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Vita 34: „Wir sind bei allen Zielen deutlich vorangekommen“

Wolfgang Knirsch, Vorstandsvorsitzender der Vita 34 AG, im Interview mit der Redaktion von www.4investors.de. Bild und Copyright: Vita 34.

Wolfgang Knirsch, Vorstandsvorsitzender der Vita 34 AG, im Interview mit der Redaktion von www.4investors.de. Bild und Copyright: Vita 34.

20.02.2019 07:48 Uhr - Autor: Redaktion 4investors  Redaktion 4investors auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Nach der Seracell-Übernahme geht der Blick der Vita 34 AG nach vorn. Mit dem Wandel von einer reinen Stammzellbank zu einer breiter aufgestellten Zellbank will sich die Leipziger Gesellschaft zusätzliche Marktpotenziale erschließen. „Die Erweiterung des Angebotes durch Produkte für alle Altersstufen gibt uns die Möglichkeit, von einem Nischenanbieter zu einem Player im Bereich der personalisierten Medizin zu werden“, erläutert Wolfgang Knirsch, Vorstandsvorsitzender der Vita 34 AG, im Gespräch mit der Redaktion von www.4investors.de. Den Fortschritt in der Medizin sieht Knirsch als „den Treibstoff für unser Geschäftsmodell“. Die Internationalisierung bleibe zudem ein wichtiger Pfeiler der Strategie.


www.4investors.de: Herr Dr. Knirsch, nach der Seracell-Integration hatten Sie für 2018 ambitionierte Pläne kommuniziert. Wie zufrieden sind Sie mit dem abgelaufenen Jahr?

Knirsch:
Tatsächlich hatten wir uns viel vorgenommen: Verbesserung der Kostenstruktur, Neuausrichtung der R&D-Aktivitäten und natürlich eine deutliche Verbesserung in Umsatz und Ergebnis. Rückblickend können wir sagen, dass wir bei all diesen Zielen deutlich vorangekommen sind.

www.4investors.de: Sie sprechen die Kostenstruktur an. Sie haben die Forschung im Bereich pflanzlicher Stammzellen eingestellt und die Vertriebsaktivität in Dänemark auf einen Vertriebspartner verlagert. Ist das ein Prozess des „Gesundschrumpfens“ und wollen Sie sich in Zukunft noch mehr auf den Heimatmarkt konzentrieren?

Knirsch:
Mit den durchgeführten Maßnahmen haben wir zeitig die wesentlichen Entscheidungen getroffen und umgesetzt, um unsere wirtschaftliche Position im europäischen Wettbewerb zu stärken. Die Internationalisierung bleibt ein wichtiger Pfeiler in unserer Strategie. Wir sind kontinuierlich mit bestehenden, aber auch potenziellen neuen Partnern in Kontakt, um unsere Präsenz auszubauen. In der DACH-Region sind wir gut vorangekommen und wollen auch hier weiterwachsen und unsere starke Position ausbauen und absichern.

www.4investors.de: Sie sprechen von „absichern“. Nach der Übernahme der Seracell ist doch mit eticur nur noch ein Wettbewerber im deutschen Markt verblieben.

Knirsch:
Der deutsche Markt hatte auf Grund seiner Größe immer schon für europäische Wettbewerber eine hohe Attraktivität. Es wäre fahrlässig davon auszugehen, dass sich nicht auch Andere dafür interessieren, auch wenn hohe regulatorische Hürden und damit verbundene Kosten ein solches Unterfangen langwierig und kostspielig machen. Die Einführung von VitaPur mit einem Einstiegspreis von unter 1.000 Euro war ein wichtiger Schritt, um eine neue Preisgrenze nach unten zu definieren.

www.4investors.de: Wie wollen Sie Ihre Wettbewerbsposition im Heimatmarkt weiter stärken?

Knirsch:
Eine breit angelegte Marketing-Kampagne wird 2019 dazu beitragen, die Marke Vita 34 und unseren Qualitätsanspruch noch weiter bekannt zu machen. Zusätzlich tragen unsere R&D-Aktivitäten dazu bei, den Wert einer Nabelschnurbluteinlagerung für neue, aber auch bestehende Kunden weiter zu erhöhen.

www.4investors.de: Sie haben schon mehrfach die R&D-Aktivitäten angesprochen: Ab wann rechnen Sie mit neuen Produkten aus diesem Bereich?

