USA: Gute Arbeitsmarktdaten killen jegliche Rezessionsbefürchtungen!- Nord LB Kolumne


Die Arbeitsmarktdaten in den USA fielen deutlich besser als erwartet aus: Der Beschäftigungszuwachs lag bei 263.000 Personen, die Arbeitslosenquote fiel unerwartet auf 3,6%. Allerdings zogen die Löhne um nur 0,2% M/M an. Bild und Copyright: Orhan Cam / shutterstock.com.

Die Arbeitsmarktdaten in den USA fielen deutlich besser als erwartet aus: Der Beschäftigungszuwachs lag bei 263.000 Personen, die Arbeitslosenquote fiel unerwartet auf 3,6%. Allerdings zogen die Löhne um nur 0,2% M/M an. Bild und Copyright: Orhan Cam / shutterstock.com.

Nachricht vom 03.05.2019 03.05.2019 (www.4investors.de) - Soeben sind in den USA aktuelle Daten zur Lage am Arbeitsmarkt des Landes gemeldet worden. Demnach sind im Berichtsmonat April 263.000 neue Jobs entstanden. Dieser wichtige makroökonomische Indikator ist damit deutlich über den Erwartungen ausgefallen. Zusammengenommen wurden in den beiden Vormonaten 16.000 Stellen mehr geschaffen als ursprünglich gemeldet. Nach dem kurzen wetter- und shutdown-bedingten Einbruch zu Jahresbeginn scheint sich die Lage nun im Verlauf des Frühjahrs wieder mehr als zu stabilisieren. Dies hatte der am Mittwoch veröffentlichte ADP-Report (diesmal) richtig angezeigt. Letztlich gehen Werte beim Personalaufbau zwischen 150.000 und 200.000 mit einer als gesund zu bezeichnenden Entwicklung einher. Tatsächlich dürfte eine derzeit zu beobachtende mangelnde Verfügbarkeit von geeigneten Arbeitnehmern den Jobaufbau in den USA sogar eher noch bremsen.

Positiv ist zudem, dass die separat erhobene Arbeitslosenquote im April unerwartet auf 3,6% gefallen ist. Allerdings muss hierbei angemerkt werden, dass der Rückgang der Labor Force – also der Erwerbstätigen (Beschäftigten plus Arbeitslose) – dazu (mit)beigetragen hat. Wie man es auch dreht und wendet: Die Arbeitslosenquote notiert derzeit immerhin auf dem niedrigsten Niveau seit Ende der 60er-Jahre! Damit hat die US-Wirtschaft mehr oder weniger einen Zustand der Vollbeschäftigung erreicht, was ohne Zweifel als sehr erfreulich zu bezeichnen ist.

Auf den ersten Blick irritiert sicherlich der unschöne Rückgang der Wochenstunden auf 34,4. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die gemeldeten Mehreinstellungen zu einem Rückgang der bisher geleisteten Überstunden und damit auch der Wochenstunden geführt haben dürften.

Auch die aktuellen Zahlen zur Lohnentwicklung standen im Fokus der Marktteilnehmer. So sind die durchschnittlichen Stundenlöhne im April um recht moderate 0,2% M/M angezogen. Die Jahresrate blieb bei 3,2%. Der recht moderate Lohnzuwachs stellt sicherlich das einzige Haar in der ansonsten sehr schmackhaften „Arbeitsmarktsuppe“ dar.

Auch wenn Details die guten Arbeitsmarktdaten teilweise relativieren, liefert der Report insgesamt doch ein sehr positives Bild von der Lage auf dem US-Arbeitsmarkt. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten überzeugt weiterhin mit seiner scheinbar unstillbaren Nachfrage nach Arbeitskräften – die Dynamik der Wirtschaft erfordert dies. Dass der Lohnzuwachs recht moderat ausfällt mag überraschen, aber vermutlich ist die stille Reserve an Arbeitskräften in den USA immer noch nicht „aufgebracht“. Nach einer Rezession sehen diese Daten jedenfalls gar nicht aus – eine geldpolitische Pause dürfte so ebenfalls nur temporär sein. Wir rechnen im Verlauf des Jahres mit einem sukzessiven Anziehen der Inflationsrate, wozu neben den Löhnen der Ölpreis sowie die Mieten beitragen dürften. Sollten sich dann die Konjunkturaussichten etwas aufhellen – wovon wir ausgehen – müsste die Fed am Ende des Jahres noch einmal eine Zinsanhebung vornehmen.

Fazit: Die Arbeitsmarktdaten fielen deutlich besser als erwartet aus: Der Beschäftigungszuwachs lag bei 263.000 Personen, die Arbeitslosenquote fiel unerwartet auf 3,6%. Allerdings zogen die Löhne um nur 0,2% M/M an und die Wochenstundenzahl ging leicht zurück. Insgesamt kann aber von einem erfreulich guten Arbeitsmarktbericht gesprochen werden. Der Jobmotor in den USA läuft rund. Fehlende geeignete Arbeitskräfte auf vakanten Positionen werden die Löhne tendenziell nach oben treiben. Die Fed wird zunächst abwarten. Bei einer solch starken Dynamik auf dem Arbeitsmarkt wird aber der Lohndruck perspektivisch die Inflation höher treiben und zusammen mit einer zu erwartenden Konjunkturstabilisierung die Notenbank am Ende des Jahres zu einer Zinsanhebung bewegen. (Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter )


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