USA: Inflation wieder im Zielkorridor der Fed, weiterer Auftrieb absehbar - Nord LB Kolumne

10.05.2019, 15:21 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Bild und Copyright: STILLFX / shutterstock.com.

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Vor wenigen Minuten wurden vom Bureau of Labor Statistics aktuelle Daten zu den Konsumentenpreisen (CPI) in den USA bekanntgegeben. Demnach kam es im April zu einem Anstieg um 0,3% M/M. Die Jahresrate zog auf 2,0% an. Im Sommer letzten Jahres lag sie noch bei fast 3%, im Februar bei 1,5%. Die Verbraucherpreise exklusive Nahrung und Energie verzeichneten ein Plus von 0,1% M/M – die Jahresrate stieg leicht auf 2,1%.

Die heutigen Daten wurden mit großer Spannung erwartet, da nach dem deutlichen Anstieg im März mit einem nochmaligen Zuwachs gerechnet werden musste. Diese Prognosen trafen ein und die Inflationsrate ist damit wieder auf die wichtige Marke von 2% gestiegen.

Die Bewegung war absehbar: Nach dem Tiefpunkt im Februar bei 1,5% hat sich die Inflationsrate wieder deutlicher nach oben bewegt und liegt bereits wieder im Zielkorridor der Federal Reserve. Ein wesentlicher Grund für diese Tendenz ist der seit Ende Dezember deutlich gestiegen Ölpreis. Entsprechend wiesen nun die Energiekosten einen signifikanten Auftrieb auf.

Perspektivisch werden sich zudem Basiseffekte bemerkbar machen, da niedrigere Vorjahresniveaus sukzessiv aus der Statistik herausfallen, was die Inflationsrate noch höher treiben lässt. Dieses Phänomen wird sich zum Jahresende deutlich verstärken. Entsprechend muss zu dem Zeitpunkt wieder mit einer Inflationsrate von 2,5% gerechnet werden.

Moderat bleibt zunächst noch die Kerninflationsrate wenig bewegt bei einer Jahresrate von 2,1%. Hierbei rechnen wir im Verlauf des Jahres aufgrund eines engen Arbeitsmarkt, der Lohnzuwächse und steigender Mieten mit einem gewissen Anziehen, ohne dass dies aber bedenklich werden sollte.

Aktuell legt die Fed zu Recht eine Zinspause ein. Neben der recht moderaten Inflationsentwicklung spricht auch eine gewisse Verunsicherung über die weitere konjunkturelle Entwicklung gegen eine restriktivere Zinspolitik. Anders ausgedrückt: Trotz eines starken Arbeitsmarktes und eines stabilen Konsums treibt das Preisniveau nicht deutlich in die Höhe. Eine Art von Goldilocks!

Entscheidend für die Geldpolitik könnte nun der Handelskonflikt werden. Höhere Importzölle auf chinesische Waren werden die Produkte in den USA – sowohl für die dortigen Unternehmen als auch Konsumenten – verteuern und die Inflation höher treiben. Sollte sich letztlich eine Einigung zwischen den USA und China ergeben – wovon wir ausgehen – könnten sich mögliche zwischenzeitliche konjunkturelle Wolken zurückziehen. In der Folge wäre die Fed – unseres Erachtens zum Jahresende – dann aufgrund eines etwas höheren Inflationsumfeldes noch einmal mit einer Zinsanhebung am Zug.

Fazit: Die Konsumentenpreise in den USA zogen den dritten Monat in Folge an. Mit einem Plus von 0,3% M/M im April sprang auch die Jahresrate wieder auf die wichtige Marke von 2%. Die Rückkehr der Aufwärtsdynamik ist der Entwicklung durch den Ölpreis geschuldet, zudem werden sich perspektivisch belastende Basiseffekte bemerkbar machen – insbesondere zum Jahresende hin. Höhere US-Importzölle dürften den Preisauftrieb verstärken. Zusammen mit einem anhaltend engen Arbeitsmarkt, der Lohnzuwächse und steigender Mieten dürfte sich die Inflation zum Jahresende in Richtung 2,5% bewegen. Die Federal Reserve wartet derzeit zu Recht ab. Sobald das Thema Handelskonflikt in den kommenden Monaten gelöst ist – wovon wir weiterhin ausgehen – und die Inflationsrate angezogen ist, sollte man eine Zinsanhebung der Fed zum Jahresende aber wieder einkalkulieren.

Auf einem Blick - Chart und News: Dollar - Währung

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