Mehr Strom aus Wind- und Solarenergie als aus Kohle - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: jaroslava V / shutterstock.com.

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18.07.2019 09:03 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

In Deutschland wurde in der ersten Hälfte 2019 erstmals Windenergie die stärkste Energiequelle: mit 67,2 TWh überstieg sie die Stromerzeugung aus Braunkohle, die um gut 20% rückläufig war. Auch Steinkohlestrom nahm um rd. 24% ab, so dass aus Wind- und Solarenergie zusammen mit 92 TWh deutlich mehr Strom gewonnen wurde, als aus beiden Kohlearten. Dies ist gut für die Klimabilanz. Der Anteil der Erneuerbaren aus Solar, Wind, Wasser und Biomasse an der Stromgewinnung stieg per Jahresmitte auf 48%. Im Juni kamen erstmals 51,6% der Nettostromerzeugung aus Erneuerbarer Energien, dank der heißen Witterung v.a. aus Photovoltaikanlagen.

Anleihen


Großbritannien: Einzelhandelsumsatz (Jun), 10:30 Uhr
USA: Philadelphia-Fed-Index (Juli), 16:00 Uhr
USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr

Am Rentenmarkt waren gestern Bundesanleihen gesucht. Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatstitel sank dementsprechend von -0,24% auf -0,29%. Der Trend stetig engerer Risikoaufschläge italienischer Staatsanleihen (BTPS) gegenüber Bundesanleihen legte eine Pause ein. Zehnjährige BTPS wiesen zuletzt einen Risikoaufschlag von rund 186 Basispunkten (Bp.) aus, das waren einhundert Bp. weniger als Anfang Juni. Auch griechische Staatsanleihen entwickelten sich gestern nicht mehr so gut wie in den vergangenen Tagen. Hier lastete die Neuemission einer siebenjährigen Anleihe auf dem Markt. Am Dienstag hatte Griechenland erfolgreich 2,5 Mrd. Euro platziert – es lagen abschließend Gebote von über 13 Mrd Euro vor. Der zunächst vermarktete Kupon von 2,1% wurde auf 1,875% reduziert – eine schöne Ersparnis für den griechischen Staat. Das britische Pfund blieb auch gestern weiter schwach. Die Äußerungen Boris Johnsons und seines Rivalen um das Amt des Premierministers, Außenminister Jeremy Hunt, schürten Befürchtungen, dass es zu einem ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU kommen könnte. Beide erklärten, dass sie die sogenannte Backstop-Lösung für Nordirland, die von Theresa May mit der EU ausgehandelt worden war, nicht akzeptieren werden. Mit über 0,90 Pfund je Euro handelte das britische Pfund mehr als 5 Pence schwächer als noch Anfang Mai. Die jüngsten Daten zum Preisauftrieb im Juni im Vereinigten Königreich entsprachen bereits den zweiten Monat in Folge mit 2,0% J/J genau dem Inflationsziel der Währungshüter. Die Bank von England befindet sich in einem Dilemma: Der starke Arbeitsmarkt mit kräftigen Lohnsteigerungen erhöht die Inflationsgefahr. Die Brexitbefürchtungen sprechen aber nicht für eine Leitzinsanhebung.

Aktien


Quartalszahlen 2.Quartal
Europa: SAP, Novartis, Anglo American
USA: Microsoft, Morgan Stanley, UnitedHealth, Honeywell

Zunächst schien der Börsentag gestern nur eine Fortsetzung der sommerlichen Lethargie zu sein. Der DAX bewegte sich bis 1 Stunde vor Handelsschluss praktisch nicht. Zum Handelsende ging es jedoch abwärts und der DAX schloss mit einem Minus von 0,7%. Parallel entwickelte sich der Euro Stoxx 50 (-0,6%). Am DAX-Ende fanden sich FMC (-3,5%) und die Mutter Fresenius (-2,5%) wieder, nachdem in USA ein Pharmahändler eine Studie mit Heimdialysegeräten angekündigt hatte. Wirecard gaben um 3,2% nach. Auf der Gewinnerseite lagen wenige defensive Werte wie Vonovia (+0,8%) oder RWE (+0,6%). Im Euro Stoxx 50 stieg ASML nach zuversichtlichem Zwischenbericht um 5,2%. Die enttäuschenden Zahlen von Ericsson wurden mit -12% bestraft. In den USA gab es nach den Rekordhochs der Vortage Gewinnmitnahmen. Der Dow Jones verlor 0,4%, S&P 500 und Nasdaq geringfügig mehr. Aus dem Rahmen fiel in der Bran-chenbetrachtung vor allem Industrie (-2,2%). Entsprechend platzierten sich die Schwergewichte Caterpillar (-2,4%) und United Technologies (-2,3%) am Ende der Dow-Titel. Lediglich Gesundheit zeigte nach guten Zahlen bei Abbott Labs (+3%) eine „schwarze Null“. Nachbörslich veröffentlichten weitere Großunternehmen ihre Zahlen: eBay überraschte positiv, IBM lag im Rahmen, Netflix enttäuschte deutlich. Trendbestimmend dürfte jetzt der weitere Verlauf der Berichtssaison werden. Heute werden dazu wichtige Großunternehmen beitragen. Mit SAP liegt bereits eine erste Enttäuschung vor. Die asiatischen Märkte sind jedenfalls bereits in Deckung gegangen. In China liegt das Minus bei 0,5%, in Japan stehen sogar -2% zu Buche.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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