Karlsberg: „Wir setzen auf Marge, nicht auf Menge“

Die Brauerei Karlsberg will bis zu 40 Millionen Euro mit einer Anleiheemission einnehmen, die am Dienstag startet. Bild und Copyright: Karlsberg.

Die Brauerei Karlsberg will bis zu 40 Millionen Euro mit einer Anleiheemission einnehmen, die am Dienstag startet. Bild und Copyright: Karlsberg.

Nachricht vom 18.04.2016 18.04.2016 (www.4investors.de) - Ab Dienstag können Investoren die neue Anleihe der Karlsberg Brauerei zeichnen. Bis zu 40 Millionen Euro will Karlsberg dabei ins Unternehmen holen. Die jährliche Verzinsung wird zwischen 5,25 Prozent und 5,75 Prozent liegen. Der finale Zinssatz wird noch festgelegt werden. Die Laufzeit der Anleihe beträgt fünf Jahre.

Im Gespräch mit der Redaktion von www.4investors.de erläutert Christian Weber, der Generalbevollmächtigte der Karlsberg Brauerei, wie das frische Geld genutzt werden soll. Er spricht über die Expansionspläne von Karlsberg, bei denen China eine besondere Rolle spielt und über die Bedeutung der anstehenden Fußball-EM. Neben den Kernmarken Karlsberg, MiXery und Gründel´s setzt Weber auch auf internationale Trendprodukte. Die Margen lässt der Manager dabei nicht aus den Augen.


www.4investors.de: Sie wollen mit einer neuen Anleihe zwischen 30 Millionen Euro und 40 Millionen Euro ins Unternehmen bekommen. Mit dem Geld soll unter anderem die 2017 auslaufende Anleihe vorzeitig beglichen werden. Gibt es einen Plan B, wenn Sie das Mindestvolumen von 30 Millionen Euro nicht via Anleihe hereinholen?

Weber:
Neben der geplanten Anleiheemission haben wir dank unserer soliden Finanzstruktur noch weitere Finanzierungsmöglichkeiten über Fremd- oder Eigenkapital.

www.4investors.de: Warum begeben Sie eine weitere Anleihe? Sie könnten das Geld doch auch über einen Bankenkredit aufnehmen, oder?

Weber:
Sicherlich wäre das möglich. Mit der Begebung der neuen Anleihe bekennen wir uns klar zum Kapitalmarkt. Dieses Instrument der Unternehmensfinanzierung ist für uns als mittelständisches Familienunternehmen ein gutes Mittel, um eine diversifizierte Finanzierungsstruktur sicherzustellen. Wir stehen bei unserer Finanzierung auf verschiedenen Säulen. Die Anleihe ist eine dieser. Zudem haben wir seit 2012 sehr gute Erfahrung mit unserer ersten Anleihe im Kapitalmarkt gemacht.

www.4investors.de: Sie denken darüber nach, auch Geld aus der Anleihe in technische Anlagen zu investieren. Was planen Sie genau?

Weber:
Der über die 30 Millionen Euro hinausgehende Emissionserlös fließt in die Mitfinanzierung von Investitionen. Die Erneuerung von Anlagen und die Verbesserung der Produktionsverfahren ist bei uns ein kontinuierlicher Prozess zur Optimierung unserer Position im Wettbewerb.

www.4investors.de: Wenn Ihre Eigenkapitalquote unter 25 Prozent sinkt, können Investoren die neue Anleihe zurückgeben. Warum gehen Sie ein solches „Risiko“ ein?

Weber:
Die Karlsberg Brauerei steht mit ihrer soliden Finanzstruktur sehr gut da. Ende 2015 belief sich unser Eigenkapital auf 42,6 Millionen Euro, was einer Eigenkapitalquote von rund 30 Prozent entspricht. Das Sonderkündigungsrecht bezogen auf die Untergrenze bei der Eigenkapitalquote ist also kein Risiko für Karlsberg, sondern vielmehr eine Sicherheit für die Investoren.

www.4investors.de: Wie steht es um internationale Expansionspläne?

Weber:
Wir exportieren unsere Produkte bereits heute in mehr als 50 Länder und sind auf allen fünf Kontinenten präsent. Die Hälfte unseres Umsatzes haben wir in 2015 außerhalb Deutschlands generiert und davon, traditionell bedingt, rund die Hälfte in Frankreich. Ein besonderes Augenmerk haben wir nach wie vor auf Asien und den schnell wachsenden chinesischen Markt. Knapp 10 Prozent trug unser Asiengeschäft, vor allem China, im zurückliegenden Jahr schon zum Gesamtumsatz bei. Dabei besteht unser Geschäft aus einer Kombination aus eigenen Marken und Handelsmarken. Unsere Strategie ist, unsere Kapazitäten ideal auszulasten und mit margenstarken Geschäften im Ausland zu wachsen. Strategische Vertriebskooperationen werden dabei immer bedeutsamer. Das gilt übrigens auch für den deutschen Markt.

Potenzial in Emerging Markets wie Afrika und China


www.4investors.de: Welche Erwartungen haben Sie für 2016 an China und die Emerging Markets?

Weber:
Die Karlsberg Brauerei arbeitet daran, ihren Fußabdruck in China, dem mittlerweile größten Biermarkt der Welt, kontinuierlich zu vergrößern. Absolut gesehen stehen die Emerging Markets noch für einen überschaubaren Umsatzanteil aber bei Betrachtung der Tatsache, dass beispielsweise unser Afrikageschäft im zurückliegenden Jahr um mehr als 54 Prozent gewachsen ist, wird das enorme Potential solcher Regionen mehr als deutlich.

www.4investors.de: 2016 rechnen Sie erneut mit einem sinkenden Umsatz. Kommt 2017 die Wende?