Knirsch:
Wir hoffen, dass wir noch im Laufe dieses Jahres AdipoVita einführen können, das die Konservierung von Fettgewebe und die darin enthaltenen Stammzellen auch für Erwachsene ermöglicht. Neue Produkte, die auch die präventive und präemptive Einlagerung von Immunzellen für Erwachsene ermöglichen werden, erwarten wir in den Jahren 2020 und 2021.

www.4investors.de: Vita 34 hat den Wandel von einer reinen Stammzellbank zu einer breiter aufgestellten Zellbank eingeleitet. Warum haben Sie sich für diesen Schritt entschieden und welche Investitionen werden dafür nötig?

Knirsch:
Wir sehen den Bedarf an Zellen und Zellprodukten in hoher Qualität, die zusätzlich zu Stammzellen für moderne Therapien benötigt werden. Diese Zellen stehen häufig im Bedarfsfall nicht mehr oder nicht mehr in ausreichender Qualität zur Verfügung, wie wissenschaftliche Studien zeigen. Mit unserer umfassenden Infrastruktur in Zellprozessierung und -Lagerung sehen wir uns sehr gut aufgestellt, um gesunde Zellen für einen späteren Einsatz zu konservieren. Dies verbreitert nicht nur unser Produktportfolio in einem medizinisch relevanten Bereich, sondern öffnet unser Angebot auch für neue Zielgruppen. Auch unser bestehendes Geschäft, die Einlagerung von Nabelschnurblut, gewinnt für die werdenden Eltern an Bedeutung, da unsere Entwicklungsarbeit auch die darin enthaltenen Immunzellen für spätere Therapien zugänglich machen wird.

www.4investors.de: Welche Rolle spielt die zunehmende Bedeutung der personalisierten bzw. individualisierten Medizin für die weitere Entwicklung der Vita 34?

Knirsch:
Mit unserem Angebot bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit, an zukünftigen Therapien und dem Fortschritt in der Wissenschaft teilhaben zu können. Aktuell sehen wir dies an der gestiegenen Anzahl an Anwendungen bei z. B. Autismus, da neueste Studien aus den USA eine dosisabhängige Verbesserung bei den betroffenen Kindern zeigen konnten. Das heißt, der Fortschritt in der Medizin ist sozusagen der Treibstoff für unser Geschäftsmodell. In der personalisierten Medizin werden gerade neue Anwendungsfelder etabliert, weitere sind in der klinischen Entwicklung. Jede neue Anwendung erhöht den Nutzen unseres Produktangebotes für unsere Kunden.

www.4investors.de: Vita 34 will sich zukünftig auch als B2B-Dienstleister am Markt positionieren. Welche potenziellen Partner haben Sie dabei im Visier und welche Chancen sehen Sie in diesem Bereich?

Knirsch:
Anwendungen in der personalisierten Medizin haben immer einen gewissen Zeitverzug zwischen der Entnahme der eigenen Zellen, deren Bearbeitung und der späteren Applikation und benötigen damit eine irgendwie geartete Form der Lagerung. Damit können wir Industriepartnern, die Produkte in der klinischen Entwicklung haben oder auch bereits am Markt sind, maßgeschneiderte Lösungen anbieten und damit an der Wertschöpfungskette partizipieren.

www.4investors.de: Wie könnte die „neue“ Vita 34 nach Ihren Vorstellungen in drei bis fünf Jahren aussehen?

Knirsch:
Unser Ziel ist es – und darauf richten wir unsere Aktivitäten aus – Vita 34 zu einem Begriff für all diejenigen zu machen, die für ihre persönliche Gesundheit mit den Zellen ihres „jüngeren Ichs“ vorsorgen wollen, sei es aus konkretem Anlass oder aus einem allgemeinen Gesundheitsbewusstsein heraus. Die Erweiterung des Angebotes durch Produkte für alle Altersstufen gibt uns die Möglichkeit, von einem Nischenanbieter zu einem Player im Bereich der personalisierten Medizin zu werden.

Auf einem Blick - Chart und News: Vita 34 International
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