Softing: „Eine sehr gute Startposition“

Softing-CEO Wolfgang Trier im Interview mit der Redaktion von www.4investors.de. Bild und Copyright: Softing.

Softing-CEO Wolfgang Trier im Interview mit der Redaktion von www.4investors.de. Bild und Copyright: Softing.

17.01.2019, 06:44 Uhr - Autor: Redaktion 4investors  Redaktion 4investors auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Softing-CEO Wolfgang Trier blickt positiv auf das Geschäftsjahr 2018 zurück. Die Kursschwäche der Softing-Aktie in den letzten Monaten hatte keine fundamentalen Gründe, bekräftigt der Konzernlenker im Gespräch mit der Redaktion von www.4investors.de: „Wir sind sehr froh und erleichtert, dass wir unsere Ziele in allen wesentlichen Punkten getroffen bzw. übertroffen haben.“ Zudem haben sich die Oberbayern mit Neuprodukten in allen Segmenten strategisch in eine sehr gute Startposition gebracht. Dementsprechend optimistisch zeigt sich Trier auch für das neue Geschäftsjahr 2019: „Wir wollen uns in allen Kennzahlen weiter steigern.“


www.4investors.de: Ohne schon konkrete Zahlen nennen zu können: Wenn Sie auf das Geschäftsjahr 2018 zurückblicken, wie fällt Ihr erstes Fazit aus?

Trier:
Positiv! Wir sind sehr froh und erleichtert, dass wir unsere Ziele in allen wesentlichen Punkten getroffen bzw. übertroffen haben. Wir konnten deutlich wachsen, haben einen im Vorjahr defizitären Unternehmensteil wieder in die Gewinnzone zurückgeführt und uns in allen Segmenten mit Neuprodukten strategisch in eine sehr gute Startposition gebracht. Dazu kommt ein ausgezeichnetes Auftragspolster im langzyklischen Investitionsgütergeschäft.

www.4investors.de: Der Kapitalmarkt scheint sich Sorgen um Ihr Automotive-Geschäft zu machen. Wie läuft es dort? Spüren Sie Bremsspuren im operativen Bereich?

Trier:
Nein, gerade bei Automotive haben wir den mit Abstand größten Ertragshub im Vorjahresvergleich. Wir konnten für 2019 und Folgejahre die letzten Verträge für Software-Produkte von Einzellizenzen auf Subskriptionsmodelle umstellen. Ebenso konnten wir unsere Schlüsselkunden für den Umstieg auf die neue Softwareversion unseres Kernproduktes DTS gewinnen. Das gibt uns ein Auftragspolster für 2019, wie wir es schon lange nicht mehr hatten. Dabei hilft auch die neue Tochtergesellschaft in China, die bisher alle Planungen klar erfüllt hat. Da wir fast ausschließlich in der Entwicklung, im Aftersales und in der Produktionsinfrastruktur tätig sind, haben kurz- und mittelfristige Produktionskürzungen im Automobilbereich keinen direkten Einfluss auf unser Geschäft. Für 2019 arbeiten wir zudem an einer technischen Lösung, mit der stille Rückrufe für Softwareupdates an Fahrzeugen effizient in den Werkstätten durchgeführt werden können. Damit öffnen wir für uns nicht nur ein neues Kundensegment, wir sind damit auch komplett von der Konjunktur entkoppelt.

www.4investors.de: Im März 2018 hat Softing GlobalmatiX, den Betreiber einer Telekommunikations- und Telematikplattform, übernommen. Was ist seither dort passiert?

Trier:
In 2018 wurde das Produkt für den Markteintritt weiterentwickelt. Unser Go-to-Market-Fokus liegt auf großen gemischten Flotten, wie diese von Automobilherstellern (OEMs) betrieben werden. Neben der klassischen Telematik mit Geodaten, Fahrverhalten etc. liefert GlobalmatiX als einziger Anbieter am Markt online CAN-Diagnosedaten für gemischte Flotten. Dazu wurden Pilotinstallationen mit OEMs in Europa und USA vorbereitet und bei mehreren Kunden bereits durchgeführt. Wir haben die hierfür erforderlichen Connected-Car Eco-und Plattformsysteme als sogenannte „End-to-End“-Service aufgebaut. Dazu wurden die Komponenten Diagnose Black Box („xTCU“) modifiziert und erfolgreich durch alle Sicherheitstest geführt. Ferner wurden die Mobilfunkverträge mit Roaming Partnern für die e-SIM der xTCU abgeschlossen, angebunden und für die Regionen Europa und Nordamerika in Betrieb genommen. Schließlich haben wir im vierten Quartal aufgrund des großen Interesses an unserem Service die GlobalmatiX Inc. in den USA gegründet.

www.4investors.de: Die am 13. Dezember gemeldete Kooperation mit Gemalto werten Analysten als Ritterschlag für die Softing-Tochter. Wie sehen Sie das? Was versprechen Sie sich von dieser Zusammenarbeit?

