Indische Börse steigt nach schwächerem Jahresbeginn auf Allzeithoch - Commerzbank Kolumne


Die indische Börse im Blickpunkt: Für 2019 prognostiziert der Analysten-Konsens auf Jahresbasis einen Anstieg des Wachstums der Firmengewinne in Höhe von etwa 30 Prozent. Bild und Copyright: Rawpixel.com / shutterstock.com.

Die indische Börse im Blickpunkt: Für 2019 prognostiziert der Analysten-Konsens auf Jahresbasis einen Anstieg des Wachstums der Firmengewinne in Höhe von etwa 30 Prozent. Bild und Copyright: Rawpixel.com / shutterstock.com.

Nachricht vom 25.04.2019 25.04.2019 (www.4investors.de) - Während die indische Börse 2018 zu den wenigen Gewinnern gehörte, drehte sich das Bild im Januar/Februar 2019 um. Der Sensex-Index tendierte nahezu seitwärts, während die meisten anderen Leitindizes in Asien kräftig zulegten. Neben der recht hohen Bewertung nach dem kräftigen Kursanstieg im Vorjahr zeichnete insbesondere der wieder spürbar gestiegene Ölpreis für die vergleichsweise schwache Performance verantwortlich.

Im März 2019 drehte sich das Bild erneut. Der MSCI Indien-Index gewann 9,1% und erzielte am 18. April 2019 mit 39.487 Punkten ein neues Allzeithoch. Verantwortlich für den deutlichen Gewinn zeichnete vor allem die Erwartung der meisten Anleger, dass Ministerpräsident Modi als Sieger aus den Parlamentswahlen im April/Mai 2019 hervor gehen wird. Ein starker Kapitalzustrom war die Folge, der auch die Rupie beflügelte, die seit Anfang 2019 gegenüber dem USD leicht an Wert gewann. Der Aktienmarkt profitierte zudem von einer Zinssenkung der indischen Notenbank, von der Zinspause der US-Notenbank sowie von der Entschärfung des Konfliktes zwischen Indien und Pakistan in der Kaschmir-Grenzregion.

Für 2019 prognostiziert der Konsensus auf Jahresbasis einen Anstieg des Wachstums der Firmengewinne in Höhe von rd. 30%. Das entsprechende KGV für 2019 liegt damit bei fast 17. Der indische Aktienmarkt ist somit sowohl im Vergleich zu anderen Märkten als auch im Vergleich zur eigenen Historie recht hoch bewertet. Zwar hat Modi in den vergangenen fünf Jahren einige strukturelle Reformen vorangetrieben. Viele Versprechen wurden bislang aber nicht eingelöst. Unter anderem werden nach wie vor viel zu wenig neue Arbeitsplätze geschaffen. Das Chancen-Risiko-Verhältnis hat sich nach dem starken Kursanstieg unseres Erachtens verschlechtert, weshalb wir in taktischer Hinsicht das „Untergewichten-Votum“ bestätigen.

Anleihen


USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: Auftragseingänge langl. Güter (März), 14:30 Uhr

Entgegen den Erwartungen eines leichten Anstiegs verschlechterte sich das Ifo-Geschäftsklima im April von 99,7 auf 99,2 Punkte wieder. Damit war der Anstieg im Vormonat scheinbar noch kein Vorbote für eine merkliche Verbesserung der deutschen Wirtschaft. Der Rückgang ist zum Großteil auf eine schlechtere Stimmung in der Industrie zurückzuführen. Dagegen hat sich die Stimmung im Dienstleistungsbereich etwas verbessert. Wir gehen davon aus, dass das reale BIP-Wachstum in Deutschland auch im 2. Quartal kaum zulegen wird. Für das 1. Quartal ist aufgrund des starken Anstiegs der Bauinvestitionen durch die milde Witterung mit einem Anstieg um 0,25% Q/Q zu rechnen. In der zweiten Jahreshälfte dürfte sich das Wachstum etwas beleben. Dann sollten in China die stimulierenden Maßnahmen ihre Wirkung entfalten und auch hier spürbar werden, denn die Exporte nach China sind für die deutsche Wirtschaft sehr wichtig. Insgesamt dürfte das Wirtschaftswachstum in Deutschland 2019 aber nicht über 0,4% hinauskommen. Die Rentenmärkte profitierten gestern von den schwachen Zahlen. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen fiel von 0,02% wieder in den negativen Bereich. Zusätzliche Unterstützung dürfte von der heute fälligen französischen Staatsanleihen mit einem großen Volumen von 30,5 Mrd. Euro einschließlich Zinsen kommen. Auch in den USA gingen die Renditen in allen Laufzeiten zurück. Der Euro gab gestern ebenfalls deutlich nach und fiel auf 1,1160 US-Dollar. Die japanische Notenbank reagierte in ihrer Sitzung auf die hohe Unsicherheit für die Wirtschaft und Inflation. Sie betonte, dass sie mit „machtvoller geldpolitischer Lockerung“ fortfährt. Sie möchte die niedrigen Zinsen bis zum Frühjahr 2020 beibehalten. Außerdem erleichtert sie die Kreditbedingungen. Der Yen schwächte sich aber nur kurzzeitig ab.

Aktien


Amazon, Barclays, Bayer, Ergebnis Q1
Ford Motor, Intel, Kion, Ergebnis Q1
Kuehne & Nagel, Newmont Mining, Ergebnis Q1
Nokia, UBS, UPS, Ergebnis Q1
Vossloh, Wacker Chemie, Ergebnis Q1

Die europäischen Aktienmärkte tendierten gestern zumeist schwächer. Die Leitindizes verloren in der Spitze um bis zu 1,1% (Österreich). Gegen den Trend positiv entwickelten sich die Börsen in der Schweiz (hier erzielte der Leitindex SMI mit 9.704 Punkten ein neues Allzeithoch) sowie der Dax mit einem Plus von 0,6%. Den Zugewinn verdankte der deutsche Leitindex aber vor allem zwei Werten. Zum einen kletterte die Aktie von SAP um 12,6% (besser als erwartete Quartalszahlen), was für rd. 150 Dax-Punkte gut war. Zum anderen stieg die Aktie von Wirecard nach einem turbulenten Tag um 8,5% (14 Dax-Punkte); hier beflügelte die Meldung über einen Ein-stieg von Softbank (gemeinsame Expansion in Japan und Südkorea). Rund zwei Drittel der Dax-Werte notierten dagegen im Minus, wobei die Aktie von Bayer (-2,9%) die stärksten Kursverluste aufwies. Bei einem Teil der Dax-Verlierer drückte sicherlich auch der schwächer als erwartet ausgefallene Ifo-Geschäftsklimaindex auf die Kurse. Wenig überraschend waren auf europäischer Sektorenebene insbesondere IT-Werte gefragt, die im Schnitt um kräftige 4,1% zulegten. Am Ende der Performancerangliste notierten Werte aus dem Bereich Öl & Gas mit durchschnittlichen Einbußen von 1,8%. Die Börsen in den USA tendierten leichter. Die Aktie von Caterpillar verlor nach Vorlage von Quartalszahlen 3%. Auf Sektorenebene (S&P 500) waren v.a. Immobilienwerte (+0,8%) gefragt. Dagegen büßten Energietitel als Tagesverlierer 1,9% ein. Die Börsen in Asien tendierten überwiegend schwächer. Der Nikkei 225-Index gewann aber 0,5%. Die japanische Notenbank senkte zwar ihre BIP-Prognose, will aber ihre Niedrigzinspolitik bis ins Jahr 2020 fortführen. (Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter )

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!





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