Weber:
Unsere Umsatzerlöse nach Biersteuer sind stabil und lagen in den letzten Jahren in einem Spektrum von 150 Millionen Euro bis 170 Millionen Euro. Wir zielen stetig darauf ab, unsere Erträge zu verbessern – mit hochwertigen Produkten, verbesserten Produktionsabläufen, schlankeren Strukturen und einem gezielten Marketing. Das ist uns im vergangenen Jahr gut gelungen, setzen wir in 2016 fort und wird auch das Hauptziel für die Zeit danach sein. Also: Wir setzen auf Marge, nicht auf Menge.

www.4investors.de: Bleibt es bei den drei Fokusmarken Karlsberg, MiXery und Gründel´s?

Weber:
Karlsberg, MiXery und Gründel´s sind und bleiben unsere Kernmarken. Das steht außer Frage. Aber natürlich ist unser Portfolio viel größer und wird auf der einen Seite kontinuierlich bereinigt sowie auf der anderen Seite stetig intelligent ergänzt. Auch beschäftigen wir uns fortwährend mit Produktinnovationen. So sind wir ja auch mit MiXery zum Pionier geworden und haben heute die deutschlandweite Marktführerschaft inne. Wichtig ist, dass man Trends frühzeitig erkennt – besser noch, wenn man sie antizipiert und selbst zum Trendsetter wird. So arbeiten wir derzeit beispielsweise daran, mit internationalen Trendprodukten national Marktanteile zu erschließen und bedienen die aktuellen Entwicklungen hin zu Craftbieren und Spezialitäten.

www.4investors.de: 2015 haben Sie einige margenschwache Discount-Geschäfte aufgegeben. Wird es weitere Trennungen geben?

Weber:
Wie erwähnt arbeiten wir kontinuierlich an der Verbesserung unseres Produktmixes und der Stärkung unserer Kernmarken, um positive Margeneinflüsse zu generieren. Dabei liegt unser Fokus selbstverständlich auf den Wachstumssegmenten. Wenn mit „Discount-Geschäfte“ Handelsmarken gemeint sind, so sei erwähnt, dass diese für uns eine profitable Ergänzung unseres Geschäfts mit unseren eigenen Marken sind, vor allem durch die Erzielung von Skaleneffekten zur Kapazitätsauslastung und Fixkostendeckung. Das Handelsmarkengeschäft wird dabei aber auch ständig optimiert, indem wir uns auf die margenstarken Handelsmarken konzentrieren.

Fussball-EM soll für Karlsberg positive Impulse bringen


www.4investors.de: Wo sehen Sie für die Zukunft margenstärkere Möglichkeiten? Und auf welche Margen zielen Sie künftig ab?

Weber:
Wir werden die geografische Expansion vorantreiben, den Markt mit weiteren Produktinnovationen tiefer erschließen und mit unserem rigoros zielgruppenorientierten Marketing die Kunden direkt ohne große Streuverluste ansprechen. Zusätzliches Geschäft sehen wir in neuen Getränkesegmenten sowie internationalen Partnermarken. Und wir sind im internationalen Geschäft gut aufgestellt. Darüber hinaus sind wir auf die stetige Steigerung der Effizienz bei allen Abläufen und Prozessen bedacht. Das alles sind positive Effekte für unsere Margen.

www.4investors.de: Sie wollen im laufenden Jahr auch „Kultbiere“ aus Spanien und Italien vertreiben. Können Sie Namen nennen? Welche Erwartungen knüpfen Sie an diesen Strategiewandel?

Weber:
Wir können hier nicht von einem Strategiewandel sprechen. Wir haben das Ohr am Markt, wissen um die Bedeutung von Szene- und Trendmarken und sehen ein wachsendes Interesse an hochwertigen Bierspezialitäten. Hierzu haben wir Vertriebskooperationen mit internationalen Partnern geschlossen und werden auch in Zukunft sich bietende Opportunitäten nutzen. Das tun wir bereits seit vielen Jahren erfolgreich in Frankreich in der Gastronomie. Im Programm haben wir beispielsweise die Marken Menabrea aus Italien und Moritz aus Spanien, beides Traditionsbrauereien, die in etwa eine gleich lange Geschichte schreiben wie Karlsberg.

www.4investors.de: Welchen Einfluss wird die Fußball-EM in diesem Jahr auf Ihr Geschäft haben?

Weber:
Nicht nur von der Fussball-EM versprechen wir uns positive Impulse. Wir feiern dieses Jahr auch 500 Jahre deutsches Reinheitsgebot. Und wenn dazu noch ein Fußballsommermärchen für Deutschland mit gutem Wetter kommt, werden wir sicherlich davon profitieren. Dass der Austragungsort Frankreich unser zweitwichtigster Markt ist, freut uns besonders.

www.4investors.de: Die Deutschen trinken immer weniger Bier. Kann man diesem Trend aus Ihrer Sicht entgegenwirken?

Weber:
Deutschland gehört weltweit zu den Spitzenmärkten und ist der mit Abstand größte Biermarkt in Europa. Wachstum im Biermarkt kam in den letzten Jahren vor allem durch alkoholfreie Biere und Biermischgetränke. Die Trends hin zu einer bewussteren Ernährung, hin zur Regionalität und hin zu biergeschmacklichen Besonderheiten sind sehr ausgeprägt. Genau diese Segmente decken wir mit unserem Produktportfolio ab. (Redakteur: Johannes Stoffels)



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