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USA: BIP-Wachstum überrascht wieder positiv: Keine Chance für Mr. Doom - Nord LB Kolumne

Die in den USA heute gemeldeten Zahlen zur Entwicklung des realen Wirtschaftswachstums lagen zwar leicht über den Erwartungen, allerdings hat die Dynamik abgenommen. Bild und Copyright: Luciano Mortula - LGM / shutterstock.com.

Die in den USA heute gemeldeten Zahlen zur Entwicklung des realen Wirtschaftswachstums lagen zwar leicht über den Erwartungen, allerdings hat die Dynamik abgenommen. Bild und Copyright: Luciano Mortula - LGM / shutterstock.com.

28.02.2019 15:03 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Mit einer Shutdown bedingten vierwöchigen Verspätung wurden heute in den USA die stark beachteten ersten Angaben zur Entwicklung des BIPs im IV. Quartal 2018 veröffentlicht. Zum Ende letzten Jahres hat sich das Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten erwartungsgemäß etwas weniger dynamisch präsentiert als noch in den beiden starken Sommerquartalen. Mit einem annualisierten Zuwachs um 2,6% bleibt die US-Wirtschaft aber auf einem soliden Wachstumspfad und im internationalen Vergleich weiterhin quasi ein „Musterschüler“.

Zwar scheint der private Konsum das Wirtschaftswachstum in den USA weiterhin gestützt zu haben, die Dynamik nahm aber schon etwas ab. Die schwachen Einzelhandelsumsätze für den Monat Dezember hatten die Abschwächung bereits angezeigt. Die monatlichen Daten vom Immobilienmarkt wiesen frühzeitig richtigerweise auf eine gewisse Schwäche für die Bereiche Wohnungsbau und den gewerblichen Bau hin. Auch der Außenbeitrag fiel negativ aus, wie die Ausweitung des Handelsbilanzdefizit richtig andeutet hatte.

Es ist bemerkenswert, wie die US-Wirtschaft die potentiellen Gegenwinde wie den Handelskonflikt, den Shutdown und die globale Wachstumsverlangsamung zuletzt kompensiert. Schließlich hatten Aktienmarkturbulenzen, Zinsrückgänge und die Stimmungseintrübung im IV. Quartal 2018 den Nachrichtenfluß klar negativ beherrscht und die Sorgen erhöht. Aber alles nicht so schlimm!

Der Konsument sollte angesichts der noch immer sehr erfreulichen Lage am US-Arbeitsmarkt auch perspektivisch eine tragende Säule der Wirtschaft der Vereinigten Staaten bleiben. An dieser Einschätzung dürften die am Freitag nächster Woche zur Veröffentlichung anstehenden Zahlen zur Beschäftigungssituation in den USA grundsätzlich kaum etwas ändern. Mittel- und langfristig könnte der sich zunehmend abzeichnende Fachkräftemangel aber schon zu einem spürbaren Engpassfaktor für das Wachstum der US-Ökonomie werden. Zudem unterstützen die Fiskal- und die Geldpolitik immer weniger die konjunkturelle Entwicklung. Insofern sollte für die Wachstumsraten in den kommenden Quartalen von Werten von nur um die 2% Q/Q (annualisiert) ausgegangen werden. Im gesamten Jahr 2019 gehen wir noch von einem Zuwachs von 2,5% aus.

Nach der Beendigung beim Haushaltsstreit bleiben mit dem Handelskonflikt zwischen den USA und China und der Entscheidung beim Thema Brexit „nur“ noch zwei große Risiken für die weitere konjunkturelle Entwicklung, welche es aber in sich haben! Sollten zumindest beim Handelskonflikt zwischen Washington und Peking noch im I. Quartal 2019 die richtigen Weichen gestellt werden (der Brexit sollte ohnehin verschoben werden), könnte sich die zuletzt zu beobachtende Verunsicherung wieder etwas legen. Dann sollte die Federal Reserve – nach einer Zinspause im I. Quartal – durchaus im Verlauf des Sommers einen weiteren Zinsschritt vornehmen. Bei aller Unsicherheit ist genau diese Entwicklung derzeit unser wahrscheinlichstes Szenario.

Fazit: Die in den USA heute gemeldeten Zahlen zur Entwicklung des realen Wirtschaftswachstums lagen leicht über den Erwartungen. Mit einem annualisierten Zuwachs von 2,6% Q/Q hat die Dynamik im Vergleich zu den beiden starken Sommerquartalen zwar abgenommen – aber eben nur etwas. Der Konsument bleibt eine zuverlässige Säule des Wachstums. Der Handelskonflikt, der Shutdown, die globale Wachstumsverlangsamung werden weggesteckt. Für 2019 sollte von einem Einpendeln der jeweiligen Quartalswachstumsraten um die 2% ausgegangen werden – die nachlassenden stützenden Effekte von Fiskal- und Geldpolitik zeigen Wirkung. Von einer Rezession ist also keine Spur. Sollten tragfähige Lösungen beim Handelsstreit und beim Brexit gefunden werden, können wir uns in den Sommermonaten entsprechend eine weitere Zinsanhebung gut vorstellen.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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