Steigende Risikoaversion trifft vor allem auch Emerging Markets - Commerzbank Kolumne

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13.02.2018 09:22 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die Kursentwicklung von risikoreichen Anlagen verläuft in der Regel parallel. So sind im Zuge der rückläufigen Risikoaversion in den letzten Jahren nicht nur die Aktienkurse erheblich gestiegen, sondern auch die Kurse von Anleihen der Emerging Markets (EM) bzw. deren Risikoaufschläge sind gesunken. Dabei sind die Risiken aber alles andere als kleiner geworden, denn die Schuldenberge sind weiter gewachsen. Das heißt, dass die EM besonders anfällig für steigende Zinsen und/oder eine steigende Risikoaversion sind. Bisher hält sich der Schaden freilich noch im Rahmen einer normalen Korrektur. Aber kommt der Kapitalabfluss nachhaltig in Gang, dann droht eine Spirale, der die EM nur wenig entgegenzusetzen haben.

Anleihen


Großbritannien: Verbraucherpreise (Jan.), 10:30 Uhr

Gestern standen keine marktrelevanten Daten an, die dem Rentenmarkt Impulse für nennenswerte Kursänderungen geben konnten. Nach der turbulenten Vorwoche benötigten die Händler wohl auch eine kleine Verschnaufpause. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen gingen leicht um zwei Basispunkte auf 0,76% zurück. Ähnlich sah es in den USA aus. Die laufende Verzinsung der zehnjährigen US-Treasuries sank von 2,88% auf 2,86%. Der Trend zur Einengung der Risikoaufschläge (Spreads) von Anleihen der Europeripheriestaaten gegenüber Bundesanleihen hat sich spürbar verlangsamt. Mittlerweile liegen die Spreads sämtlicher Länderanleihen wieder deutlich über den Jahrestiefs, die letzte Woche nach Verkünden des Abschlusses der Koalitionsgespräche zwischen den Unionsparteien und den Sozialdemokraten erreicht wurden. In den kommenden Wochen dürften die Kurse von Bundesanleihen von einigen Faktoren belastet werden. Da sind zum einen mehrere Neuemissionen, die das Nettoangebot erhöhen, sowie wichtige Konjunkturdaten, die voraussichtlich positiv ausfallen werden und damit den Anlegern wenig Anlass bieten, deutsche Staatstitel als sicheren Hafen ins Portfolio zu nehmen. Hinzu könnten weitere Äußerungen aus der Politik (die SPD forderte schon mehrfach ein Ende des „deutschen Spardiktats“) die Aussicht auf eine Vergemeinschaftung von Schulden innerhalb der Eurozone erhöhen. Des Weiteren lässt der immer größer werdende Renditeabstand zwischen US-Staatsanleihen und Bundesanleihen (inzwischen sind dies im Zehn-Jahres-Bereich mehr als 200 Basispunkte) die Attraktivität von Bundespapieren sinken. Der Euro konnte sich zu Wochenbeginn gegenüber dem US-Dollar nur leicht erholen (knapp 1,23 US-Dollar je Euro.) Die Talfahrt der Ölpreise scheint vorerst gestoppt. Das Fass Brent kostet mit 62,70 US-Dollar 1 US-Dollar mehr als am Freitag.

Aktien


Aurubis, Ergebnis Q1
Fraport, Verkehrszahlen 01/18
Metro, Ergebnis Q1
Roche, Virtual Pipeline Event
TUI, Ergebnis Q1

Die Erholung der Wall Street vom letzten Freitag hat dafür gesorgt, dass sich auch die Stimmung an den europäischen Börsen aufhellen konnte. Zum Wochenauftakt zogen die Indizes im Euroraum nach und holten so einen Teil der Verluste in der Vorwoche auf. Im Dax 30 konnte vor allem die Aktie der Deutschen Bank (+4,0%), die bisher einen rabenschwarzen Februar erlebte, einen Stabilisierungsversuch starten. Alle Titel im deutschen Leitindex konnten in diesem Umfeld zulegen. Im EUROSTOXX 50 indes gab es mit der Airbus Group (-1,2%) einen Einzelwert, der einen Kursverlust erlitt. Der Flugzeugproduzent hatte bekanntgegeben, dass bei dem Typ A320neo gravierende Probleme mit den Triebwerken bestehen. Im Euroraum legten alle Branchen zu, die beste Entwicklung wies dabei der Grundstoffsektor (+2,1%) auf. Die Wall Street konnte ihre Gewinne vom Freitag weiter ausbauen. Nachdem der Haushaltsdeal endlich geglückt ist, veröffentlichte Donald Trump zum Wochenauftakt sein lange angekündigtes Infrastrukturprogramm. Zu den Favoriten im Leitindex Dow Jones gehörten neben Apple (+4,0%) die Aktien von American Express (+3,3%) und Cisco (+2,7%). Beide profitierten von Kaufempfehlungen durch ein Analysehaus. Ein negativer Analystenkommentar sorgte hingegen dafür, dass sich die Titel von General Electric (-0,8%) am Ende der Kursliste wiederfanden. Im beschriebenen Umfeld konnten fast alle Branchen deutlicher zulegen, lediglich die Immobilienaktien hinkten dieser Entwicklung hinterher. Auch die asiatischen Börsen können sich weiter erholen. Besonders die chinesischen Börsen legen zu, während der starke Yen dafür sorgt, dass der Nikkei 225 leichte Verluste erleidet.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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