Gerry Weber: Krise eskaliert weiter

Bild und Copyright: Bjoern Wylezich / shutterstock.com.

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22.09.2018 09:32 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Es klingt technisch: Gerry Weber meldet, dass man „die Erstellung eines Sanierungsgutachtens gemäß S6-Standard (IDW S6) des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Auftrag gegeben” habe. Ergebnisse des Gutachtens sollen Mitte Oktober vorliegen, kündigt das westfälische Unternehmen an. Ergebnisse wolle man zunächst den Unternehmensgremien und dann auch den Aktionären vorliegen.

Tatsächlich eskaliert die Krise des Modekonzerns aus dem westfälischen Halle damit weiter. Sanierungsgutachtens gemäß IDW S6 sollen Unternehmen in Krisensituationen helfen, Wege aus den Problemen zu finden - der Modekonzern umschreibt dies in seiner Pflichtmitteilung als „Unterstützung des umfassenden Transformationsprozesses der Gruppe” (Details zum IDW S6: hier klicken).

Schwaches Sommerquartal vergrößert Probleme


Die Probleme scheinen bei Gerry Weber noch größer als bisher gedacht, nachdem die Quartalszahlen schlechter als erwartet ausfielen. Das Modeunternehmen hatte wie so viele andere aus der Branche unter dem schwachen Sommergeschäft zu leiden. Im dritten Quartal sinkt der Umsatz bei Gerry Weber von 192,3 Millionen Euro auf 170,4 Millionen Euro. Das EBITDA liegt bei -1,3 Millionen Euro (Vorjahr: +6,1 Millionen Euro). Operativ vergrößert sich der Verlust von 5,8 Millionen Euro auf 13,0 Millionen Euro. Unterm Strich macht der Modekonzern einen Verlust von 10,8 Millionen Euro, vor einem Jahr lag das Minus bei 5,1 Millionen Euro. Je Aktie errechnet sich daraus ein Minus von 0,24 Euro (Vorjahr: -0,11 Euro).

Nach drei Quartalen kommt Gerry Weber auf einen Umsatz von 575 Millionen Euro (Vorjahr: 620,1 Millionen Euro) und einen Verlust von 10,7 Millionen Euro (Vorjahr: -3,4 Millionen Euro). Begründet wird der Umsatzrückgang mit dem heißen Sommer sowie der Strukturschwäche im stationären Textilhandel. CEO Ralf Weber spricht von einer unbefriedigenden Umsatzentwicklung. Er will das Geschäftsmodell mit Nachdruck umstellen. Er fährt fort: „Wir verändern gerade unsere Denk- und Arbeitsweise grundlegend - ohne jegliche Tabus. Kern unseres Performance-Programms ist es, schneller, flexibler und zugleich moderner in der vollen Ausrichtung auf unsere Kundin zu werden.“

Die Maßnahmen rund um das Performance-Programm werden zu Sonderbelastungen von rund 15 Millionen Euro führen. Bei der Prognose für das Gesamtjahr rechnet man mit einem Umsatz von 830 Millionen Euro bis 840 Millionen Euro. Dieses Ziel gilt jedoch als äußerst ambitioniert. Das EBIT soll zwischen -10 Millionen Euro und 0 Euro liegen, nach drei Quartalen stand es bei -9,8 Millionen Euro. Die Sonderbelastungen sind dabei berücksichtigt.

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