Der Topix-Index gewinnt 2019 lediglich 3,3% und bleibt Underperformer - Commerzbank Kolumne

26.06.2019, 09:50 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Japanische Aktien im Blickpunkt: Ausländische Investoren sind seit August 2018 Nettoverkäufer. Vielen Anlegern fehlt ein zündendes Investmentthema. Bild und Copyright: Songquan Deng / shutterstock.com.

Japanische Aktien im Blickpunkt: Ausländische Investoren sind seit August 2018 Nettoverkäufer. Vielen Anlegern fehlt ein zündendes Investmentthema. Bild und Copyright: Songquan Deng / shutterstock.com.


Der japanische Topix-Index hat seit Anfang des Jahres rd. 3,3% gewonnen (per 25. Juni 2019). Gegenüber seinen Kontrahenten in den USA (Dow Jones: +14,6%) und dem Dax (+16,3%) hat er damit eine deutliche Underperformance erzielt. Der Yen wertete ggü. dem US-Dollar seit Jahresbeginn um rd. 2,5% auf, was die japanische Börse tendenziell belastet. Im Mai 2019 verlor der MSCI Japan-Index 4%. Die fallenden Erträge führten in jüngster Vergangenheit zusammen mit einem sich verschlechternden konjunkturellen Umfeld zu einer Abwärtsrevision für die geschätzten Topix-Indexgewinne für die Geschäftsjahre 2018/19 sowie 2019/20. Sollte sich der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China weiter in die Länge ziehen, dürfte es in den nächsten Wochen/Monaten vor allem bei Japans „chinasensitiven“ Firmen zu weiteren Abwärtsrevisionen bei den Gewinnen kommen. Unterstützend wirkt dagegen die positive Entwicklung bei den Aktienrückkäufen (fast 20% der Firmen) und Dividendenzahlungen, die sich seit dem Jahr 2000 vervierfachten. Auch die Entwicklung der Eigenkapitalrendite ist beachtlich. Diese ist laut Analystenschätzungen von 0% im Jahr 2008 auf mittlerweile 10,5% gewachsen (USA: +15,9%; Europa: +12,7%). Auch die Nettomarge hat sich mit mittlerweile 6% deutlich aufwärts entwickelt (USA: 8%; Europa: 7,3%). Wir bestätigen innerhalb unseres Regionenrankings die neutrale Gewichtung für den Aktienmarkt in Japan. Japans BIP dürfte 2019 wohl nur um 0,6% (J/J) wachsen, wobei die Entwicklung des BIP aufgrund der geplanten Mehrwertsteuererhöhung im Oktober 2019, der hohen Revisionsanfälligkeit der Daten sowie der Unsicherheit in Bezug auf Chinas Konjunktur sehr volatil bleiben dürfte. Ausländische Investoren sind seit August 2018 Nettoverkäufer. Vielen Anlegern fehlt ein zündendes Investmentthema. Nach der weltweiten Hausse der vergangenen sechs Monate steigt zudem das Risiko einer Korrektur an den Börsen.

Anleihen


Deutschland: GfK-Verbrauchervertr. (Juli), 14:30 Uhr
USA: Aufträge langlebiger Güter (Mai), 14:30 Uhr

Gestern waren wieder sichere Anlagen gefragt. Davon haben der Goldpreis, der sich auf den höchsten Stand seit 6 Jahren verteuerte, und Währungen wie der japanische Yen oder der Schweizer Franken profitiert. Beide Währungen werden als sicherer Rückzugsort gesehen. Der Euro stieg gestern auf 1,1412 US-Dollar, ging am Nachmittag wieder auf unter 1,1380 US-Dollar zurück. Die Stimmung an den Staatsanleihemärkten blieb auch sehr freundlich. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen fiel auf ein neues Rekordtief von unter minus 0,33%. Die andauernden Spekulationen auf eine Zinssen-kung oder andere geldpolitische Lockerungen der EZB unter-stützten die Kurse der Bundesanleihen. Österreich prüft derzeit die Emission einer weiteren 100-jährigen Staatsanleihe. Die 2017 emittierte 100-jährige Anleihe rentiert derzeit bei gut 1%. Begeben wurde sie im September 2017 bei gut 2%. Der Kurs hat sich inzwischen auf knapp 160% erhöht. Die Renditen italienischer Staatsanleihen stiegen dagegen entgegen dem Markt gestern zwischenzeitlich an. Die nächsten Schritte im Defizitverfahren der EU wurden nach Beratungen auf mindestens nächste Woche vertagt. Daraufhin gingen die Renditen wieder zurück. Die italienische Regierung versucht ein Defizitverfahren abzuwenden. Die EU beharrt weiterhin auf einen glaubhaften Plan, die Staatsfinanzen zu sanieren. In den USA dominierten gestern schwache Konjunkturdaten. Das US-Verbrauchervertrauen ist im Juni von 131,3 auf 121,5 Punkte, den niedrigsten Stad seit September 2017, kräftiger als erwartet zurückgegangen. Auch die Neubauverkäufe sanken im Mai um 7,8% M/M überraschend kräftig. Von Sei-ten der US-Hauspreise gab es gemischte Daten. Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries tendierte um 2% und sank im Ta-gesverlauf darunter.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Auch gestern dominierte Zurückhaltung den Handel in Euro-pa. Im Vorfeld des G-20 Treffens sind die Argumente für Neuengagements begrenzt. Der DAX handelte in einer Spanne von nur 71 Punkten und schloss mit der schwächeren US-Eröffnung um 0,4% tiefer. Die meisten europäischen Märkte verzeichneten analog leichte Abschläge. Die Börse in Zürich lag unverändert, während der FTSE leicht zulegen konnte. Bei den Standardwerten hielten sich die Kursveränderungen in Grenzen. Bester DAX-Wert war Infineon (+1,4%). Die deutlich zahlreicheren Verlierer führte Wirecard (-1,8%) an. Im MDAX zeigten Morphosys (-5,3%) und ProSieben Media (-5%) markante Verluste. Nach den ereignisarmen Vortagen gewannen in den USA die Pessimisten die Oberhand. Neben den Unsicherheiten zum Handelskonflikt erhielt die akute Zinssenkungsfantasie durch Aussagen von Fed-Chef Powell und dem Kollegen aus St. Louis Bullard einen Dämpfer. Der Dow Jones gab am Ende 0,7% ab. Noch stärker waren die Verluste im S&P 500 (-1%) und an der Nasdaq (-1,5%). Es waren vor allem die IT-Werte (-1,8%), die die Verliererliste anführten. Spürbare Verluste erlitten zudem Telekommunikation (-1,6%) und Immobilien (-1,3%). Besser sah es bei Grundstoffen, den defensiven Verbrauchsgütern und Finanzwerten aus, auch wenn kein Sektor im Plus schloss. Stärkere Kursbewegungen gab es bei Microsoft (-3,2%). Auch andere großvolumige Techs büßten merklich ein. Walgreens (+1,9%) war einer der wenigen Gewinner im Dow Jones. Die Kursfalten glätten konnte auch nicht eine Groß-Übernahme: Abbvie gab ein Angebot für die Übernahme des Botox-Herstellers Allergan bekannt. Allergan schossen um 25% in die Höhe, Abbvie büßten dagegen 16% ein. In Asien verliert der Nikkei 0,5%. In China ist die Tendenz uneinheitlich. In Europa sind die Indikationen etwas leichter.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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