite. Das Programm sei darauf ausgerichtet, die Binnenwirtschaft und die Konsumausgaben zu stützen. Ziel sei es, einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Bereits am Sonntag hatte Bundesfinanzminister Scholz ein Stützungspaket von bis zu 50 Mrd. Euro ins Gespräch gebracht. Er verwies auf die Finanzkrise von vor zehn Jahren, deren Kosten sich für den Bundeshaushalt in dieser Größenordnung bewegt hätten. Laut Scholz stehe ein derartiges Paket aber nicht kurzfristig bevor. Marktberuhigend, also renditetreibend, wirkten Meldungen über die Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China. US-Präsident Trump rechnet weiter mit einer raschen Einigung. Spannend wird es ab heute in Italien. Sollte Ministerpräsident Conte seinen Hut nehmen müssen, könnte sich Staatspräsident Mattarella um die Bildung einer Technokratenregierung bemühen. Er könnte aber auch den Partito Democratico (PD) und die Fünf Sterne Bewegung (M5S) mit der Regierungsbildung beauftragen. Wirtschaftspolitisch stehen beide Parteien grundsätzlich für eine Umverteilungspolitik. Außerdem sprechen sie sich für eine Senkung insbesondere der Einkommensteuer aus. Damit fiele das Defizit im kommenden Jahr wohl höher aus als bei einer Technokratenregierung, dürfte aber 3% des BIP nicht überschreiten.

Aktien


Quartalszahlen 2. Quartal
Europa: Alcon, BHP Billiton
USA: Home Depot, Medtronic

Die europäischen Aktienmärkte starteten freundlich in die neue Woche. Der DAX baute die letzten Freitag begonnene Erholung um weitere 1,3% aus. Auch der EuroStoxx 50 stieg angetrieben von Hoffnungen auf Positiventwicklungen im Handelsstreit und einem allgemeinen Rückgang der Risiko-wahrnehmung um 1,2%. Spürbare Erholung gab es beim Ölpreis, der um ca. 2% anzog und die zuletzt gebeutelten Ölwerte in Europa um gut 2% anziehen ließ. Aber auch zyklische Titel wie zyklischer Konsum (+1,6%), Grundstoffe (+1,5%) und Industrie (+1,4%) erholten sich deutlich. Infineon (+3,8%) war der größte Gewinner im DAX. Mit Fresenius (+2,9%) und Deutscher Bank (+2,7%) gab es aber auch Top-Performer aus sehr verschiedenen Branchen. Nur die defensiven Vonovia (-0,5%) und RWE (-0,1%) entzogen sich der Erholung. Im Euro Stoxx 50 lagen auffällig die schwachen spanischen Finanzwerte BBVA (-2,2%) und Santander (-1,0%) am Ende. In den USA erholten sich die Indizes ebenfalls spürbar. Der Dow legte um 1% zu, die Nasdaq noch etwas stärker mit 1,4%. Bester Wert war Cisco (+3,3%) gefolgt von Dow (+2,5%). Im Minus schlossen lediglich United Health (-0,4%) bzw. American Express (-0,2%). Die Energietitel rückten über 2% nach vorne. Umgekehrt gab es mit den um gut 1% rückläufigen Edelmetallpreisen auch entsprechende Verluste bei den Minenbetreibern. An der Nasdaq gehörte der chinesische Suchmaschinenbetreiber Baidu (+8%) zu den gesuchten Titeln. Die guten nachbörslichen Zahlen Baidus sorgten heute für positive Stimmung in Asien, wo die Indizes um ein knappes Prozent kletterten. Für Europa sprechen die Indikationen für eine gut behauptete Eröffnung.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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