Trier:
Gemalto und ihre Mutter, der französische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Thales, sind führend bei Mobilfunk-basierten Lösungen für „Connected Car“ und „Internet of Things“ (IoT). Diese Partnerschaft ermöglicht GlobalmatiX zunächst technologischen Zugang zu deren regionalen und globalen Mobilfunk-Komponenten für die 4G/LTE-Technologie wie auch zukünftig 5G, um so unsere xTCU mit der Technik auszustatten, die unseren hohen Sicherheitsansprüchen genügt. Zudem ist mit Gemalto eine langfristige Partnerschaft gelungen, die auf unsere Kernmärkte in Nordamerika, Europa, China und Asien zielt und den Zugang in die regionalen IoT-Märkte ermöglicht. Dies ist eine der Voraussetzungen für eine erfolgreiche Vermarktung an Großkunden.

www.4investors.de: Der Ölpreis hat im vierten Quartal 2018 stark korrigiert. Könnte dies zu einem Belastungsfaktor für 2019 werden?

Trier:
Eine Belastung ist bisher nicht erkennbar. Wir sind bei den direkten Verkäufen an Großkunden aus dem Öl & Gas-Sektor mit einem sehr guten Auftragspolster ins neue Jahr gestartet. Diese Industrie hat sich in den letzten Jahren an die stark reduzierten Ölpreise angepasst und ist im Vergleich zu den Zeiten mit Preisen von über 100 US-Dollar pro Barrel ungleich robuster aufgestellt. Wenn die Preise nicht noch stärker unter Druck geraten, erwarten wir daher keine signifikanten Auswirkungen.

www.4investors.de: Kommen wir zu einem erfreulicheren Thema: Ihr Unternehmensteil IT Networks wächst dynamisch. Welche Erwartungen haben Sie im laufenden Jahr an IT Networks?

Trier:
Das Segment IT Networks hat in der Tat die schon hohen Vorgaben an das Wachstum weit übertroffen. Wir hatten hohe zweistellige Wachstumsraten ja bereits kommuniziert. Während wir in 2018 das Wachstum aggressiv getrieben haben, fokussiert IT Networks für 2019 auf den Aufbau von Margenqualität. Hierzu streichen wir margenschwaches Distributionsgeschäft aus unserem Portfolio und ersetzten dies durch margenstarke Eigenprodukte. Dazu werden die Ende 2018 am Markt präsentierten Neuprodukte im laufenden Jahr umsatzrelevant.

www.4investors.de: Was dürfen Ihre Aktionäre im Geschäftsjahr 2019 von der Softing AG erwarten?

Trier:
Wir wollen uns in allen Kennzahlen weiter steigern, wobei bedingt durch den gleichzeitigen Geschäftsanlauf in Europa und den USA bei GlobalmatiX die größten Steigerungen im Umsatz zu erwarten sind. Wir werden auch zeigen, dass wir das in 2016 und 2017 schwache Geschäft im Segment Automotive nachhaltig in die Ertragszone gebracht haben. Die Aktionäre sollten trotz der durch den Zukauf von GlobalmatiX gestiegenen Anzahl von Aktien eine mindestens stabile Dividende je Aktie erwarten.

www.4investors.de: Nicht zufrieden können Sie mit der Aktienkursentwicklung sein. Inwiefern spiegelt sich dort die aktuelle fundamentale Situation der Softing AG wider?

Trier:
Die Aktienkursentwicklung, besonders im zweiten Halbjahr 2018, ist höchst unerfreulich. Dass wir uns hier mit vielen anderen Technologiewerten in einer Leidensgemeinschaft wiederfinden, hilft nur bedingt weiter. Ganz sicher ist, dass der Trend des Aktienkurses im zweiten Halbjahr genau gegenläufig zur fundamentalen Situation bei Softing verlaufen ist. Wir werden daher frühestmöglich eine erste Aussage zu unseren Kennzahlen für 2018 veröffentlichen und den Markt so auf die Diskrepanz aufmerksam machen.

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