China: Mindestreservesatz gesenkt, Notenbank reagiert auf Abschwung - Nord LB Kolumne

Die chinesische Notenbank reagiert auf die größer werdenden konjunkturellen Probleme im Land, eine Folge des Handelskriegs mit den USA. Bild und Copyright: testing / shutterstock.com.

Die chinesische Notenbank reagiert auf die größer werdenden konjunkturellen Probleme im Land, eine Folge des Handelskriegs mit den USA. Bild und Copyright: testing / shutterstock.com.

Nachricht vom 04.01.2019 04.01.2019 (www.4investors.de) - Die chinesische Notenbank senkt überraschend den Mindestreservesatz um einen Prozentpunkt: Ab dem 15. Januar zunächst um 0,5 Prozentpunkte und zum 25. Januar abermals um 0,5 Prozentpunkte.

Damit reagiert die Notenbank unmittelbar auf die sich andeutende geringere wirtschaftliche Dynamik, die sich nicht nur im eigenen Land abzeichnet. In China rutschten beide Manufacturing Indizes für den Berichtsmonat Dezember unter die wichtige 50-Punkte Marke. Auch in den Vereinigten Staaten deutete der ISM PMI Manufacturing gestern gewisse Bremsspuren an. Die Entwicklung an den Kapitalmärkten dürften bei der Notenbank ebenfalls einen Eindruck hinterlassen haben.

Die Maßnahme sorgt für mehr Liquidität im Finanzsektor und verbessert die Kreditbedingungen im Land. Die PBoC rechnet mit CNY 1,5 Bio. an Mitteln, die damit frei werden könnten. Die Maßnahme wird partiell kompensiert durch zum Ende des Quartals auslaufende Medium Lending Facility (MLF) Volumina, so dass insgesamt die zusätzliche Liquidität nach offiziellen Angaben bei CNY 800 Mrd. liegt.

Die Wirkung der Senkung wird überschaubar bleiben, allerdings dürfte die Regierung die PBoC relativ bald mit Stimuli sekundieren. Diese wird aber voraussichtlich das Ergebnis der aktuell wieder aufgenommenen Verhandlungen über die Handelsbedingungen mit den Vereinigten Staaten noch abwarten.

Im März läuft der 90-Tage „Handelskriegs-Waffenstillstand“ aus. Donald Trump hat zwar zuletzt Optimismus geäußert, dieser hat aber in der Regel eine Halbwertszeit von 10 Tweets. Wir sehen in der Maßnahme der Notenbank kurz vor den Verhandlungen als eher verhaltenen Optimismus bezüglich des Ausgangs der Gespräche. Aber: Im Rahmen des G20-Gipfels waren wir aber schon einmal zu pessimistisch und wir lassen uns hier gern positiv überraschen.

Die Kapitalmärkte reagierten positiv auf die Meldung. Im laufenden Jahr dürfte es auch nicht die letzte Mindestreservesatzsenkung bleiben. Wir rechnen noch mit bis zu 3 weiteren Reduktionen in ähnlicher Größenordnung wie die heutige Maßnahme. Allerdings darf man auch potentiell negative Auswirkungen – die Verschuldung einiger Unternehmen ist weiter viel zu hoch – nicht aus den Augen lassen.

Fazit: Die PBoC reagiert auf das sich zunehmend verschlechternde wirtschaftliche Umfeld mit einer schrittweisen Senkung des Mindestreservesatzes um insgesamt einen Prozentpunkt. Damit verschafft sie dem Finanzsystem zusätzliche Liquidität und verbessert die Kreditbedingungen der Wirtschaft. Dass die Maßnahme mit der Aufnahme neuer Verhandlungen im Handelskonflikt mit den USA erfolgt ist eine interessante Randnotiz. Wir glauben, dass auch staatliche Stimuli folgen werden. Die Auswirkung der aktuellen Mindestreservesatzsenkung dürfte überschaubar bleiben, wenn es keine Sekundierung durch andere Konjunkturprogramme gibt. Allerdings wird es auch nicht die einzige Liquiditätsmaßnahme bleiben, so dass die PBoC in 2019 einen deutlichen Anteil an Konjunkurimpulsen haben wird. (Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter )


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