Kleiner Lichtblick beim Ifo-Geschäftsklimaindex - Commerzbank Kolumne

Können die Aktien an der Frankfurter Börse von den Konjunkturdaten profitieren? Die weltweiten Konjunktursorgen halten die europäischen Aktienbörsen derzeit noch unverändert fest im Griff. Bild und Copyright: Deutsche Börse.

Können die Aktien an der Frankfurter Börse von den Konjunkturdaten profitieren? Die weltweiten Konjunktursorgen halten die europäischen Aktienbörsen derzeit noch unverändert fest im Griff. Bild und Copyright: Deutsche Börse.

26.03.2019 09:04 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Gemessen an der Umfrage des Ifo-Institutes blicken die deutschen Unternehmen wieder etwas positiver in die Zukunft. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im März um knapp einen Punkt gestiegen – von revidiert 98,7 auf 99,6 Punkte. Dies steht auf den ersten Blick im Widerspruch zum Einkaufsmanagerindex, der vergangene Woche weiter in die Tiefe rauschte. Allerdings wird die leichte Erholung dank der robusten Inlandsnachfrage vom Bau und den Dienstleistungssektoren getragen. Die Exporteure kämpfen dagegen weiter mit Schwierigkeiten. Zu einer Erholung dürfte es in der zweiten Jahreshälfte kommen – sofern in China die Importnachfrage wieder anzieht.

Anleihen


Frankreich: Geschäftsklima, INSEE (Mrz), 8:45 Uhr
USA: Baubeginne/-genehmigungen (Feb), 14:30 Uhr
USA: Verbrauchervertrau., Conf. Board (Mrz), 15 Uhr

Nachdem die zehnjährigen Renditen deutscher Bundesanleihen am Freitag das erste Mal seit Herbst 2016 wieder negativ wurden (Tief bei -0,032%), kletterten sie zu Wochenbeginn zumindest kurzfristig wieder leicht ins positive Terrain. Sorgen bereitet Investoren die Entwicklung am US-Rentenmarkt, denn inzwischen verzinsen sich dreimonatige Anleihen mehr als zehnjährige (2,44% gegenüber 2,42%), was zuletzt 2007 der Fall war. Dies interpretieren einige Marktteilnehmer als ein Rezessionssignal. Endlich gibt es wieder positive Signale von der Stimmung in den deutschen Unternehmen. Der viel beachtete ifo-Geschäftsklimaindex stieg im März überraschend auf 99,6 Punkte (Februar revidiert von 98,5 auf 98,7). Dies war der erste Anstieg nach sechs Rückgängen in Folge. Mehrheitlich hatten Analysten einen Rückgang erwartet. Schaut man sich die Aufspaltung der März-Zahlen an, so zeigt sich, dass die Sektoren Dienstleistungen, Handel und Bau von der weiter stabilen Binnennachfrage profitieren und sich verbesserten. Hingegen enttäuschte die exportorientierte Industrie erneut mit einem deutlichen Rückgang (siehe auch „Im Blickpunkt“). Immerhin blicken die Unternehmen zumindest etwas optimistischer in die Zukunft. Der Index für die Geschäftserwartungen kletterte auf 95,6 Zähler (revidiert von 93,8 auf 94,0). Wir interpretieren die Daten dahingehend, dass die deutsche Wirtschaft hauptsächlich am nachlassenden Schwung des Exportgeschäfts – insbesondere an den stark gesunkenen Ausfuhren nach China – leidet. Mittelfristig dürften sich die deutschen China-Exporte wieder erholen, da die chinesische Regierung ihre Wirtschaft mit einem großen Konjunkturpaket ankurbelt. Bis sich diese staatlich gelenkten Maßnahmen auswirken, dürfte es aber noch einige Monate dauern.

Aktien


Deutsche Wohnen, Jahreszahlen

Die weltweiten Konjunktursorgen halten die europäischen Aktienbörsen weiterhin fest im Griff. Daran änderte auch ein überraschend starker Ifo-Geschäftsklimaindex aus Deutschland nicht viel. Der Dax30 entwickelte sich dabei den gesamten Handelstag über innerhalb einer geringen Spanne von knapp 60 Punkten. Stärkste Einzeltitel im deutschen Auswahlindex waren die Aktien des Versorgers RWE (+2,4%), die damit ein Vierjahreshoch erreichten. Ebenfalls positiv entwickelten sich die Titel von Fresenius (+1,8%) und deren Tochter FMC (+1,8%), die von einer Anlageempfehlung profitierten. Dagegen schickte die Streichung einer Kaufidee die Anteilscheine von Bayer (-2,9%) an das andere Ende der Kursliste. Im EUROSTOXX 50 gab es mit Versorgern (+0,1%) und Chemie (+0,2%) nur zwei Branchen, die sich in diesem Umfeld gehalten präsentieren konnten. Schwächer tendierten vor allem der Grundstoffsektor (-1,0%) und die Informationstechnologie (-0,9%). Auch an der Wall Street starteten die wichtigsten Indizes nur sehr behäbig in den Handel und verzeichneten letztendlich zumeist leichte Verluste. Im Auswahlindex Dow Jones Industrial sorgte die Kurserholung bei den Industrietiteln Boeing (+2,3%) und Caterpillar (+1,2%) für ein leichtes Plus. Im Fokus standen die Aktien des iPhone-Herstellers Apple (-1,2%, Präsentation eines eigenen Video-Streamdienstes und weiterer Abo-Angebote) und der Pharmakonzern Biogen (+1,6%, Bekanntgabe eines Aktienrückkaufprogramms). Auf Branchenebene konnten neben dem Industriesektor (+0,2%) vor allem Gebrauchsgüter (+0,6%) zulegen. Die anderen Segmente tendierten seitwärts oderverzeichneten leichte Abschläge. Die meisten asiatischen Aktienbörsen konnten sich nach den starken Verlusten vom Vortag wieder fangen. Vor allem der japanische Nikkei 225 legte deutlich zu. Dagegen realisierte der chinesische CSI 300 weitere Kursverluste.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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